Wasserstoff-Lkw, Elektrotraktoren und E-Mobilität auf der IAA 2026

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Der Artikel beleuchtet Daimlers Wasserstoff-Lkw, den Elektrotraktor Xeevo und die IAA Transportation 2026 mit Fokus auf elektrische, vernetzte Logistik.

Wasserstoff, Elektrotraktoren und die IAA Transportation 2026 im Überblick

Daimler Truck investiert in brennstoffzellenelektrische Wasserstoff-Lkw

Daimler Truck will bis Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in brennstoffzellenelektrische Wasserstoff-Lkw investieren. Wie Auto Motor und Sport berichtet, verfolgt der Konzern dabei eine Doppelstrategie: Batterie und Brennstoffzelle sollen je nach Einsatzfall zur Dekarbonisierung beitragen.

Ab Ende Dezember 2026 soll eine Kleinserie von 100 Mercedes-Benz NextGenH2 Truck schrittweise in den Kundeneinsatz gehen. Die Fahrzeuge werden im Werk Wörth am Rhein gebaut. Als erster Anwender ist der Logistikdienstleister Dachser angekündigt. Von dessen Logistikzentrum Karlsruhe aus soll zunächst ein Fahrzeug Ende 2026 im Fernverkehr starten, zwei weitere sollen bis Mitte 2027 folgen.

Die Brennstoffzelle soll insbesondere bei Transporten mit hohen Anforderungen an Reichweite, Nutzlast und kurze Standzeiten Vorteile bieten. Daimler-Truck-Konzernchefin Karin Rådström verweist auf höhere Nutzlast und Reichweite sowie auf das schnellere Tanken im Vergleich zum vollständigen Laden großer Batterien.

Beim NextGenH2 Truck setzt Mercedes-Benz Trucks auf Flüssigwasserstoff. Daimler Truck nennt Reichweiten von deutlich über 1.000 Kilometern mit einer Tankfüllung bei voller Ausladung. In die beiden Tanks passen zusammen bis zu 85 Kilogramm Wasserstoff. Mit dem von Daimler Truck und Linde entwickelten sLH2-System soll der Lkw in 10 bis 15 Minuten wieder vollgetankt sein.

Die Brennstoffzelle stammt von Cellcentric. Das als Twin-System ausgelegte System erreicht zusammen 300 kW Systemleistung. Wasserstoff-Lkw sollen nach Einschätzung des Konzerns allerdings nur einen Teil des Marktes abdecken. In vielen Verkehren könnten weiterhin batterieelektrische Lkw eingesetzt werden.

Als offene Punkte nennt Daimler Truck die Infrastruktur. Beim Stromnetz und bei den erforderlichen Ladeleistungen sieht der Konzern Grenzen, während der Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen bislang nur langsam vorankommt. Für Betreiber hängen die Wahl des Antriebs daher unter anderem von Energiepreisen, Streckenprofil und verfügbarer Lade- oder Tankinfrastruktur ab.

Weitere Details zum Aufbau von Partnerschaften und einem Wasserstoff-Ökosystem sollen auf der IAA Transportation 2026 vorgestellt werden. Die Messe findet vom 15. bis 20. September in Hannover statt.

AngabeWert
Geplantes Investmentmittlerer dreistelliger Millionenbetrag
Kleinserie100 Mercedes-Benz NextGenH2 Truck
Beginn KundeneinsatzEnde Dezember 2026
Reichweitedeutlich über 1.000 Kilometer
Wasserstoff in den Tanksbis zu 85 Kilogramm
Tankzeit10 bis 15 Minuten
Systemleistung300 kW
„eindeutigen Anwendungsfällen“

Infobox: Daimler Truck plant bis Ende Dezember 2026 eine Kleinserie von 100 Wasserstoff-Lkw. Der NextGenH2 Truck soll deutlich über 1.000 Kilometer Reichweite bieten und in 10 bis 15 Minuten betankt werden können. Quelle: Auto Motor und Sport.

Landwirt testet Elektro-Traktor Xeevo im Praxiseinsatz

Der Landwirt Julius Jacobi hat den Elektrotraktor Xeevo des chinesischen Herstellers ZSHX zweieinhalb Tage auf seinem Betrieb getestet. Darüber berichtet agrarheute.com. Seine Erfahrungen veröffentlichte er gemeinsam mit Kate Jacobi auf dem Instagram-Account jacobis.hofleben.

Julius und Kate Jacobi bewirtschaften eine junge Bio-Familie aus der Warburger Börde in Nordrhein-Westfalen. Der Instagram-Account erreicht rund 47.800 Follower. Anlass für den Test war unter anderem der hohe Dieselverbrauch im landwirtschaftlichen Betrieb. Der Hof erzeugt Strom über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, weshalb Julius Jacobi prüfen wollte, ob sich dieser Strom für einen Elektrotraktor nutzen lässt.

Im Mittelpunkt des Tests standen die Praxistauglichkeit des Elektroantriebs, die Batteriedauer, die Ladegeschwindigkeit sowie die möglichen Arbeiten und Leistungen des Traktors. Der Xeevo verfügt über zwei Elektromotoren. Ein Motor versorgt Zapfwelle und Hydraulik, während der zweite Motor für den Fahrantrieb zuständig ist.

Besonders überzeugt zeigte sich Jacobi von der unabhängig betriebenen Zapfwelle. Ihre Drehzahl lässt sich über einen Drehregler stufenlos regeln. Weil ein eigener Elektromotor für die Zapfwelle zuständig ist, bleibt die Drehzahl laut Jacobi auch bei einem Lastabfall konstant. Der Betrieb der Zapfwelle ist damit unabhängig davon, ob der Traktor fährt.

„Die Zapfwellendrehzahl kann man hier über den Drehregler stufenlos regeln. Das ist sehr angenehm und sehr genau.“

In seinem Fazit bezeichnete Jacobi den Elektroantrieb als zukunftsweisend, sieht das getestete Gerät aber noch nicht als vollständig ausgereift an. Kritik übte er an der Bedienung der Zapfwelle, die teilweise noch hakelig sei. Außerdem seien die verfügbaren Reifen aus seiner Sicht zu schmal für den Acker.

Das Grundkonzept überzeugte ihn dennoch. Als wesentlichsten Vorteil nannte er den separaten Motor für die Zapfwelle, durch den sich die Zapfwellendrehzahl feinfühlig einstellen und unabhängig vom Fahrbetrieb konstant halten lasse. Ein derart gleichmäßiges Arbeiten kenne er von keinem anderen Traktor.

Nach dem Test erklärte Jacobi, dass der Elektroantrieb aus seiner Sicht aus der Landwirtschaft demnächst nicht mehr wegzudenken sei. Dass der Traktor noch nicht perfekt sei, wertete er weniger kritisch und zeigte sich gespannt, wie sich das Konzept langfristig weiterentwickelt.

Infobox: Der Praxistest des Xeevo überzeugte Julius Jacobi vor allem wegen der unabhängig angetriebenen Zapfwelle. Beim Bedienkonzept und bei den Reifen sieht er noch Verbesserungsbedarf. Quelle: agrarheute.com.

IAA Transportation 2026 stellt elektrische und vernetzte Logistik in den Mittelpunkt

Vom 15. bis 20. September 2026 findet auf dem Messegelände in Hannover die IAA Transportation statt. Nach Angaben von Logistik Heute steht die Messe unter dem Motto „Wedeliver“ und soll Wege in die Zukunft der Transportlogistik zeigen.

Der Veranstalter, der Verband der Automobilindustrie, will Lösungen für eine elektrifizierte, vernetzte und digitale Logistik und Mobilität in den Vordergrund stellen. In zwölf Hallen sollen unter anderem alternative Antriebe, vernetzte und autonome Fahrzeuge, Software-Defined Vehicles, KI-gestützte Logistiklösungen sowie der Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur präsentiert werden.

Bei der IAA Transportation 2024 kamen 145.000 Besucher und 1.700 Aussteller nach Hannover. Für 2026 kündigen die Hersteller neue Elektro-Lkw, Elektrovans und Lösungen für das erforderliche Lade- und Energie-Ökosystem an.

MAN Truck & Bus zeigt in Halle 11 insgesamt 20 Fahrzeugkonzepte mit einem Schwerpunkt auf Elektromobilität. Das Unternehmen will das gesamte MAN E-Truck-Portfolio von zwölf bis 50 Tonnen präsentieren. Ergänzend stehen Laden und Energieversorgung im Mittelpunkt. Das Ladenetz wurde laut Anbieter bereits vor der Messe um 50 neue Ladepunkte in Europa erweitert. Außerdem soll der MAN Smart Charging Cube das Laden auch an Standorten ermöglichen, an denen keine leistungsfähigen Netzanschlüsse vorhanden sind.

Mercedes-Benz Trucks stellt in Halle 19/20 den eActros LowLiner vor. Durch die niedrige Aufsattelhöhe soll ein vergrößerter Innenraum entstehen, der insbesondere für Transporte von stark verpackter Ware geeignet ist. Die ersten Modelle sollen ab dem dritten Quartal 2026 in den EU30-Märkten und in weiteren Märkten bestellbar sein. Die Produktion im Werk Wörth am Rhein soll ab dem zweiten Quartal 2027 anlaufen.

Ebenfalls am Stand von Mercedes-Benz Trucks wird der wasserstoffbetriebene NextGenH2 Truck gezeigt. Dieser soll ab Ende 2026 in einer Kleinserie beim Logistikdienstleister Dachser eingesetzt werden.

Renault Trucks präsentiert den E-Tech T 780 mit einer Reichweite von 660 Kilometern. Der E-Tech T 540 für den regionalen Fernverkehr soll mittlerweile 450 Kilometer mit einer Batterieladung erreichen. Für den Stadtverkehr ist außerdem der E-Tech D14T vorgesehen. Das kompakte Fahrzeug besitzt laut Renault einen Wenderadius von weniger als 7,3 Metern.

Kia zeigt die Kurzversion des PV5 Cargo. Der als „International Van of the Year 2026“ ausgezeichnete E-Transporter ist in der Standardauslegung L1H1 mit einer Länge von 4,50 Metern erhältlich. Die Antriebspalette wird um eine Einstiegsbatterie mit 43,3 Kilowattstunden ergänzt. An einer entsprechend leistungsstarken DC-Station soll sie wie die beiden größeren Akkus in 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent schnellladen.

Modell oder BereichAngabe
IAA Transportation 202615. bis 20. September 2026
VeranstaltungsortMessegelände in Hannover
Belegte Hallenzwölf Hallen
MAN E-Truck-Portfoliozwölf bis 50 Tonnen
MAN neue Ladepunkte in Europa50
Renault Trucks E-Tech T 780660 Kilometer Reichweite
Renault Trucks E-Tech T 540450 Kilometer Reichweite
Renault Trucks E-Tech D14TWenderadius von weniger als 7,3 Metern
KIA PV5 Cargo L1H14,50 Meter Länge
Einstiegsbatterie KIA PV5 Cargo43,3 Kilowattstunden
Schnellladen30 Minuten von zehn auf 80 Prozent

Ein weiterer Schwerpunkt der Messe sind Testfahrten. MAN Truck & Bus und Volvo Trucks bieten Testfahrten direkt von ihren Ständen in Halle 11 an. Volvo zeigt unter anderem den FH Aero mit Wasserstoffverbrennungsmotor sowie den elektrischen FH Aero Electric, der Reichweiten von bis zu 700 Kilometern bietet.

In den Hallen 14/15 ist ein Indoor-Abfahrtsterminal von insgesamt 14 Ausstellern vorgesehen. Für Fahrten außerhalb des Messegeländes richtet Daimler Truck in Halle 19/20 eigene Abfahrtspunkte ein. Insgesamt sollen Fahrzeuge von DAF, Daimler Truck, Ford, Ford Trucks, Junge Fahrzeugbau, KIA, Maxus, MAN Truck & Bus, Phinia, Sany Truck, Renault Trucks, Scania, Superpanther, Tesla, Volkswagen, Volta Trucks und Volvo Trucks getestet werden können.

Das Konferenzprogramm findet auf drei Bühnen statt. Thematisch geht es um Elektrifizierung und Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren, Software-Defined Vehicles, künstliche Intelligenz sowie wirtschaftliche Resilienz und Transformation. Neu ist die prototype.club Stage in Halle 12 mit Industrie-Sessions, Startup-Pitches und Networking-Formaten.

Die Messe ist vom 15. bis 19. September jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Am 20. September gelten Öffnungszeiten von 9:00 bis 16:00 Uhr.

TicketPreis
Dauerticket online74 Euro
Dauerticket Tageskasse85 Euro
Tagesticket Werktag online28 Euro
Tagesticket Werktag Tageskasse32 Euro
Nachmittagsticket ab 13:00 Uhr online13 Euro
Nachmittagsticket ab 13:00 Uhr Tageskasse15 Euro
Familienabenteuerpass 19./20. September20 Euro
Tagesticket Wochenende10 Euro
Fahrerticket Truck & Bus8 Euro

Bruno Lukas, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Green Logistics Enabler, sieht die Fahrzeug- und Ladetechnik als ausgereift an. Als aktuelle Herausforderung nennt er vor allem die oftmals begrenzten Netzkapazitäten an Logistikdepots sowie Lücken beim öffentlichen Laden und beim Ausbau des Netzes entlang der Autobahnen.

„Die Fahrzeug- und Ladetechnik ist ausgereift“

Nach Einschätzung von Lukas wird sich der E-Lkw bis zur übernächsten IAA Transportation 2028 technisch und beim Marktanteil weiter etablieren. Logistiker würden zunehmend nicht nur den Verteilerverkehr, sondern auch Fernverkehrslinien elektrifizieren.

Infobox: Die IAA Transportation 2026 zeigt vom 15. bis 20. September in Hannover neue Elektro- und Wasserstofffahrzeuge, Ladeinfrastruktur sowie digitale Logistiklösungen. Im Mittelpunkt stehen außerdem Testfahrten, autonome Fahrzeuge, KI und Software-Defined Vehicles. Quelle: Logistik Heute.

Quellen: