DeepDrive expandiert nach China, Frankfurt bestellt 52 Dieselbusse
Autor: E-Mobil Magazin Redaktion
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Kategorie: News und Updates
Zusammenfassung: DeepDrive erhält einen Großserienauftrag ab 2028 und expandiert nach China, während Frankfurt trotz Elektrifizierungsziels 52 Dieselbusse als Übergangslösung bestellt.
DeepDrive erhält Großserienauftrag und startet Expansion nach China
Das Münchner Elektromotoren-Start-up DeepDrive ist von einem international tätigen Fahrzeughersteller als Großserienlieferant nominiert worden. Der Serienstart ist für 2028 geplant; welcher Hersteller hinter dem Auftrag steht, teilte das Unternehmen nicht mit. Das berichtet Auto Motor und Sport.
Nach Angaben des Unternehmens markiert die Nominierung den Übergang von der Technologieentwicklung zur industriellen Serienfertigung. DeepDrive entwickelt Elektromotoren mit einer Doppelrotor-Architektur, bei der der Stator zwischen einem inneren und einem äußeren Rotor angeordnet ist. Die Technologie sei patentiert und für Generatoren, Radnabenmotoren und Zentralantriebe validiert worden.
Die Konstruktion soll ein hohes Drehmoment bei geringem Gewicht und niedrigen Kosten ermöglichen. Für den neuen Auftrag und weitere Kundenprojekte baut DeepDrive seine Produktionskapazitäten für große Stückzahlen aus. Als Großvolumen bezeichnet das Unternehmen mehrere Hunderttausend Einheiten über die Laufzeit des Projekts.
Im Zuge der internationalen Expansion richtet DeepDrive ein Team in Shanghai ein. Dieses soll den Vertrieb und die Umsetzung von Projekten im chinesischen Markt verantworten. Die Fertigung soll nach dem Prinzip „lokal für lokal“ möglichst nahe an den jeweiligen Kunden erfolgen.
DeepDrive betont, ein europäisches Unternehmen zu bleiben. München soll weiterhin das „Herz und das Gehirn“ der Firma sein, während Basisentwicklung und Innovation ausschließlich in Deutschland stattfinden. China sei der erste Schritt der globalen Expansion, weil das Land zu den wichtigsten Märkten für Elektrofahrzeuge weltweit zähle.
Für die Aktivitäten in China arbeitet DeepDrive mit verschiedenen strategischen Partnern zusammen. DeepDrive China stehe jedoch unter vollständiger Kontrolle des Unternehmens. Zum Schutz des geistigen Eigentums verweist DeepDrive auf ein differenziertes Patentportfolio, das auch in China greife, sowie auf die schnelle Entwicklung weiterer Motorgenerationen.
Das lokale Team soll hauptsächlich aus Mitarbeitenden vor Ort bestehen und eng mit dem internationalen Führungsteam zusammenarbeiten. Welche Produktgruppe zuerst in Serie gefertigt wird, ist noch offen. DeepDrive will im chinesischen Markt die gesamte Produktpalette anbieten: Generator, Radnabenmotor und Zentralantrieb.
Das Unternehmen wurde 2021 in München gegründet. Zu den Investoren gehören unter anderem BMW i Ventures, UVC Partners und Bayern Kapital; außerdem ist Leitmotif als Ankerinvestor beteiligt. Angaben zur Bewertung oder zum aktuellen Unternehmenswert machte DeepDrive nicht.
„Die Seriennominierung markiert eine strukturelle Transition: von der Technologieentwicklung zum Serienlieferanten“, erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber Auto Motor und Sport.
Infobox: DeepDrive startet die Serienproduktion für einen nicht genannten globalen Automobilhersteller im Jahr 2028. China wird zum ersten internationalen Expansionsmarkt, während Entwicklung und Innovation in Deutschland bleiben.
Frankfurt bestellt 52 Dieselbusse als Übergangslösung
Die Frankfurter Verkehrsbetriebe ICB haben 52 neue Dieselbusse bestellt, obwohl die Umstellung auf alternative Antriebe bereits läuft. Die Fahrzeuge sollen als Übergangslösung für bis zu fünf Jahre eingesetzt werden. Darüber berichtet fnp.de in einem am 08.10.2026 veröffentlichten Beitrag.
Frankfurt verfolgt das Ziel, seine Busflotte zu elektrifizieren. Gleichzeitig bleibt Diesel im öffentlichen Nahverkehr noch mehrere Jahre präsent. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe fahren in den 40 größten deutschen Städten fast 80 Prozent der Busse weiterhin mit Diesel; insgesamt sind dort knapp 10.000 Dieselbusse im Einsatz.
Stichtag der Untersuchung war der 31. Dezember 2025. In Frankfurt bestand die Busflotte Ende 2024 aus 420 Fahrzeugen, von denen 21 Prozent bereits batterieelektrisch oder mit Wasserstoff fuhren. Verzögerungen bei der erforderlichen Infrastruktur bremsen den weiteren Ausbau alternativer Antriebe.
Der Fuhrpark der ICB umfasst rund 220 Fahrzeuge. Zuletzt kamen neun neue Wasserstoff-Gelenkbusse hinzu. Insgesamt verfügte das Unternehmen damit über 48 lokal emissionsfreie Busse, darunter 32 Wasserstoff- und 16 Batteriebusse.
Gleichzeitig bestellte die ICB 52 neue Dieselbusse. Vorgesehen sind 32 Solobusse und 20 Gelenkbusse. Die Fahrzeuge sollten ursprünglich bis Ende Juli 2026 geliefert und ab August eingesetzt werden; tatsächlich gingen die ersten 20 neuen Mercedes-Busse erst im September in Frankfurt an den Start.
Die Deutsche Umwelthilfe bewertet die weitere Anschaffung von Verbrennerbussen kritisch. Fast die Hälfte der untersuchten Städte plant zwischen 2026 und 2030 weiterhin den Kauf neuer Verbrennerbusse. Halle will nach Angaben der Umweltorganisation sogar ausschließlich Dieselbusse beschaffen.
| Stadt beziehungsweise Vergleich | Angabe aus der Quelle |
|---|---|
| Frankfurt | 21 Prozent der Busflotte fuhren Ende 2024 batterieelektrisch oder mit Wasserstoff |
| ICB | 48 lokal emissionsfreie Busse: 32 Wasserstoff- und 16 Batteriebusse |
| Neue Dieselbusse | 52 Fahrzeuge: 32 Solobusse und 20 Gelenkbusse |
| Frankfurter Ziel für Ende 2026 | Mehr als ein Viertel der rund 435 Linienbusse soll batterieelektrisch oder mit Wasserstoff unterwegs sein |
| Ziel für 2033 | Die gesamte Flotte soll auf alternative Antriebe umgestellt sein |
Wie unterschiedlich die Städte bei der Umstellung vorankommen, zeigt der Vergleich der Untersuchung deutlich. In Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg fuhr Ende 2025 noch kein einziger E-Bus. In Mannheim, Freiburg und Karlsruhe war dagegen bereits mehr als die Hälfte der Busflotte elektrisch unterwegs.
Nur Mannheim, Freiburg und Karlsruhe erhielten von der Deutschen Umwelthilfe eine „Grüne Karte“. 19 Städte wurden mit einer „Roten Karte“ bewertet. Die Umweltorganisation fordert angesichts der ab 2030 verschärften EU-Luftreinhaltevorschriften eine vollständige Elektrifizierung der städtischen Busflotten bis spätestens 2030 und einen Verzicht auf neue Verbrennerbusse.
Besonders im Fokus stehen ältere Dieselbusse. In Oberhausen, Nürnberg, Aachen, Gelsenkirchen, Kassel und Erfurt sind laut Studie noch Busse mit einer Abgasstufe schlechter als Euro V unterwegs. Ihre Stickstoffoxid-Emissionen liegen demnach um ein Vielfaches über denen moderner Euro-VI-Fahrzeuge.
„Diesel-Busse werden in der Regel länger als zehn Jahre im Nahverkehr betrieben“, warnte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch laut fnp.de.
Resch kritisiert, dass der Kauf von Verbrennerbussen bis 2030 den Abschied vom fossilen Antrieb bis in die 2040er-Jahre verschieben könne. Zugleich verweist die Deutsche Umwelthilfe auf die erforderliche Finanzierung von Betriebshöfen, Ladeinfrastruktur, Netzanschlüssen und Fahrzeugen.
Nach Angaben des Berichts kürzt die Bundesregierung die E-Bus-Förderung 2026 um zwei Drittel. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb eine langfristig gesicherte Finanzierung. Frankfurt hat sich vorgenommen, Ende 2026 mehr als ein Viertel seiner rund 435 Linienbusse batterieelektrisch oder mit Wasserstoff zu betreiben und die gesamte Flotte bis 2033 auf alternative Antriebe umzustellen.
Infobox: Frankfurt verbindet den Ausbau emissionsfreier Busse mit der Bestellung von 52 Dieselbussen für bis zu fünf Jahre. Die vollständige Umstellung der Flotte auf alternative Antriebe ist bis 2033 vorgesehen.
Quellen: