Elektromobilität im Wandel: Gebrauchte E-Autos holen deutlich auf

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

Veröffentlicht:

Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Die Elektromobilität gewinnt besonders im Gebrauchtwagensegment an Fahrt, während neue E-Autos wie der Ioniq 6 mit Effizienz und schneller Ladeleistung überzeugen.

Gebrauchte Elektroautos gewinnen an Bedeutung

Der Wechsel zur Elektromobilität erreicht laut einer Auswertung der HUK Coburg zunehmend den Gebrauchtwagenmarkt. Von den Privatkunden, die im zweiten Quartal ihr bei der HUK versichertes Auto wechselten, stiegen annähernd 12 Prozent von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto um.

Damit lag der Anteil doppelt so hoch wie im Gesamtjahr 2025 und erreichte den höchsten Quartalswert seit Beginn der Erhebung Anfang 2020. Bei Neuwagen lag die Wechselquote bei 24,9 Prozent und übertraf damit den Rekord von Ende 2022 um 1,8 Punkte.

Besonders deutlich fiel der Anstieg bei gebrauchten Fahrzeugen aus. In diesem Bereich kletterte die Quote auf 7,9 Prozent, einen neuen Höchstwert und mehr als das Doppelte des Vorjahresquartals. Der Gebrauchtwagenmarkt ist in Deutschland mehr als doppelt so groß wie der Neuwagenmarkt.

Auch die jährliche Fahrleistung spielt eine Rolle: Vielfahrer mit mehr als 12.000 Kilometern pro Jahr wechselten noch häufiger zu einem Elektroauto. HUK-Coburg-Vorstand Jörg Rheinländer führt den Trend unter anderem auf stark gestiegene Spritpreise zurück und bezeichnet elektrische Gebrauchtwagen als möglichen „Gamechanger“.

„Der Hochlauf der Elektromobilität hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch die stark gestiegenen Spritpreise“, sagt Jörg Rheinländer von der HUK Coburg.

Rheinländer sieht zudem Potenzial in einer Ausweitung der staatlichen E-Autoprämie auf Käufer gebrauchter Elektroautos. Bei den Neuzulassungen im Juli lag VW laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes mit gut 10.000 reinen Stromern vorn; seit Jahresbeginn waren es fast 60.000. Im Juli folgten BMW und Skoda mit 7.700 beziehungsweise 6.400 Fahrzeugen, seit Jahresbeginn lag Skoda mit 43.100 vor BMW mit 38.700.

Infobox: Die HUK Coburg meldet für das zweite Quartal eine Wechselquote von 12 Prozent bei Privatkunden. Bei gebrauchten Elektroautos lag der Anteil bei 7,9 Prozent, bei Neuwagen bei 24,9 Prozent.

Immer mehr Versicherte wechseln zum Elektroauto

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über den wachsenden Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb. Jeder achte Kunde der HUK Coburg, der im zweiten Quartal sein Auto wechselte, entschied sich demnach für einen Stromer.

Der Anteil von 12 Prozent umfasst sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen und markiert laut der von der Deutschen Presse-Agentur übernommenen Meldung den höchsten Quartalswert seit Einführung der Erhebung Anfang 2020. Im Gesamtjahr 2025 hatte der Anteil bei der Hälfte dieses Wertes gelegen.

Bei Neuwagen erreichte der Anteil der Wechsel zu reinen Elektroautos 24,9 Prozent. Im Gebrauchtwagensegment stieg die Quote auf 7,9 Prozent und damit auf mehr als das Doppelte des Vorjahresquartals.

Die Entwicklung wird insbesondere bei Vielfahrern sichtbar, die mehr als 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. Als Gründe werden die gestiegenen Spritpreise sowie die zunehmende Verfügbarkeit gebrauchter Elektroautos genannt.

Infobox: Nach Darstellung der Süddeutschen Zeitung nimmt die Elektromobilität inzwischen auch im Gebrauchtwagenbereich deutlich an Fahrt auf. Quelle der zugrunde liegenden Auswertung ist die HUK Coburg.

