Stellantis testet E-Kompressor gegen das Turboloch bei Turbomotoren
Autor: E-Mobil Magazin Redaktion
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Kategorie: News und Updates
Zusammenfassung: Stellantis erprobt den elektrisch unterstützten „eBoost Air“-Kompressor, der Turbolöcher beseitigen und im Hurricane-Reihensechszylinder 620 PS ermöglichen soll.
Stellantis entwickelt elektrischen Kompressor gegen das Turboloch
Die SRT Performance Division von Stellantis stellt mit „eBoost Air“ ein Antriebskonzept vor, das hoch aufgeladenen Turbomotoren ein spontanereres Ansprechverhalten ermöglichen soll. Hintergrund ist der Einsatz kleinerer Motoren mit großen Turboladern als mögliche Alternative zum V8, wodurch sich jedoch das sogenannte Turboloch vergrößert.
Ein Abgasturbolader benötigt ausreichend Abgas, um auf Touren zu kommen. Besonders im unteren Drehzahlbereich kann deshalb ein Leistungsloch entstehen, das bei größer dimensionierten Turboladern entsprechend ausgeprägter ausfällt.
Hier setzt der elektrisch angetriebene Kompressor an. Er arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl und erzeugt in dem Bereich zusätzlichen Überdruck in den Brennräumen, in dem der Abgasturbolader noch nicht ausreichend Ladedruck bereitstellt. Sobald der eigentliche Turbo mehr Ladedruck liefert, nimmt sich der E-Kompressor zurück.
Der E-Kompressor ist vor dem abgasgetriebenen Turbolader positioniert und arbeitet mit einem elektronisch gesteuerten Bypass-System. Die Energieversorgung erfolgt über ein 48-Volt-Teilbordnetz. Nach Darstellung von Stellantis soll dadurch theoretisch eine lineare Leistungsentfaltung ohne spürbares Turboloch möglich werden.
„Damit ergibt sich theoretisch eine lineare Leistungsentfaltung völlig ohne spürbares Turboloch.“
Infobox: Stellantis will mit dem elektrisch angetriebenen Kompressor das Ansprechverhalten hoch aufgeladener Turbomotoren verbessern. Das System arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl, nutzt ein 48-Volt-Teilbordnetz und wird über ein elektronisch gesteuertes Bypass-System geregelt.
Erprobung mit dem Hurricane-Reihensechszylinder
Für einen ersten Prototyp kombinierte SRT den eBoost Air mit dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder. Dieser Motor kommt in verschiedenen Jeep- und Dodge-Modellen zum Einsatz und erreicht bereits ohne E-Boost bis zu 550 PS und 720 Nm Drehmoment.
SRT verspricht, dass sich der Sechszylinder mit der neuen Technologie bei der Leistungsentfaltung wie ein Kompressor-V8 anfühlen und auch bei der Leistung gleichziehen soll. Bei Testläufen lieferte der modifizierte und neu kalibrierte Reihensechszylinder nach Informationen von US-Medien bereits 620 PS und 813 Nm.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Motor ohne E-Boost | bis zu 550 PS |
| Drehmoment ohne E-Boost | 720 Nm |
| Leistung bei Testläufen | 620 PS |
| Drehmoment bei Testläufen | 813 Nm |
| Zusätzlicher Ladedruck | 0,7 bar |
| Zeit bis zum zusätzlichen Ladedruck | 0,65 Sekunden |
Der E-Kompressor lieferte bei den Testläufen bereits nach 0,65 Sekunden 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck. In einem nächsten Entwicklungsschritt ist laut Stellantis die Adaption an den zwei Liter großen Hurricane 4-Vierzylinder vorgesehen.
Infobox: Der erste Prototyp basiert auf dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder. Bei Testläufen wurden 620 PS und 813 Nm erreicht; der E-Kompressor stellte nach 0,65 Sekunden 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck bereit.
Serieneinsatz bleibt offen
Wann und in welchem Modell der eBoost Air erstmals in Serie eingesetzt wird, lässt Stellantis derzeit offen. Eine konkrete Anwendung oder ein Termin für den Serieneinsatz wird in dem Bericht nicht genannt.
Die Technik selbst ist allerdings nicht grundsätzlich neu. Elektrisch angetriebene Verdichter sind bei verschiedenen europäischen Autobauern, darunter Audi und Mercedes, bereits seit längerer Zeit in Serienfahrzeugen im Einsatz.
Als eigentliche Neuerung bewertet der Bericht daher vor allem, dass nun auch US-Hersteller auf diese Lösung setzen. Als möglicher Grund wird angeführt, dass der V8-Motor voraussichtlich nicht dauerhaft erhalten werden kann, auch wenn er auf dem US-Markt derzeit wieder eine Renaissance erlebt.
- Ein Serieneinsatz des eBoost Air wurde von Stellantis noch nicht angekündigt.
- Elektrische Verdichter werden bei Audi und Mercedes bereits in Serie eingesetzt.
- Neu ist vor allem das Interesse eines US-Herstellers an dieser Technik.
Infobox: Stellantis hat weder ein Serienmodell noch einen Starttermin genannt. Die Technologie ist bei europäischen Herstellern bereits im Serieneinsatz; als neu gilt im Bericht vor allem ihre Anwendung durch einen US-Hersteller.
Quelle
Auto Motor und Sport: „Stellantis SRT eBoost Air: Auch die Amerikaner entdecken den E-Lader“.
Quellen: