Bentley präsentiert ersten Elektro-SUV, Volkswagen erhöht E-Auto-Produktion
Autor: E-Mobil Magazin Redaktion
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Kategorie: News und Updates
Zusammenfassung: Bentley präsentiert mit dem Torcal seinen ersten Elektro-SUV, während Volkswagen die E-Auto-Produktion ausweitet und eine Roamingkarte am Flughafen Graz eine Rechnung über 2.000 Euro verursachte.
Bentley bringt mit dem Torcal seinen ersten Elektro-SUV
Bentley präsentiert mit dem Torcal das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug der Marke. Der knapp fünf Meter lange SUV erweitert die Modellpalette neben Continental GT, Flying Spur und Bentayga um eine vierte Modelllinie. Entwickelt, konstruiert und gebaut wird der Torcal in Crewe, der Marktstart ist ab 2027 als Core und Torcal S vorgesehen.
Technisch basiert der Torcal auf einer 800-Volt-Architektur, zwei Elektromotoren und einer 113 kWh großen Batterie. Die Batterie verfügt über 192 Lithium-Ionen-Pouchzellen, die Nennspannung beträgt 800 Volt. Bentley gibt für den Akku eine Garantie von zehn Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometer.
| Leistung Torcal | 821 PS |
| Drehmoment Torcal | 1.194 Nm |
| Beschleunigung Torcal | 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit Torcal | 250 km/h |
| Leistung Torcal S | bis zu 888 PS |
| Drehmoment Torcal S | 1.350 Nm |
| Beschleunigung Torcal S | 2,9 Sekunden von null auf 100 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit Torcal S | 260 km/h |
| Reichweite | bis zu 600 Kilometer nach WLTP |
| Maximale DC-Ladeleistung | 400 kW |
| Ladezeit | rund 16 Minuten von zehn auf 80 Prozent |
Der Torcal soll an einer geeigneten 400-kW-Ladesäule in rund 16 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Nach sieben Minuten Ladezeit sollen etwa 161 Kilometer zusätzliche Reichweite zur Verfügung stehen. Die technische Auslegung weist laut Auto Motor und Sport deutliche Parallelen zum neuen Porsche Cayenne Electric auf, unter anderem bei der 800-Volt-Architektur, der Batterie und der maximalen Ladeleistung.
Beim Fahrwerk setzt Bentley erstmals auf eine vollaktive Federung mit adaptiven Zweiventildämpfern. Die einzelnen Dämpfer können unabhängig voneinander angehoben oder abgesenkt werden; klassische Stabilisatoren sind dadurch nicht erforderlich. Eine serienmäßige Hinterachslenkung mit bis zu fünf Grad Lenkeinschlag reduziert den Wendekreis auf 11,1 Meter.
Im Innenraum kombiniert Bentley Leder, Wolle, Holz und Aluminium mit digitalen Anzeigen und zahlreichen physischen Bedienelementen. Die Sitze sind serienmäßig 16-fach elektrisch verstellbar und verfügen über Heizung, Belüftung, verstellbare Seitenwangen und eine Massagefunktion. Optional sind das Postural-Adjust- und das Smart-Seat-Climate-System erhältlich; im Fond kommt erstmals bei Bentley eine dreisitzige Rückbank mit elektrischer Umklappfunktion zum Einsatz.
Für den Innenraum wurde gemeinsam mit Fox Brothers ein Stoff aus 100 Prozent Merinowolle entwickelt. Das Holzdekor Ombré Walnut besteht aus bis zu 1.000 einzelnen Schichten aus nachhaltig gewonnenen Walnussresten und Recyclingpapier. Hinzu kommt Sunburst Aluminium als moderne Interpretation früherer, gedrehter Aluminiumoberflächen.
Zum Ausstattungsumfang gehören außerdem 25 Radar-, Sensor- und Kamerasysteme. Vorgesehen sind unter anderem Funktionen für Anhängerbetrieb, Garagen- und Parallelparken sowie ferngesteuertes Parken per App. Die vier radarüberwachten, elektrisch betätigten Türen können sich selbstständig öffnen und schließen, während das schaltbare Glasdach „Frosted Diamond“ seine Transparenz an die gewünschte Lichtstimmung anpassen kann.
Eine eigene akustische Identität erhält der Elektro-Bentley mit der „Dynamic Symphony“. Die Klangstruktur orientiert sich am Rhythmus des früheren 6,75-Liter-V8 und verändert sich abhängig von Drehmomentanforderung und Geschwindigkeit. Neben Bentley und Comfort stehen Sport und Refresh als weitere Experience Modes zur Verfügung.
Für den Torcal nennt Bentley noch keinen Preis. Das Modell soll unterhalb des Bentayga positioniert werden, der laut Auto Motor und Sport bei etwa 220.000 Euro startet. Zum Vergleich wird der technisch eng verwandte Porsche Cayenne Turbo Electric mit einem Einstiegspreis von 165.500 Euro in Deutschland genannt.
„Der Torcal ist Bentleys erstes Auto mit rein elektrischem Antrieb und soll hohen Komfort mit kontrollierbarer Kraft verbinden.“
Infobox: Der Bentley Torcal startet ab 2027 mit bis zu 888 PS, 1.350 Nm und bis zu 600 Kilometern Reichweite nach WLTP. Eine Preisangabe liegt noch nicht vor.
Quelle: Auto Motor und Sport
Volkswagen verschiebt Kapazitäten zugunsten von Elektroautos
Volkswagen passt die Produktion in mehreren deutschen Werken an die veränderte Nachfrage an. Nach Angaben des Konzerns gegenüber NDR.de sollen in Wolfsburg weniger Verbrenner gebaut werden, während die Elektroauto-Produktion in Emden und Zwickau ausgeweitet wird.
In Wolfsburg, wo bisher ausschließlich Verbrenner vom Band rollen, sollen etwa 30.000 Fahrzeuge weniger gebaut werden als geplant. Die ursprünglich vorgesehenen Sonderschichten für den Standort entfallen damit. Volkswagen spricht von einem „Wendepunkt in der Transformation des Automobilmarktes“.
Für die Elektroauto-Produktion in Zwickau und Emden nennt der Konzern keine konkreten Stückzahlen. In Konzernkreisen ist laut NDR.de jedoch von „einigen tausend“ zusätzlichen Fahrzeugen die Rede. In Emden seien Schließtage vom Tisch; außerdem habe es einzelne Sonderschichten gegeben.
Ein großer Teil des Zuwachses bei Elektroautos entfällt auf den Standort Spanien, an dem der elektrische ID.Polo gefertigt wird. Die Nachfrage nach den Kleinwagen habe die Erwartungen deutlich übertroffen. Zusammen mit den Marken Skoda und Cupra seien bereits mehr als 100.000 Bestellungen für die neuen Elektromodelle eingegangen.
Die Entwicklung wird durch die Zulassungszahlen gestützt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes stieg die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 75 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der Benziner um knapp 38 Prozent.
Für Volkswagen bleibt die stärkere Auslastung der Elektroauto-Werke jedoch mit einer wirtschaftlichen Herausforderung verbunden. Mit den Elektromodellen verdient der Konzern weiterhin weniger als mit Verbrennern; als ein Grund werden die nach wie vor teuren Batterien genannt.
Unklar ist, ob der aktuelle Nachfrageanstieg die langfristige Sicherung der Standorte Emden und Zwickau gewährleistet. Für die Zeit ab Anfang der 2030er Jahre gibt es laut NDR.de weiterhin offene Fragen. Der Konzernbetriebsrat pocht auf die 2024 vereinbarten Zusagen unabhängig von der aktuellen Nachfrage.
In Emden ruhen Hoffnungen unter anderem auf dem elektrischen ID.Tiguan. Dieser soll im Oktober auf der Automesse in Paris vorgestellt werden; die Serienproduktion soll noch in diesem Jahr starten.
Infobox: Volkswagen plant in Wolfsburg etwa 30.000 Fahrzeuge weniger als vorgesehen. In Emden und Zwickau soll die Elektroauto-Produktion um „einige tausend“ Fahrzeuge steigen, während mehr als 100.000 Bestellungen für neue E-Modelle vorliegen.
Quelle: NDR.de
Roamingkarte führt am Flughafen Graz zu Rechnung über mehr als 2.000 Euro
Ein Autofahrer aus Graz stellte sein Elektrofahrzeug während einer zweitägigen Dienstreise an einer Ladestation des Flughafens Graz ab. Wochen später erhielt er laut CHIP eine Abrechnung über mehr als 2.000 Euro für den Ladevorgang.
Der Betroffene war davon ausgegangen, dass am Flughafen ausschließlich die geladene Strommenge und nicht die Ladezeit berechnet wird. Diese Abrechnungspraxis sei zuvor offenbar vom Flughafen beworben worden.
Die hohen Kosten entstanden laut dem Bericht nicht durch den Flughafenbetreiber selbst, sondern durch die verwendete Ladekarte. Die Ladestationen werden von Moon und Apcoa betrieben; bei einer Direktzahlung fallen dort keine oder nur geringe Standgebühren an. Der Autofahrer nutzte jedoch eine Roamingkarte, deren Anbieter die Standzeit minutengenau abrechnete.
Nach Angaben des Regionalportals „MeinBezirk“ laufen bereits Gespräche über eine Lösung. Der betroffene Fahrer erklärte, dass der Roamingkartenbetreiber eine Kulanzlösung prüfe. Zugleich räumte er ein, künftig vor dem Laden das Tarifblatt der Roamingkarte zu prüfen.
Der Bericht verweist darauf, dass beim öffentlichen Laden neben dem Preis pro Kilowattstunde weitere Kosten anfallen können. Dazu zählen ein Minutenpreis oder eine Gebühr für das Blockieren des Ladeplatzes. Beim Roaming kann ein anderer Anbieter als der Betreiber der Ladestation die Abrechnung übernehmen, wodurch sich die Konditionen unterscheiden können.
Auch die Verbraucherzentrale weist laut CHIP auf mögliche Zusatzkosten hin. Der ADAC macht ebenfalls darauf aufmerksam, dass manche Tarife nach einer bestimmten Standzeit einen Aufschlag pro Minute verlangen und sich die Preisgestaltung je nach Anbieter stark unterscheiden kann.
- Zusätzlich zum Strompreis können zeitabhängige Gebühren anfallen.
- Roamingkarten können andere Konditionen haben als eine Direktzahlung an der Ladestation.
- Vor längeren Aufenthalten sollte geprüft werden, ob eine Gebühr für die Standzeit oder das Blockieren des Ladeplatzes berechnet wird.
Infobox: Eine zweitägige Standzeit an einer Ladestation des Flughafens Graz führte zu einer Abrechnung über mehr als 2.000 Euro. Ursache war laut Bericht die minutengenaue Abrechnung über eine Roamingkarte.
Quelle: CHIP
Elektroautos dominieren die Kategorien beim „Deutschen Auto des Jahres 2027“
Bei der Auszeichnung „German Car of the Year“ für das Jahr 2027 haben Elektroautos fast alle Hauptkategorien gewonnen. Eine unabhängige Jury aus 47 deutschen und internationalen Automobiljournalist:innen bewertete die Modelle, die in den vergangenen zwölf Monaten neu auf den Markt gekommen sind.
Der Volkswagen ID. Polo gewann die Kategorie „Budget“ für neue Modelle mit einem Einstiegspreis von unter 25.000 Euro. In der Kategorie „Compact“ zwischen 25.000 und 40.000 Euro setzte sich der Kia PV5 durch. Das Premium-Segment zwischen 40.000 und 70.000 Euro gewann der elektrische Mercedes-Benz GLC.
| Kategorie | Gewinner |
| Budget | Volkswagen ID. Polo |
| Compact | Kia PV5 |
| Premium | elektrischer Mercedes-Benz GLC |
| Luxury | Xpeng X9 |
| Performance | Hyundai Ioniq 6 N |
In der Kategorie „Luxury“ mit einem Preis über 70.000 Euro wurde der Xpeng X9 ausgezeichnet. Der Hyundai Ioniq 6 N gewann die Kategorie „Performance“. Aus diesen fünf Kategoriegewinnern wählt die Jury während einer zweitägigen Testfahrt den Gesamtsieger, der am 2. November 2026 bekannt gegeben werden soll.
Zusätzliche Sonderpreise gingen an BMW, Geely, Porsche, Renault und Škoda. Der BMW iX3 wurde für das beste Innendesign und Infotainment ausgezeichnet. Der Geely E2 erhielt den Preis für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis über alle Klassen hinweg.
Der Renault Twingo gewann die Auszeichnung für das beste Außendesign. Der Porsche 911 Turbo S wurde als einziger prämierter Verbrenner für den besten Antriebsstrang geehrt.
Škoda erhielt ebenfalls mehrere Auszeichnungen. Der Flaggschiff-SUV Peaq wurde zum Familienauto des Jahres gekürt. Škoda-Vorstandsvorsitzender Klaus Zellmer erhielt zudem den Titel „Automobilpersönlichkeit des Jahres 2027“.
Die Preisverleihung fand im Nationalen Automobilmuseum in Dietzhölztal statt. Die VDA-Präsidentin Hildegard Müller bezeichnete die Auszeichnung nach neun Jahren als Erfolgsgeschichte und hob die Offenheit für unterschiedliche Perspektiven hervor.
„Die Auszeichnung hat sich zu einer der wichtigsten unabhängigen Ehrungen in der Automobilwelt entwickelt.“
Infobox: Elektroautos gewannen vier der fünf Hauptkategorien. Der Gesamtsieger des „Deutschen Auto des Jahres 2027“ soll am 2. November 2026 bekannt gegeben werden.
Quelle: Elektroauto-News
Slowenien beendet Kaufprämien für Elektrofahrzeuge
Slowenien will künftig keine Fördermittel mehr für den Kauf von Elektrofahrzeugen bereitstellen. Stattdessen soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur stärker in den Mittelpunkt rücken, berichtet electrive.net.
Die Fördermittel für den Kauf von Elektroautos waren laut Medienberichten Mitte August wegen der großen Nachfrage abrupt ausgeschöpft. Das Ministerium für Energie und Infrastruktur hatte zunächst erklärt, dass vorerst keine neuen Mittel bereitgestellt würden. Energie- und Infrastrukturminister Jernej Vrtovec kündigte anschließend an, dass der Staat die Förderung des Kaufs von Elektrofahrzeugen definitiv einstellen werde.
Die Entscheidung ist Teil einer energiepolitischen Neuausrichtung der neuen Regierung unter Ministerpräsident Janez Janša. Nach Angaben von Urška Kalan, stellvertretende Direktorin des öffentlichen Strommarktbetreibers und Förderkoordinators Borzen, soll die Ladeinfrastruktur künftig mehr Aufmerksamkeit erhalten.
| Langsamere Ladestationen | Rund 2,5 Millionen Euro |
| Ladestationen innerhalb und außerhalb des TEN-T-Netzes im nächsten Jahr | Etwa 25 Millionen Euro |
| Budget für die Förderung von Elektrofahrzeugen 2024 bis 2026 | 43,9 Millionen Euro |
Ein Großteil der bisherigen eMobility-Subventionen stammte aus Mitteln der Europäischen Union. Im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans war für den Zeitraum 2024 bis 2026 ein Budget von 43,9 Millionen Euro für die Förderung von Elektrofahrzeugen reserviert. Diese Finanzierungsquelle lief im Mai aus; künftige Maßnahmen müssen daher hauptsächlich aus nationalen Mitteln finanziert werden.
Für langsamere Ladestationen stehen laut electrive.net rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Im nächsten Jahr sollen etwa 25 Millionen Euro für Ladestationen innerhalb und außerhalb des TEN-T-Netzes bereitgestellt werden.
Infobox: Slowenien beendet die Kaufprämien für Elektrofahrzeuge und verlagert den Schwerpunkt auf Ladeinfrastruktur. Für Ladestationen stehen rund 2,5 Millionen Euro beziehungsweise im nächsten Jahr etwa 25 Millionen Euro bereit.
Quelle: electrive.net
Quellen:
- Das ist der erste Elektro-Bentley: Der neue Torcal leistet 888 PS und noch viel mehr
- Weniger Verbrenner, mehr E-Autos: VW passt Produktion in drei Werken an
- Mann lädt E-Auto 2 Tage am Flughafen in Österreich – 2.000-Euro-Rechnung
- E-Autos räumen bei "Deutsches Auto des Jahres 2027" ab
- Elektromobilität | E-Autos erreichen Rekordniveau in der EU
- Slowenien schießt keine E-Auto-Förderung mehr nach