Ausgemusterte E-Auto-Batterien erhalten ein zweites Leben

Der NDR berichtet über ein Konzept, bei dem ausgemusterte Batterien aus Elektroautos in Häusern und Siedlungen weiterverwendet werden. Unternehmer Nick Zippel und sein Team installieren die Akkus als stationäre Speicher.

Die Batterien werden damit nach ihrem Einsatz im Fahrzeug nicht unmittelbar entsorgt, sondern für die Speicherung elektrischer Energie genutzt. Laut NDR wurden solche Akkus bislang verbrannt.

Das Verfahren verbindet die Energiewende mit einer weiteren Nutzung bereits hergestellter Batteriesysteme. Die aus Elektroautos stammenden Speicher sollen in Gebäuden und Siedlungen eingesetzt werden.

Der Beitrag wurde im „Hamburg Journal“ vom 10.08.2026 ausgestrahlt. Weitere technische Angaben, Kapazitäten oder Kosten nennt der vorliegende NDR-Inhalt nicht.

Infobox: NDR beschreibt die stationäre Nutzung ausgemusterter E-Auto-Akkus in Häusern und Siedlungen. Ziel ist ein zweites Leben für Batterien, die bislang verbrannt wurden.

Hyundai Ioniq 6 Facelift überzeugt im ADAC-Test mit Effizienz

Der ADAC hat das Facelift des Hyundai Ioniq 6 getestet. Die elektrische Limousine bleibt stark auf Aerodynamik ausgerichtet, erhält seit 2025 jedoch eine überarbeitete Front, ein verändertes Heck und eine neue N-Line mit sportlicherer Optik.

Die Motorhaube fällt höher aus, die Tagfahrleuchten sind deutlicher von den Hauptscheinwerfern getrennt. Am Heck ersetzt Hyundai den bisherigen markanten Spoiler durch eine weiter nach hinten gezogene Lösung; horizontale Gestaltungselemente sollen das Fahrzeug breiter wirken lassen.

Im Innenraum wurden unter anderem das Lenkrad, Teile der Türverkleidungen und die Mittelkonsole überarbeitet. Zusätzliche Direktwahltasten für Sitzheizung, Lenkradheizung und Kamerasystem verbessern laut ADAC die Bedienbarkeit. Das 12,25-Zoll-Multimedia-Display wird durch klassische Bedienelemente ergänzt, was zu einer Bedienungsnote von 1,9 führt.

Zur Ausstattung gehören Wireless Apple CarPlay, Android Auto, App-Steuerung, eine 230-Volt-Steckdose und Vehicle-to-Load. Eine Wärmepumpe sowie die Batterie-Vorkonditionierung sind serienmäßig. Bei 130 km/h maß der ADAC ein Innengeräusch von 64,4 dB(A).

Die getestete Heckantriebsversion verfügt über 168 kW beziehungsweise 229 PS und 350 Nm Drehmoment. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert sie in 7,4 Sekunden; von 60 auf 100 km/h vergehen 3,6 Sekunden, von 80 auf 120 km/h 4,6 Sekunden.

Im ADAC-Test verbrauchte der Ioniq 6 einschließlich Ladeverlusten 17,0 kWh pro 100 Kilometer. Daraus ergab sich eine Reichweite von 532 Kilometern. Der vom Hersteller angegebene cw-Wert beträgt 0,22.

Die 800-Volt-Technik ermöglicht laut ADAC eine Ladeleistung von bis zu 265 kW; Hyundai gibt 260 kW an. Der Ladezustand steigt von 10 auf 80 Prozent in 18 Minuten, nach 10 Minuten am Schnelllader stehen bis zu 257 Kilometer zusätzliche Reichweite zur Verfügung.

Leistung168 kW / 229 PS
Drehmoment350 Nm
Verbrauch im ADAC-Test17,0 kWh/100 km
Reichweite im ADAC-Test532 km
Ladeleistung im Testbis zu 265 kW
Ladezeit von 10 auf 80 Prozent18 Minuten
Kofferraumvolumen405 / 760 Liter
Bremsweg aus 100 km/h37,9 m
Grundpreis55.300 Euro
Testwagenpreis58.650 Euro

Beim Fahrverhalten bescheinigt der ADAC dem Hyundai hohe Fahrstabilität und ein agiles, gut kontrollierbares Verhalten im Ausweichtest. Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt. Kritisch bewertet werden der Bremsweg von 37,9 Metern aus 100 km/h, die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond, die kleine Kofferraumöffnung sowie auffällige Spaltmaße und Auffälligkeiten an der Heckklappe des Testwagens.

Die getestete Version Hyundai Ioniq 6 (84 kWh) Centriq kostet in der Basis 55.300 Euro, der Testwagen inklusive Extras 58.650 Euro. Hyundai gewährt 5 Jahre Fahrzeuggarantie; für die Hochvoltbatterie gelten 8 Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie.

Infobox: Der ADAC hebt beim Ioniq 6 vor allem Verbrauch, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Bedienung und Fahrstabilität hervor. Schwächen sieht der Automobilclub unter anderem beim Kofferraum, bei der Kopffreiheit im Fond und beim Bremsweg.

Porsche Cayenne Turbo Coupé: 850 kW und 1156 PS im Test

Heise online testet das elektrische Porsche Cayenne Turbo Coupé und beschreibt ein Fahrzeug, das extreme Leistung mit einer alltagstauglichen Bedienung verbindet. Mit Launch Control stellt der Porsche 850 kW Motorleistung bereit, was 1156 PS entspricht; das maximale Drehmoment beträgt 1500 Nm.

Der Sprint auf 100 km/h dauert 2,5 Sekunden. Bis 200 km/h benötigt das Fahrzeug 7,4 Sekunden. Trotz dieser Leistungswerte beschreibt heise online den Cayenne im Alltag als feinfühlig und einfach fahrbar.

Das Fahrzeug ist seit 2025 auf dem Markt und misst 4,99 Meter in der Länge, 1,98 Meter in der Breite und 1,65 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 3,02 Meter. Die Antriebe reichen von 300 bis 850 kW, die Batterie hat eine Kapazität von 108 kWh.

Für längere Strecken nennt heise online eine echte Autobahnreichweite von gut 450 Kilometern. Die Ladezeit beträgt 16 Minuten. Damit gehört der Cayenne Turbo trotz seiner Größe und Leistung zu den Fahrzeugen, bei denen die Ladepause kurz ausfällt.

Beim Fahrwerk empfiehlt der Test insbesondere den Wank- und Nickausgleich Porsche Active Ride sowie die Hinterradlenkung. Der Wankausgleich soll in engen und langgezogenen Kurven für zusätzliche Souveränität sorgen.

Motorleistung850 kW
Leistung1156 PS
Drehmoment1500 Nm
Beschleunigung auf 100 km/h2,5 Sekunden
Batterie108 kWh
Autobahnreichweitegut 450 Kilometer
Ladezeit16 Minuten
Preis Turbo Coupémindestens 168.500 Euro
Extras des Testwagens56.920 Euro

Die Basisversion mit Steilheck kostet 105.200 Euro, das Turbo Coupé mindestens 168.500 Euro. Beim Testwagen kamen 56.920 Euro für Extras hinzu; davon entfielen 9294 Euro auf die Keramikbremsen.

Heise online verweist außerdem auf die weltweiten Porsche-Auslieferungen im Jahr 2025. Insgesamt waren es 279.449 Fahrzeuge, darunter 84.328 Macan und 80.886 Cayenne.

Infobox: Der Porsche Cayenne Turbo Coupé verbindet 850 kW, 1156 PS und 1500 Nm mit einer Ladezeit von 16 Minuten. Der Preis beginnt bei mindestens 168.500 Euro, der getestete Wagen erhielt Extras für 56.920 Euro.

Großbritannien plant Kilometerabgabe für Elektroautos

Die Frankfurter Rundschau berichtet über eine geplante Kilometersteuer für Elektroautos in Großbritannien. Ab Frühjahr 2028 soll dort für jeden mit einem Elektroauto gefahrenen Kilometer eine zusätzliche Abgabe erhoben werden.

Die sogenannte Electric Vehicle Excise Duty sieht für reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge einen Aufschlag von drei Pence pro Meile vor. Das entspricht rund 2,2 Cent pro Kilometer. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern werden rund 220 Euro fällig.

Für Plug-in-Hybride ist die Hälfte der Abgabe vorgesehen. Dort sollen 1,5 Pence pro Meile beziehungsweise etwa 1,1 Cent pro Kilometer anfallen. Bei 10.000 Kilometern entspricht dies rund 110 Euro.

Reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge3 Pence pro Meile
Reine Elektro- und Wasserstofffahrzeugerund 2,2 Cent pro Kilometer
Bei 10.000 Kilometernrund 220 Euro
Plug-in-Hybride1,5 Pence pro Meile
Plug-in-Hybrideetwa 1,1 Cent pro Kilometer
Plug-in-Hybride bei 10.000 Kilometernrund 110 Euro

Die Fahrer sollen ihren Kilometerstand künftig jährlich selbst angeben. Eine Überprüfung ist beim jährlichen Gegenstück zum deutschen TÜV vorgesehen. Als Begründung wird die Beteiligung von Elektroautos an den Infrastrukturkosten genannt, da bislang vor allem Verbrenner über die Kraftstoffsteuer Einnahmen für den Straßenbau liefern.

Die Frankfurter Rundschau stellt der britischen Regelung die deutsche Steuerstruktur gegenüber. Die Energiesteuer beträgt demnach bei Benzin 65,45 Cent pro Liter und bei Diesel 47,04 Cent pro Liter. Die Stromsteuer liegt bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Bei einem Benziner mit einem Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometern fließen laut dem Bericht 4,58 Euro Energiesteuer an den Staat. Ein Elektroauto bringt beim Laden zu Hause auf derselben Strecke rund 41 Cent ein. Bei einer Jahresleistung von 10.000 Kilometern können dem Staat dadurch pro Fahrzeug über 400 Euro fehlen.

Als mögliche Modelle für Deutschland nennt der Bericht eine kilometerabhängige Straßennutzungssteuer, eine Abgabe auf Ladestrom, eine Pkw-Maut für alle Antriebsarten oder eine Anpassung der Kfz-Steuer. Eine kilometerabhängige Lösung wäre technisch und administrativ aufwendig; eine Erhebung auf Ladestrom wäre insbesondere bei privaten Wallboxen und Photovoltaikanlagen schwer lückenlos umzusetzen.

Eine allgemeine Infrastrukturabgabe könnte Verbrenner zusätzlich belasten, solange die Spritsteuer bestehen bleibt. Als wahrscheinlichstes Modell wird eine Anpassung der Kfz-Steuer bezeichnet, etwa nach Gewicht, Leistung oder Batteriegröße.

Eine Expertin bezeichnet eine schnelle Einführung in Deutschland als „das falsche Instrument“.

Kurzfristig müssen deutsche E-Autofahrer laut Frankfurter Rundschau keine neue Kilometersteuer befürchten. Wer sein Elektrofahrzeug bis Ende 2030 erstmals zulässt, zahlt bis zu zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer; spätestens endet die Befreiung Ende 2035.

Langfristig könnte die Finanzierung des Straßennetzes jedoch erneut zum Thema werden, wenn der Anteil der Verbrenner sinkt und damit Einnahmen aus der Spritsteuer zurückgehen. Der Bericht erwartet, dass die Debatte spätestens in den 2030er-Jahren an Bedeutung gewinnt, wenn die derzeitigen Steuerbefreiungen auslaufen.

Infobox: Großbritannien plant ab Frühjahr 2028 eine Abgabe von drei Pence pro Meile für reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge. In Deutschland gilt laut Frankfurter Rundschau zunächst weiterhin die Kfz-Steuerbefreiung für bis Ende 2030 erstmals zugelassene Elektrofahrzeuge.

Quellen: