Elektromobilität im Aufwind: Prämie, E-Lkw, Schnelllader und dänischer E-Auto-Boom
Autor: E-Mobil Magazin Redaktion
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Kategorie: News und Updates
Zusammenfassung: Rivians Spinoff Also entwickelt ein softwarezentriertes E-Bike, während Kemfert Speicher und E-Mobilität als Energie- und Standortfaktoren sieht. Fiege baut seine E-Lkw-Flotte aus, Kempower einen britischen Schnellladepark.
E-Bike mit Elektroauto-Charakter: Rivian-Spinoff setzt auf Software
Das Elektroauto-Unternehmen Rivian will ein E-Bike entwickeln, das sich beim Fahren wie ein Elektroauto anfühlt. Das berichtet t3n über das Modell TM-B des Rivian-Spinoffs Also.
Im Mittelpunkt steht laut dem Bericht das Prinzip des „Software Defined Vehicle“. Dabei dient die Hardware als Plattform, während die Software die Funktionen des Fahrzeugs steuert. Rivian entwickelt seit Ende 2024 außerdem die Elektronik für künftige VW-Modelle.
Der Autor beschreibt die Fahrt als schnell, lautlos und mühelos. Das E-Bike soll zügig beschleunigen, Schlaglöcher souverän überwinden und sicher durch Kurven gleiten.
„Ich fahre los, beschleunige schnell, lautlos, mühelos, gleite über Schlaglöcher und sicher durch Kurven. Es macht einfach Spaß.“ – t3n
Infobox – Quelle: t3n
Das TM-B stammt von Also, einem Spinoff des Elektroautoherstellers Rivian. Software soll dabei eine zentrale Rolle für das Fahrerlebnis übernehmen.
DIW-Expertin Kemfert sieht Elektromobilität als Bestandteil einer neuen Energiearchitektur
Die deutsche Industrie benötigt nach Einschätzung von Claudia Kemfert saubere, bezahlbare und resiliente Energie. Dies geht aus einem Beitrag hervor, über den ecomento.de unter Berufung auf Fokus Swiss Online berichtet.
Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energiewirtschaft und Energiepolitik an der Leuphana-Universität in Lüneburg. Sie fordert eine Energiearchitektur, die erneuerbar, dezentral, digital, flexibel und speicherstark ist.
Erneuerbare Energien, Batteriespeicher und digitale Netze könnten laut Kemfert zu einem Standortvorteil werden. Die Transformation könne zudem neue Wertschöpfungsprozesse hervorbringen, etwa in der Batterieproduktion, beim Recycling und in der Kreislaufwirtschaft.
Die fossile Energiekrise habe die Verletzlichkeit des Industriestandortes Deutschland aufgezeigt. Die Abhängigkeit von importierter Kohle, Öl und Gas führe zu hohen Preisen, geopolitischen Risiken und fragilen Lieferketten. Eine Rückkehr zu fossilen Strukturen bezeichnet Kemfert als „energiepolitischen Kurzschluss“.
Batteriespeicher und bidirektionales Laden
Batteriespeicher nehmen laut Kemfert eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Energiesystems ein. Sie können Strom bei hoher Verfügbarkeit von Wind- und Solarenergie aufnehmen und bei steigender Nachfrage bereitstellen.
Auch die Elektromobilität könne Teil der neuen Energiearchitektur werden. Fahrzeugbatterien könnten künftig über bidirektionales Laden nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch Flexibilität bereitstellen. Millionen Elektroautos würden damit zu mobilen Speichern.
Rund um Speicher entstehe eine neue industrielle Wertschöpfungskette. Genannt werden Batterieproduktion, Leistungselektronik, Wechselrichter, Software, Energiemanagementsysteme, Recycling und Kreislaufwirtschaft.
Kemfert plädiert dafür, Batterien nicht als Wegwerfspeicher, sondern als „Rohstoffspeicher“ zu betrachten. Lithium, Nickel, Kobalt, Mangan, Graphit und andere Materialien müssten im Kreislauf gehalten, zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Das könne Importabhängigkeiten reduzieren, Umweltbelastungen senken und industrielle Kompetenzen in Europa schaffen.
„Die Standortgefahr liegt nicht in zu viel Transformation“ – Claudia Kemfert, zitiert von ecomento.de
Deutschland brauche laut Kemfert Technologieklarheit: Erneuerbare Energien sollten das Rückgrat bilden, Batteriespeicher als Stabilitätsanker dienen und Elektrifizierung überall dort eingesetzt werden, wo sie effizient ist. Grüner Wasserstoff solle gezielt dort zum Einsatz kommen, wo direkte Elektrifizierung nicht möglich sei.
Infobox – Quelle: ecomento.de
- Erneuerbare Energien sollen das Rückgrat der Energieversorgung bilden.
- Batteriespeicher sollen zur Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
- Elektroautos könnten über bidirektionales Laden zu mobilen Speichern werden.
- Batterierecycling und Kreislaufwirtschaft gelten als Zukunftsmärkte.
Fiege erweitert elektrische Fernverkehrsflotte auf 25 schwere E-Lkw
Der Logistiker Fiege hat fünf neue Mercedes-Benz eActros 600 übernommen. Die Fahrzeuge sollen die Niederlassungen in Rangsdorf und Bremen verstärken, berichtet TRANSPORT – die Zeitung für den Güterverkehr.
Die fünf Sattelzugmaschinen wurden im Werk von Mercedes-Benz in Wörth übergeben. Fiege treibt damit die Elektrifizierung seines Fuhrparks für emissionsfreie Transporte im Fernverkehr weiter voran.
Christian Thiemann, Managing Director der Fiege-Geschäftseinheit Transport, bezeichnet die Dekarbonisierung des Fuhrparks als zentrale Säule der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Verkehrs- und Transportsektor sei weiterhin einer der größten Emissionstreiber in Deutschland und verfehle die Klimaziele bislang deutlich.
„Die neuen E-Lkw helfen uns, das Thema emissionsfreie Transporte gemeinsam mit unseren Kunden weiter voranzutreiben.“ – Christian Thiemann, zitiert von TRANSPORT
Reichweite und Ladeinfrastruktur
Die eActros 600 verfügen über drei LFP-Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von rund 621 Kilowattstunden. Dadurch sollen die vollelektrischen Fahrzeuge eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ohne Nachladen erreichen.
Mit den fünf zusätzlichen Fahrzeugen steigt die Zahl der schweren E-Lkw in Fieges internationaler Flotte auf 25. In Deutschland sind bereits 17 schwere E-Lkw der Marken Mercedes-Benz, Volvo und Designwerk im Einsatz.
Im Laufe des Augusts soll außerdem ein MAN eGTX am Standort Unna hinzukommen. Für eine möglichst flexible Nutzung investiert Fiege nach eigenen Angaben flächendeckend in den Ausbau der Ladeinfrastruktur.
In Deutschland hat das Unternehmen mittlerweile 20 Schnellladepunkte installiert. Bis Ende des Jahres soll deren Zahl auf 30 steigen. In der Schweiz verfügt Fiege zusätzlich über acht batterieelektrische schwere Lkw; am Standort Oftringen im Kanton Aargau wurde dafür kürzlich ein eigener E-Ladepark eröffnet.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Neue Mercedes-Benz eActros 600 | 5 |
| Schwere E-Lkw in der internationalen Flotte | 25 |
| Gesamtkapazität der drei LFP-Batteriepakete | rund 621 Kilowattstunden |
| Reichweite ohne Nachladen | bis zu 500 Kilometer |
| Schnellladepunkte in Deutschland | 20 |
| Geplante Schnellladepunkte bis Ende des Jahres | 30 |
| Schwere E-Lkw in Deutschland | 17 |
| Zusätzliche batterieelektrische schwere Lkw in der Schweiz | 8 |
Infobox – Quelle: TRANSPORT – die Zeitung für den Güterverkehr
Fiege erhöht seine internationale Flotte auf 25 schwere E-Lkw. Die neuen eActros 600 bieten eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ohne Nachladen.
Kempower und DLL finanzieren Schnellladepark in Großbritannien
Kempower hat sein erstes britisches Ladeprojekt abgeschlossen, das über den Finanzierungspartner DLL geleast wurde. Der Ladepark an einer Tankstelle von Highway Stops Retail Limited in Bedfordshire umfasst acht Schnellladepunkte, berichtet electrive.net.
Das Modell verbindet Hardware-Leasing mit Wartungsdiensten. Betreiber können dadurch die Investitionskosten verteilen und zugleich langfristige operative Unterstützung durch Kempower erhalten.
Die Partnerschaft zwischen Kempower und DLL besteht seit Herbst 2024. Sie wurde in verschiedenen Ländern gestartet, um den europaweiten Ausbau der DC-Schnellladeinfrastruktur zu unterstützen. Das Projekt an der Raststätte Astwick in Bedfordshire ist laut electrive.net das erste britische Vorhaben, das im Rahmen dieses Programms umgesetzt wurde.
Acht CCS2-Ladepunkte an der A1
Der Ladepark liegt an der A1 in Fahrtrichtung Norden bei Hitchin. Zum Einsatz kommen vier „Double Satellite“-Ladestationen von Kempower mit insgesamt acht CCS2-Ladepunkten.
Die Ladestationen sind an zwei „Power Units“ von Kempower angeschlossen. Dadurch sind Ladeleistungen von bis zu 400 kW pro angeschlossenem Fahrzeug möglich.
Shilan Raja, Direktor bei HSRL, bezeichnete die Reaktionen der Branche auf die neuen Ladestationen als durchweg positiv. Die Finanzierung über Kempower und DLL sei ein entscheidender Erfolgsfaktor gewesen.
„Es macht mich daher stolz zu sehen, dass die Ladestationen täglich von E-Auto-Fahrern genutzt werden.“ – Shilan Raja, zitiert von electrive.net
Das Leasingmodell richtet sich insbesondere an kleinere und unabhängige Tankstellenbetreiber, die in die Elektromobilität expandieren möchten. Hohe Anfangsinvestitionen sollen durch die Finanzierungslösung vermieden oder verteilt werden.
Infobox – Quelle: electrive.net
- Standort: Raststätte Astwick in Bedfordshire an der A1 bei Hitchin
- Ladepunkte: 8 CCS2-Ladepunkte
- Ladestationen: 4 „Double Satellite“-Ladestationen
- Power Units: 2
- Ladeleistung: bis zu 400 kW pro angeschlossenem Fahrzeug
Elektroauto-Prämie überschreitet 100.000 Anträge
Die neue Elektroauto-Prämie der Bundesregierung hat knapp drei Monate nach ihrem Start die Marke von 100.000 Anträgen überschritten. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die der Redaktion vorliegen.
Nach Auskunft der Behörde gingen bis zum 4. August 102.539 Anträge ein. Mehr als 28.000 davon wurden bislang bewilligt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Eingegangene Anträge bis zum 4. August | 102.539 |
| Bislang bewilligte Anträge | mehr als 28.000 |
Die ersten Daten geben laut Handelsblatt einen Einblick darin, welche Einkommensgruppen besonders stark von der staatlichen Förderung profitieren. Weitere Angaben zu den einzelnen Einkommensgruppen enthält der bereitgestellte Quelltext nicht.
Infobox – Quelle: Handelsblatt
Bis zum 4. August wurden 102.539 Anträge auf die neue Elektroauto-Prämie gestellt. Mehr als 28.000 Anträge waren zu diesem Zeitpunkt bewilligt.
Dänemark meldet 97 Prozent Elektroauto-Anteil bei privaten Neuwagenkäufen
In Dänemark entfielen im Juli vier von fünf Pkw-Neuzulassungen auf Elektroautos. Bei privaten Käufern lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge sogar bei 97 Prozent, berichtet VISION mobility.
Im Juli wurden in Dänemark 14.562 neue Personenkraftwagen zugelassen. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach Angaben von Mobility Denmark waren 11.672 davon Elektroautos.
Damit erreichten batterieelektrische Fahrzeuge insgesamt einen Marktanteil von 80,2 Prozent. Bei privaten Neuwagenkäufen lag der Anteil bei 97 Prozent.
Seit Jahresbeginn wurden 115.580 neue Pkw zugelassen. Das sind 11,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos stieg im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 25,8 Prozent.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Pkw-Neuzulassungen im Juli | 14.562 |
| Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat | Plus von 5,5 Prozent |
| Im Juli zugelassene Elektroautos | 11.672 |
| Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge | 80,2 Prozent |
| Elektroauto-Anteil bei privaten Neuwagenkäufen | 97 Prozent |
| Pkw-Neuzulassungen seit Jahresbeginn | 115.580 |
| Veränderung seit Jahresbeginn | 11,9 Prozent mehr |
| Wachstum der Elektroauto-Neuzulassungen im Juli | 25,8 Prozent |
Steuerpolitik als möglicher Bremsfaktor
Gleichzeitig rückt die künftige Besteuerung von Elektrofahrzeugen in den Fokus. Die derzeit reduzierte Zulassungssteuer für Elektroautos soll nach dem Jahreswechsel schrittweise angehoben werden.
Mobility Denmark befürchtet, dass dadurch viele beliebte Modelle teurer werden und der weitere Hochlauf der Elektromobilität gebremst werden könnte. Eine Expertengruppe arbeitet unter anderem an Vorschlägen zur Abschaffung der Zulassungssteuer für Elektroautos.
„Eine Regierung, die sich selbst als die grünste aller Zeiten bezeichnet, sollte die Steuer nicht erhöhen, sondern sie dauerhaft abschaffen – zum Nutzen von Klima und Umwelt“, sagt Mads Rørvig, Geschäftsführer von Mobility Denmark.
Nach Einschätzung des Verbandes könnten 2027 rund eine Million Elektroautos auf dänischen Straßen unterwegs sein. Das entspräche etwa jedem dritten Personenkraftwagen im Land.
Mit der Rückkehr des dänischen Parlaments nach der Sommerpause dürfte die Ausgestaltung der Fahrzeugbesteuerung zu einem zentralen politischen Thema werden.
Infobox – Quelle: VISION mobility
Dänemark erreichte im Juli einen Elektroauto-Marktanteil von 80,2 Prozent und bei privaten Neuwagenkäufen 97 Prozent. Zugleich könnte eine geplante Anhebung der Zulassungssteuer den weiteren Markthochlauf beeinflussen.
Quellen:
- Schnell von der Ampel los: Dieses E-Bike beschleunigt wie ein Elektroauto
- DIW-Expertin Kemfert: E-Mobilität kann Teil neuer Energiearchitektur werden
- Fiege: Fünf neue E-Lkw – Flotte wächst auf 25 elektrische Trucks
- Kempower startet Leasing für Ladestationen in Großbritannien
- Elektromobilität: Diese Haushalte profitieren am stärksten von der E-Auto-Prämie
- Dänemark: Elektroautos erreichen bei Privatkäufern 97 Prozent Marktanteil