Elektromobilität im Überblick: Lade-Streit, E-Lkw und neue Förderdebatten

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Ladehürden, leistungsfähige E-Lkw, Kostenvorteile von E-Autos und Forderungen nach europäischer Wertschöpfung bei Förderungen.

Pressespiegel Elektromobilität: Ladeprobleme, neue E-Lkw und politische Debatten

Bordsteinabsenkung für private Ladestelle sorgt in Mönchengladbach für Streit

Andrea und Dirk Winnikes haben sich in diesem Jahr für ein E-Auto entschieden und wollten ihr Fahrzeug direkt vor der Haustür laden können. Dafür sollte der Bordstein abgesenkt werden, wie es beim Stellplatz ihres Nachbarn bereits geschehen ist.

Nach Darstellung von RP Online wurde den Winnikes die notwendige Baumaßnahme jedoch verwehrt. Das Paar berichtet von monatelangem Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden und sieht sich dabei einem Wirrwarr aus Widersprüchen gegenüber.

Für die Betroffenen ist besonders schwer nachvollziehbar, weshalb der Nachbar seinen Stell- und Ladeplatz einrichten durfte, während ihr eigener Antrag auf Schwierigkeiten stößt. Eine konkrete Erklärung, die den Unterschied zwischen beiden Fällen verständlich macht, konnten sie nach den Angaben der Quelle bislang nicht erhalten.

„Warum sollte es also beim Ehepaar Winnikes ein Problem sein?“

Zusammenfassung: In Mönchengladbach zeigt der Fall der Familie Winnikes, dass private Ladeplätze nicht allein von der Entscheidung für ein E-Auto abhängen. Eine bereits genehmigte Bordsteinabsenkung beim Nachbarn hat die Erwartungen des Paares zusätzlich verstärkt.

BYD kündigt elektrischen 44-Tonnen-Sattelschlepper für Europa an

BYD hat auf der IAA Transportation 2026 in Hannover den batterieelektrischen Sattelschlepper ETT 44 vorgestellt. Das Fahrzeug ist für ein Gesamtzuggewicht von 44 Tonnen ausgelegt und soll ab 2027 an europäische Kunden ausgeliefert werden.

Wie heise online berichtet, erweitert BYD sein Angebot elektrischer Nutzfahrzeuge in Europa damit auf eine Spanne von 3,5 bis 44 Tonnen. Der ETT 44 wurde von Grund auf als Elektrofahrzeug entwickelt und basiert nicht auf einer Verbrennerplattform.

MerkmalAngabe
Batterie651 kWh
BatterietechnikBlade-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen
Reichweitebis zu 600 Kilometer
Nennleistungetwa 555 kW
Spitzenleistungrund 750 kW
Gesamtzuggewicht44 Tonnen

Über den CCS2-Anschluss soll der ETT 44 mit bis zu 420 Kilowatt laden. Ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent soll dabei rund 60 Minuten dauern.

Mit dem Megawatt Charging System, das BYD unter dem Namen „FLASH Charging“ vermarktet, soll die Ladeleistung über 1,5 Megawatt erreichen. Der gleiche Ladevorgang soll damit rund 20 Minuten dauern und etwa 400 Kilometer zusätzliche Reichweite ermöglichen.

„Weniger Zeit beim Laden, mehr Zeit auf der Straße.“

Als besonderes Verkaufsargument nennt BYD eine Batteriegarantie von zehn Jahren beziehungsweise 1,2 Millionen Kilometern. Diese Garantie ist laut dem Bericht standardmäßig im Kaufpreis enthalten.

Der ETT 44 hat außerdem eine Fünf-Sterne-Bewertung im Euro-NCAP-Programm für schwere Nutzfahrzeuge erhalten. Konkrete Listenpreise hat BYD bislang nicht veröffentlicht.

Eine Analyse von Transport & Environment nennt für europäische schwere Elektro-Lkw im Schnitt rund 320.000 Euro. Die Zielpreise chinesischer Hersteller werden mit 225.000 bis 250.000 Euro angegeben, was einem Unterschied von etwa 30 Prozent entspricht. Über fünf Jahre könne sich laut der Analyse eine mögliche Ersparnis von rund 43.000 Euro ergeben.

Nach Angaben des International Council on Clean Transportation liegen die Gesamtkosten eines Elektro-Lkw in Deutschland bereits heute rund 11 Prozent unter denen eines vergleichbaren Diesel-Fahrzeugs im Fernverkehr. Als Gründe nennt der Bericht die Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw und die CO₂-basierte Dieselmaut.

BYD setzt zugleich auf eine Fertigung innerhalb der Europäischen Union. In Ungarn entsteht ein Montagewerk für schwere Fahrzeuge mit einer Zielkapazität von rund 5000 Einheiten pro Jahr.

Für in China produzierte Elektrofahrzeuge erhebt die EU derzeit Zusatzzölle von 17 Prozent für BYD sowie 10 Prozent regulären Einfuhrzoll. Ob dieser Zollsatz auch für Lkw gelten wird, wurde laut heise online noch nicht kommuniziert.

Auf der IAA zeigte BYD neben dem ETT 44 neue Fahrgestelle in 4x2- und 6x2-Konfiguration. Dazu gehören eine 26-Tonnen-Wechselbrücken-Ausführung und ein 26-Tonnen-Abrollkipper. Außerdem gab der Hersteller einen Ausblick auf ein leichtes urbanes Modell.

Zusammenfassung: Der BYD ETT 44 verbindet 44 Tonnen Gesamtzuggewicht mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern, Ladeleistungen bis über 1,5 Megawatt und einer Batteriegarantie von zehn Jahren beziehungsweise 1,2 Millionen Kilometern. Die Markteinführung in Europa ist ab 2027 vorgesehen.

Capital: E-Auto kann über fünf Jahre 63.000 Euro günstiger sein

Capital berichtet unter der Überschrift „Ein Verbrenner lässt sich nicht mehr schönrechnen“ über die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen einem Elektroauto und einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Im Mittelpunkt stehen die hohen Spritpreise und deren Einfluss auf die Gesamtkosten.

Der Beitrag trägt den Titel „E-Auto statt Verbrenner: So lassen sich 63.000 Euro sparen“. Die Quelle stellt damit eine mögliche Ersparnis von 63.000 Euro in den Mittelpunkt des Vergleichs.

Der Artikel ordnet die steigenden Kosten für Benzin und Diesel als wichtigen Faktor bei der Fahrzeugwahl ein. Nach der Darstellung von Capital wird es dadurch schwieriger, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Kostenvergleich wirtschaftlich darzustellen.

Zusammenfassung: Capital stellt die Kostenfrage in den Mittelpunkt und beziffert die mögliche Ersparnis beim Wechsel vom Verbrenner zum E-Auto mit 63.000 Euro.

SPD-Politiker fordert europäische Wertschöpfung als Voraussetzung für E-Auto-Förderung

Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori fordert Änderungen bei der staatlichen Förderung von Elektroautos. Nach Angaben der Berliner Morgenpost soll die Förderung künftig stärker daran geknüpft werden, dass die Fahrzeuge tatsächlich in Europa hergestellt werden.

Mansoori will für eine entsprechende Regelung in der Wirtschaftsministerkonferenz werben. Eine Beschränkung auf deutsche Autos hält er aus EU-rechtlichen Gründen für problematisch, eine Vorgabe für in Europa hergestellte Fahrzeuge dagegen für möglich.

„Drei Viertel, 80 Prozent, des Fahrzeugs müssten schon in Europa hergestellt sein.“

Eine bloße Vertriebsgesellschaft in Europa dürfe nach Mansooris Auffassung nicht ausreichen, da sich eine solche Regelung leicht umgehen lasse. Besonders wichtig sei die Batterie, weil sie für die Wertschöpfungs- und Fertigungstiefe von Elektroautos entscheidend sei.

Die Bundesregierung hat die neue E-Auto-Förderung zum 1. Januar 2026 eingeführt. Anträge können seit Mai gestellt werden. Privatpersonen können beim Kauf oder Leasing eines Neuwagens je nach Einkommen, Familiengröße und Antriebsart zwischen 1500 und 6000 Euro erhalten.

FörderprogrammAngabe
Beginn1. Januar 2026
Antragstellungseit Mai
Förderhöhezwischen 1500 und 6000 Euro
Gesamtbudgetdrei Milliarden Euro
Zeitraumbis 2029
Fahrzeugerund 800.000

Die Förderung soll neben dem Klimaschutz ausdrücklich auch die deutsche Autoindustrie stärken. Derzeit können jedoch auch Elektroautos chinesischer Hersteller für den Zuschuss infrage kommen.

Mansoori kritisierte außerdem, dass Beschäftigte für Fehlentscheidungen der Autoindustrie bezahlen könnten. Dieselskandal und verschlafene Antriebswende seien nicht in den Werkshallen entschieden worden, sondern in den Vorstandsetagen.

Für die deutsche Autoindustrie forderte der SPD-Politiker eine stärkere Konzentration auf Qualität und technologische Überlegenheit. Den früheren Innovationsvorsprung habe Deutschland aus vielen Gründen verloren; der Wettbewerbsvorteil solle deshalb nicht primär über den Preis definiert werden.

Zusammenfassung: Kaweh Mansoori fordert eine europäische Wertschöpfungstiefe als Bedingung für die E-Auto-Förderung. Im Raum steht eine Vorgabe von „Drei Viertel, 80 Prozent“ europäischer Herstellung, während das bestehende Programm bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro für rund 800.000 Fahrzeuge vorsieht.

E-Auto-Leasing über das Bruttogehalt soll weiteren Beschäftigten offenstehen

Die Kazenmaier Leasing GmbH erweitert ihr Angebot um ein Dienstautoleasing für Elektroautos per Entgeltumwandlung. Dadurch sollen auch Beschäftigte ohne klassischen Firmenwagenanspruch ein Elektrofahrzeug über ihr Bruttogehalt finanzieren können.

Wie VISION mobility berichtet, bleibt der Arbeitgeber Leasingnehmer, muss die monatliche Leasingrate jedoch nicht übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über eine Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt.

Das Modell orientiert sich am Dienstradleasing. Das Unternehmen schließt den Leasingvertrag ab und überlässt das Fahrzeug dem Beschäftigten für die private und geschäftliche Nutzung.

Kazenmaier konzentriert das Angebot auf vorkonfigurierte Elektroautos aus mehreren Fahrzeugklassen. Die Auswahl reicht vom Kleinwagen bis zum SUV. Großkundenkonditionen sollen an die Kunden weitergegeben werden.

„Damit ermöglichen wir auch Mitarbeitenden ohne klassischen Firmenwagenanspruch den Zugang zu Elektromobilität.“

Vor der Fahrzeugauswahl muss der Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit Kazenmaier abschließen. Darin wird unter anderem geregelt, welche Mitarbeitenden teilnehmen dürfen und welche maximale Umwandlungsrate gilt.

Auch die konkrete Fahrzeugbestellung benötigt die Freigabe des Arbeitgebers. Beschäftigte können zuvor in einem Online-Portal anhand persönlicher Parameter die monatliche Leasingrate und die Auswirkungen auf ihren Nettolohn berechnen.

Die Leasingrate umfasst wesentliche Leistungen wie Versicherung, Wartung und Reifen. Die individuellen Ladestromkosten müssen die Beschäftigten zusätzlich tragen.

Das Fahrzeug steht für den vereinbarten Leasingzeitraum zur Verfügung. Eine anschließende Übernahme ist nicht vorgesehen, sodass für die Beschäftigten kein Restwertrisiko entstehen soll.

Für batterieelektrische Dienstwagen nennt der Anbieter außerdem steuerliche Vorteile. Bis zu einem Bruttolistenpreis von 100.000 Euro kann für die Besteuerung des geldwerten Vorteils ein Viertelprozent des Bruttolistenpreises angesetzt werden.

Zusätzlich verweist Kazenmaier auf die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer bis einschließlich 2035. Durch die Entgeltumwandlung können sich laut Anbieter zudem Einsparungen bei den Sozialabgaben ergeben.

Zusammenfassung: Das Dienstautoleasing erweitert den Zugang zu Elektroautos über den Kreis klassischer Firmenwagenberechtigter hinaus. Der Arbeitgeber bleibt Vertragspartner und entscheidet über Rahmenbedingungen sowie Fahrzeugfreigaben, während die Leasingrate über das Bruttogehalt der teilnehmenden Beschäftigten finanziert wird.

Volkswagen meldet drei Rekorde für das Konzeptfahrzeug Mission Efficiency

Volkswagen hat das vollständig elektrische Konzeptfahrzeug Mission Efficiency vorgestellt. Laut GameStar.de basiert es auf der Technik des Polo.ID und hat drei offizielle Weltrekorde für Aerodynamik und Verbrauch aufgestellt, die vom Rekord-Institut für Deutschland zertifiziert wurden.

Der Mission Efficiency erreicht laut Hersteller einen cW-Wert von 0,158. Damit soll er die niedrigste Luftwiderstandszahl aller straßenzugelassenen Autos besitzen.

Rekord beziehungsweise MesswertAngabe
cW-Wert0,158
Verbrauch bei Idealfahrt6,48 kWh/100 km
Geschwindigkeit bei Idealfahrt68 km/h
Strecke Wolfsburg–Wien1.278,36 Kilometer
Realverbrauch ohne Ladeverluste6,89 kWh/100 km
Batterie54,9 kWh
Restreichweite in Wien164 Kilometer

Bei einer Idealfahrt mit konstant 68 km/h, ohne Steigungen und mit abgeschalteter Klimaanlage, soll das Fahrzeug 6,48 kWh je 100 Kilometer verbraucht haben. Die Fahrt von Wolfsburg über Polen und Tschechien nach Wien umfasste insgesamt 1.278,36 Kilometer.

Für diese Strecke nennt Volkswagen einen Realverbrauch von 6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste. Die 54,9 kWh große Batterie wurde laut Hersteller nur einmal nachgeladen; in Wien sollen noch 164 Kilometer Restreichweite verfügbar gewesen sein.

Die technische Grundlage bildet die MEB+-Plattform mit Frontantrieb und einer 99-kW-E-Maschine mit 135 PS, wie sie auch der ID. Polo nutzt. Den größten Anteil an den Rekordwerten schreibt Volkswagen der Aerodynamik zu.

Die Räder sind laut Hersteller für 25 bis 30 Prozent des Luftwiderstands verantwortlich. Neue, patentierte Felgendeflektoren sollen Luftverwirbelungen verringern.

Ob aus dem Mission Efficiency ein Serienmodell wird, ist bislang nicht kommuniziert. Volkswagen bezeichnet das Fahrzeug als Technologieleuchtturm, der das Effizienzpotenzial der aktuellen MEB+-Generation zeigen soll.

Wahrscheinlicher als ein eigenes Serienmodell sei laut dem Bericht, dass einzelne Bausteine wie Felgendeflektoren, Reifen oder eine neue Heckbremse in kommenden ID.-Modellen eingesetzt werden.

Zusammenfassung: Der Mission Efficiency soll mit einem cW-Wert von 0,158, einem Verbrauch von 6,89 kWh/100 km auf einer Strecke von 1.278,36 Kilometern und einer Reichweite von 164 Kilometern nach der Fahrt drei Elektro-Rekorde aufgestellt haben. Eine Serienproduktion des Konzeptfahrzeugs ist bislang nicht kommuniziert.

Quellen: