Uscale-Studie: Praktische Hürden bremsen den Umstieg auf Elektroautos

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Uscale zufolge bremsen vor allem Kosten, Ladezugang und Gebrauchtwagenangebot den Umstieg; nur knapp zehn Prozent lehnen Elektroautos grundsätzlich ab.

Uscale-Studie: Praktische Hürden bremsen den Umstieg auf Elektroautos

Nur knapp jeder zehnte Verbrenner-Fahrende in Deutschland lehnt den Wechsel auf ein Elektroauto grundsätzlich ab. Eine konkrete Kaufbereitschaft lässt sich daraus laut der „EV Adopter Persona Study 2026“ jedoch nicht ableiten.

Für die Untersuchung befragte Uscale im Juni 2026 insgesamt 1.066 Verbrenner-Fahrende in Deutschland. Die Studie teilt die Befragten in verschiedene Gruppen ein und unterscheidet dabei zwischen grundsätzlicher Ablehnung, praktischen Hindernissen, Zufriedenheit mit dem bestehenden Fahrzeug sowie einer bereits vorhandenen Offenheit gegenüber Elektroautos.

Rund die Hälfte scheitert an praktischen Voraussetzungen

Rund die Hälfte der Befragten zählt laut Uscale zur „Ausgebremsten Mehrheit“. Diese Gruppe lehnt Elektroautos nicht grundsätzlich ab, verfügt aber häufig nicht über das notwendige Budget, eine eigene Lademöglichkeit oder passende und bezahlbare gebrauchte Elektroautos.

Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur beeinflusst die Zurückhaltung. Abseits der Autobahnen und insbesondere im eigenen Wohnumfeld empfinden viele Befragte das Angebot weiterhin als unzureichend. Nach Darstellung der Studie beruhen die Vorbehalte dieser Gruppe somit vor allem auf praktischen Voraussetzungen und nicht auf einer grundsätzlichen Ablehnung der Antriebstechnik.

Infobox: Rund die Hälfte der Befragten steht Elektroautos nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, wird laut Uscale aber durch Kosten, Ladezugang oder das Gebrauchtwagenangebot gebremst.

Knapp zehn Prozent lehnen Elektroautos grundsätzlich ab

Knapp zehn Prozent der Befragten stuft Uscale als grundsätzliche Gegner von Elektroautos ein. Diese Haltung tritt der Studie zufolge unabhängig von Einkommen, Wohnsituation oder Alter auf.

Zwei Drittel dieser Gruppe leben allerdings in eingeschränkten wirtschaftlichen Verhältnissen. Das verbleibende Drittel verteilt sich auf andere Lebenssituationen.

Die grundsätzlichen Gegner zeigen sich zugleich generell zurückhaltender gegenüber neuen Technologien. Nur zwölf Prozent bezeichnen sich als neugierig auf neue technische Entwicklungen, während dieser Wert unter allen Befragten bei 37 Prozent liegt.

Unterschiede gibt es laut Untersuchung auch beim Medienkonsum. Nur 19 Prozent dieser Gruppe lesen Online-Zeitungen, gegenüber 32 Prozent im Durchschnitt aller Befragten. Überdurchschnittlich häufig nutzen die grundsätzlichen Gegner von Elektroautos Facebook und Lokalzeitungen.

MerkmalGrundsätzliche GegnerAlle Befragten
Neugier auf neue technische Entwicklungen12 Prozent37 Prozent
Nutzung von Online-Zeitungen19 Prozent32 Prozent

Infobox: Knapp zehn Prozent lehnen Elektroautos grundsätzlich ab. Diese Gruppe ist laut Studie weniger technikinteressiert und nutzt häufiger Facebook sowie Lokalzeitungen.

„Zufriedene Zuschauer“ sehen keinen Anlass für einen Wechsel

Eine weitere Gruppe umfasst rund 16 Prozent der Befragten. Uscale bezeichnet sie als „Zufriedene Zuschauer“.

Zu dieser Gruppe gehören häufig ältere Menschen mit geringer Fahrleistung. Sie verfügen laut Uscale vielfach über die Voraussetzungen für den Betrieb eines Elektroautos, sehen derzeit aber weder Bedarf noch Anlass für einen Wechsel.

„Zehn Prozent harte Verweigerer klingt erstmal nach einer kleinen Zahl, aber daraus automatisch neunzig Prozent potenzielle Käufer zu machen, wäre ein Trugschluss“, sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von Uscale.
„Für Hersteller und Anbieter zählt der Unterschied zwischen echter Ablehnung, praktischen Hürden und schlichtem Desinteresse. Nur wer diese Gruppen sauber unterscheidet, kann sie gezielt ansprechen.“

Bei den „Zufriedenen Zuschauern“ stehen nach Darstellung der Studie weniger die technische oder wirtschaftliche Machbarkeit im Vordergrund. Ausschlaggebend ist vielmehr die Zufriedenheit mit der bestehenden Situation.

Infobox: Rund 16 Prozent sind laut Uscale mit ihrer aktuellen Mobilität zufrieden. Ihnen fehlen nicht zwingend Informationen oder Voraussetzungen, sondern ein Anlass für den Fahrzeugwechsel.

Ein Drittel steht dem Elektroauto offen gegenüber

Das verbleibende Drittel ordnet Uscale den „Innovativen Statuskäufern“ und „Informierten Realisten“ zu. Diese beiden Gruppen verfügen über das höchste Budget unter den untersuchten Personengruppen.

Sie planen den Wechsel auf ein Elektroauto bereits konkret oder stehen ihm grundsätzlich offen gegenüber. Nach Angaben der Quelle bilden diese Verbrauchergruppen eine Grundlage der derzeitigen Marktentwicklung.

Gut jede vierte Neuzulassung in Deutschland entfällt inzwischen auf ein Elektroauto.

Infobox: Ein Drittel der Befragten zählt zu Gruppen, die einen Wechsel bereits planen oder Elektroautos grundsätzlich offen gegenüberstehen. Gut jede vierte Neuzulassung in Deutschland entfällt laut Quelle inzwischen auf ein Elektroauto.

Laden und Gebrauchtwagen als zentrale Stellschrauben

Für Hersteller und Anbieter sieht Uscale weiteres Potenzial neben den bereits offenen Zielgruppen vor allem bei der „Ausgebremsten Mehrheit“. Voraussetzung dafür sei der Abbau praktischer Hindernisse.

Beim Angebot gebrauchter Elektroautos erwartet Uscale mittelfristig eine Verbesserung, wenn mehr neue Elektroautos in den Markt kommen. Beim Laden sieht der Anbieter Politik, Industrie und Energiewirtschaft gefordert.

Die Pressemeldung nennt bessere Rahmenbedingungen und eine gezielte Förderung der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Außerdem werden Lösungen für das Laden im Umfeld von Mehrfamilienhäusern als relevant genannt.

Allgemeine Informationskampagnen dürften nach Einschätzung des Unternehmens dagegen eher Personengruppen erreichen, die bereits vergleichsweise gut über Elektromobilität informiert sind.

Infobox: Uscale sieht den größten Hebel nicht allein bei zusätzlicher Information, sondern bei Budget, Ladezugang und verfügbaren Gebrauchtwagen. Für das Laden werden Politik, Industrie und Energiewirtschaft in der Verantwortung gesehen.

Fazit der Untersuchung

Die Studie zeigt laut VISION mobility, dass eine fehlende grundsätzliche Ablehnung nicht automatisch mit konkreter Kaufbereitschaft gleichgesetzt werden kann. Bei rund der Hälfte der Befragten spielen Kosten, Ladezugang oder das Gebrauchtwagenangebot eine Rolle, während einer weiteren Gruppe trotz geeigneter Voraussetzungen derzeit der Anlass für einen Wechsel fehlt.

Die Aussagekraft der Ergebnisse bleibt an die Befragung von 1.066 Verbrenner-Fahrenden und die von Uscale vorgenommene Einteilung der Teilnehmer in Nutzergruppen gebunden.

Quelle: VISION mobility, Uscale-Studie „EV Adopter Persona Study 2026“.

Quellen: