E-Mobilität wächst trotz Kosten- und Rohstoffdruck in Europa weiter

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Norwegen führt beim Kostenvergleich für E-Autos, während Energiekrise und Kupferknappheit den Wandel belasten; Natrium-Akkus und Brennstoffzellen bieten ergänzende Lösungen.

E-Autos zwischen Kostenvorteilen, Rohstoffdruck und wachsender Nachfrage

Norwegen führt weltweiten Kostenvergleich für Elektroautos an

Wo Elektroautos finanziell attraktiv sind, hängt laut WELT nicht allein von Strom- und Benzinpreisen ab. In die Untersuchung der Unternehmensberatung Arthur D. Little fließen unter anderem finanzielle Vorteile beim Kauf und Betrieb, Zuschüsse für private Ladeinfrastruktur, Haushaltsstrom- und Benzinkosten pro Kilometer sowie Zulassungsbeschränkungen für Verbrenner ein.

Norwegen erreicht in dem Ranking zu Kosten und Regulierung 32,2 Punkte und liegt damit vor Singapur mit 27,6 Punkten und Frankreich mit 26,8 Punkten. Deutschland kommt auf 23,7 Punkte und erreicht Rang acht.

In Norwegen gibt es keine klassischen Kaufprämien mehr, Elektroautos profitieren jedoch weiterhin von erheblichen steuerlichen Vorteilen. Bis zu einem bestimmten Fahrzeugwert fällt keine Mehrwertsteuer an, während der Betrieb von Verbrennern vergleichsweise teuer ist.

Singapur setzt weiterhin stark auf direkte finanzielle Anreize. Die möglichen Kaufvorteile beziffert die Studie je nach Fahrzeugklasse auf bis zu 16.300 Euro. Frankreich unterstützt kleinere und mittlere Elektroautos unter anderem mit Kaufzuschüssen und belastet emissionsstarke Verbrenner mit hohen Zulassungsabgaben.

Italien erreicht Vorteile durch Kaufprämien von bis zu 10.600 Euro sowie Steuervergünstigungen. Deutschland liegt laut WELT im oberen Viertel des Vergleichs, wobei die 2026 wieder eingeführte Förderung für private E-Auto-Käufer und steuerliche Vorteile für elektrische Dienstwagen berücksichtigt werden.

Am unteren Ende des Rankings stehen Länder, in denen direkte Kauf- und Nutzungsvorteile fehlen. Saudi-Arabien bietet einzelne Zoll- und Steuervergünstigungen sowie teilweise kostenloses Laden, weist laut Studie jedoch keine direkten finanziellen Vorteile beim Fahrzeugkauf oder im laufenden Betrieb aus. In Neuseeland wurde die Kaufprämie Ende 2023 abgeschafft, zudem müssen Elektroautos mittlerweile Straßenbenutzungsgebühren zahlen.

LandPunkteEinordnung
Norwegen32,2Rang eins
Singapur27,6Rang zwei
Frankreich26,8Rang drei
Deutschland23,7Rang acht

Infobox – WELT: Norwegen führt den Kosten- und Regulierungsvergleich mit 32,2 Punkten an. Deutschland erreicht mit 23,7 Punkten Rang acht.

Energiekrise rückt Elektromobilität und Kupfer in den Mittelpunkt

Wallstreet Online berichtet, dass die Energiekrise in Europa den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigt. Diesel koste mittlerweile rund 10 % mehr als Super E5, wodurch Autofahrer und Hersteller stärker unter Druck gerieten, auf elektrische Antriebe zu setzen.

Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Kupfer für die neue Fahrzeuggeneration. Der Beitrag stellt heraus, dass ohne Kupfer jedes Elektroauto stillsteht, während steigende Förder- und Verarbeitungskosten des roten Metalls die europäische Wirtschaft belasten.

Als Folgen werden Lieferengpässe, Produktionsstopps und Milliardenschäden genannt. Die begleitende Inflation sowie hohe Beschaffungskosten setzen laut Wallstreet Online insbesondere europäischen Unternehmen zu.

Die Europäische Union reagiert laut dem Bericht mit dem European Critical Raw Materials Act. Kupfer wird dabei als strategischer Schlüsselrohstoff eingestuft. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen mindestens 10 % des europäischen Kupferbedarfs aus heimischem Abbau stammen, während die Recyclingquote auf ein Viertel steigen soll.

Zusätzlich sollen RESourceEU-Programme und der EU-Fonds strategische Bergbau- und Raffinerieprojekte in Europa unterstützen. Als Unternehmen und Werte im Umfeld des Themas nennt der Beitrag unter anderem BYD, Arctic Minerals, VW, Stellantis und Argentina Metals.

Infobox – Wallstreet Online: Die Energiekrise verstärkt den Druck zur Elektrifizierung, verschärft zugleich aber die Aufmerksamkeit für Kupfer als strategischen Rohstoff.

Natrium-Ionen-Akkus sollen günstige Elektroautos ermöglichen

Emobilitaetblog.de beschreibt Natrium-Ionen-Akkus im September 2026 als serienreif, weist aber darauf hin, dass sie im europäischen Endkundenmarkt inklusive Steuern und Zöllen mindestens 19.500 Euro kosten. Die Technik wird vor allem für urbane Pendlerfahrzeuge, Zweitwagen und Carsharing-Flotten eingeordnet.

Ein wesentlicher Vorteil liegt laut Quelle bei der Ladeleistung: Aktuelle Natrium-Akkus lassen sich unter Idealbedingungen in 11 Minuten von 0 auf 100 % aufladen. Zudem behalten sie bei -20 °C noch über 90 % ihrer Kapazität.

Die geringere Energiedichte begrenzt jedoch die Reichweite. Auf der Autobahn liege die Praxisreichweite oft bei 150 bis 200 Kilometern. Als Werte für aktuelle Serien-Natriumzellen, etwa CATL Naxtra, nennt der Beitrag 160 bis 175 Wh/kg.

Für den Gotion-Akku „Gnascent“ würden laut Reddit-Diskussionen 261 Wh/kg in Aussicht gestellt. Der Beitrag ordnet diesen Wert jedoch als Zukunftsmusik ein, da er in echten Großserienfahrzeugen aktuell noch nicht erreicht werde.

Als Modelle ohne Lithium nennt emobilitaetblog.de den BYD Seagull, den Changan Nevo A06 und den Stelato S9. Der BYD Seagull rolle in China bereits zu Preisen um die 9.000 bis 10.000 Euro vom Band. Für Europa werden wegen EU-Strafzöllen, Zulassungsanpassungen und Logistikkosten jedoch mindestens 19.500 bis 21.500 Euro genannt.

Auf Zellebene lagen etablierte LFP-Zellen laut einer Analyse von Seplos teilweise bei 52 US-Dollar/kWh. Natrium-Zellen rangierten demnach noch bei knapp 59 US-Dollar/kWh. Ein stärkerer Preisrückgang bei Natrium werde für 2027 bis 2028 erwartet.

Als weitere Vorteile nennt die Quelle die Verfügbarkeit von Natrium sowie den Verzicht auf Lithium, Kobalt und Nickel. Die Zellen könnten Aluminiumfolien auf beiden Seiten als Stromableiter verwenden und seien thermisch stabil. Für stationäre Speicher sei das höhere Gewicht weniger relevant; dort könnten Natrium-Akkus ihre prognostizierte Lebensdauer von bis zu 50.000 Ladezyklen ausspielen.

Infobox – emobilitaetblog.de: Natrium-Ionen-Akkus punkten bei Ladezeit, Kältefestigkeit und Rohstoffverfügbarkeit, bleiben bei Reichweite und europäischem Endkundenpreis jedoch eingeschränkt.

Ballard Power setzt auf Brennstoffzellen-Lkw und industrielle Nischen

Börse Express berichtet über die strategische Ausrichtung von Ballard Power auf industrielle Nischen und alternative Geschäftsmodelle. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen im Schwerlastverkehr sowie der steigende Energiebedarf stationärer Großverbraucher.

Der Vorstandsvorsitzende von Ballard bezeichnete den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren und Anwendungen künstlicher Intelligenz als Marktchance. Konkrete kurzfristige Aufträge oder finanzielle Zielmarken wurden in diesem Zusammenhang jedoch nicht genannt.

Auch neue Technologien im Nutzfahrzeugbereich wurden präsentiert, ohne dass damit neue Kundenaufträge verbunden waren. Ein laufendes Projekt der Toll Group zeigt laut Börse Express die praktische Anwendung im schweren Güterverkehr.

Die Toll Group nahm zwei mit Ballard-Technologie betriebene Schwerlast-Lkw in Betrieb. Die Fahrzeuge nutzen einen 110-Kilowatt-Motor und transportieren Stahl für BlueScope Steel, während Viva Energy die Betankungsinfrastruktur liefert.

An der Börse blieb die Stimmung zurückhaltend. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,89 Euro und lag damit 28 % unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 2,60 Euro. Seit dem Start des Lkw-Projekts verzeichnete die Aktie laut Quelle ein Minus von 15,1 Prozent.

KennzahlWert
Motorleistung der Lkw110 Kilowatt
Schlusskurs1,89 Euro
200-Tage-Durchschnitt2,60 Euro
Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt28 %
Aktienentwicklung seit ProjektstartMinus von 15,1 Prozent

Infobox – Börse Express: Ballard Power zeigt Brennstoffzellen-Lkw im praktischen Einsatz, muss laut Quelle aber weiterhin auf messbare Großaufträge warten.

Elektroautos erreichen in der EU 2025 einen Rekordanteil

Stadt-Bremerhaven.de berichtet unter Berufung auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat und eine Auswertung des Statistischen Bundesamts über einen neuen Höchststand bei reinen Elektroautos in der Europäischen Union. Im Jahr 2025 waren 17,3 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Stromer.

Zum Vergleich: 2015 lag der Anteil EU-weit noch bei 0,4 Prozent. Hybridfahrzeuge stellten 42,4 Prozent der Neuzulassungen, reine Benziner 27,3 Prozent und Dieselmodelle 9,8 Prozent.

Deutschland erreichte 2025 einen Anteil von 19,1 Prozent reiner Elektroautos und lag damit leicht über dem EU-Durchschnitt. Innerhalb der EU führte Dänemark mit 67,8 Prozent vor den Niederlanden mit 40,2 Prozent und Malta mit 37,6 Prozent.

Die niedrigsten Anteile verzeichneten Kroatien mit 1,9 Prozent, die Slowakei mit 4,7 Prozent und Bulgarien mit 4,9 Prozent. Außerhalb der EU lag Norwegen mit gut 95 Prozent der Neuwagen, die rein elektrisch vom Hof rollten.

Nach absoluten Stückzahlen blieb Deutschland der größte Markt. Rund 545.100 reine Elektroautos wurden 2025 hierzulande neu zugelassen. Damit entfielen 28,9 Prozent der EU-weit 1,89 Millionen neuen Elektrofahrzeuge auf Deutschland.

Frankreich folgte mit 330.900 Stromern und einem Anteil von 17,5 Prozent. Stadt-Bremerhaven.de nennt als Faktoren für den Schub in Deutschland die Förderprämie, teuren Sprit, günstigere Einstiegsmodelle und den Netzausbau.

GebietAnteil reine Elektroautos
Europäische Union17,3 Prozent
Deutschland19,1 Prozent
Dänemark67,8 Prozent
Niederlande40,2 Prozent
Malta37,6 Prozent
Kroatien1,9 Prozent
Slowakei4,7 Prozent
Bulgarien4,9 Prozent
Norwegengut 95 Prozent

Infobox – Stadt-Bremerhaven.de: Reine Elektroautos erreichten 2025 in der EU einen Neuzulassungsanteil von 17,3 Prozent. Deutschland lag mit 19,1 Prozent leicht über dem EU-Durchschnitt und stellte mit rund 545.100 Fahrzeugen den größten Markt nach Stückzahlen.

Dresden bestellt 20 weitere Elektro-Gelenkbusse

Die Dresdner Verkehrsbetriebe bauen ihre Elektrobusflotte aus. Laut busplaner.de hat der Aufsichtsrat den Auftrag über 20 weitere Gelenkelektrobusse beschlossen.

Seit Sommer 2025 liegt den Dresdner Verkehrsbetrieben ein Fördermittelbescheid des Sächsischen Ministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung über 23,5 Mio. Euro vor. Die Förderung betrifft insgesamt 45 moderne Gelenkelektrobusse.

Im März 2026 wurden daraus 18 Einheiten beschafft. Mit den nun beschlossenen 20 weiteren Fahrzeugen soll die DVB-Elektrobusflotte perspektivisch auf insgesamt 58 Stromer wachsen.

Die Auslieferung der neuen Fahrzeuge ist bis Ende 2028 vorgesehen. DVB-Vorstand Mobilität Andreas Hemmersbach begründet die Investition unter anderem mit steigenden Energiepreisen und der langfristigen Wirkung der Fahrzeuge.

„Angesichts steigender Energiepreise – Diesel ist seit Januar im Einkauf um 54 % gestiegen – gewinnt der elektrische Antrieb auch aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend an Bedeutung.“

Infobox – busplaner.de: Dresden erweitert die Elektrobusflotte perspektivisch auf 58 Fahrzeuge. Die Auslieferung der neuen Busse soll bis Ende 2028 erfolgen.

Quellen: