Stellantis testet E-Kompressor gegen das Turboloch bei Turbomotoren

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    09.08.2026 10 mal gelesen 0 Kommentare
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    Stellantis entwickelt mit „eBoost Air“ einen elektrisch angetriebenen Kompressor gegen das Turboloch. Das Problem entsteht vor allem bei kleineren Motoren mit großen Turboladern, weil diese im unteren Drehzahlbereich erst spät ausreichend Ladedruck aufbauen.
    Der E-Kompressor arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl und erzeugt zusätzlichen Überdruck, solange der Abgasturbolader noch nicht bereit ist. Sobald der Turbo genügend Ladedruck liefert, wird der E-Kompressor zurückgeregelt. Gesteuert wird das System über einen elektronischen Bypass und ein 48-Volt-Teilbordnetz.
    Erprobt wurde die Technik mit dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder von Jeep und Dodge. Der Motor leistete mit eBoost Air bei Testläufen 620 PS und 813 Nm, während die Serienversion bis zu 550 PS und 720 Nm erreicht.
    Besonders schnell zeigt sich der E-Kompressor beim Anfahren: Nach nur 0,65 Sekunden stellte er 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck bereit. Stellantis will damit eine lineare Leistungsentfaltung erreichen, die sich laut SRT ähnlich spontan wie ein Kompressor-V8 anfühlen soll. Als nächstes ist die Erprobung am zweilitergroßen Hurricane-Vierzylinder geplant.
    Wann eBoost Air in einem Serienmodell zum Einsatz kommt, ist noch offen. Elektrische Verdichter werden von Herstellern wie Audi und Mercedes bereits eingesetzt. Neu ist vor allem, dass nun auch ein US-Hersteller diese Technik als mögliche Ergänzung oder Alternative zum V8 erprobt.

    Stellantis entwickelt elektrischen Kompressor gegen das Turboloch

    Die SRT Performance Division von Stellantis stellt mit „eBoost Air“ ein Antriebskonzept vor, das hoch aufgeladenen Turbomotoren ein spontanereres Ansprechverhalten ermöglichen soll. Hintergrund ist der Einsatz kleinerer Motoren mit großen Turboladern als mögliche Alternative zum V8, wodurch sich jedoch das sogenannte Turboloch vergrößert.

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    Ein Abgasturbolader benötigt ausreichend Abgas, um auf Touren zu kommen. Besonders im unteren Drehzahlbereich kann deshalb ein Leistungsloch entstehen, das bei größer dimensionierten Turboladern entsprechend ausgeprägter ausfällt.

    Hier setzt der elektrisch angetriebene Kompressor an. Er arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl und erzeugt in dem Bereich zusätzlichen Überdruck in den Brennräumen, in dem der Abgasturbolader noch nicht ausreichend Ladedruck bereitstellt. Sobald der eigentliche Turbo mehr Ladedruck liefert, nimmt sich der E-Kompressor zurück.

    Der E-Kompressor ist vor dem abgasgetriebenen Turbolader positioniert und arbeitet mit einem elektronisch gesteuerten Bypass-System. Die Energieversorgung erfolgt über ein 48-Volt-Teilbordnetz. Nach Darstellung von Stellantis soll dadurch theoretisch eine lineare Leistungsentfaltung ohne spürbares Turboloch möglich werden.

    „Damit ergibt sich theoretisch eine lineare Leistungsentfaltung völlig ohne spürbares Turboloch.“

    Infobox: Stellantis will mit dem elektrisch angetriebenen Kompressor das Ansprechverhalten hoch aufgeladener Turbomotoren verbessern. Das System arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl, nutzt ein 48-Volt-Teilbordnetz und wird über ein elektronisch gesteuertes Bypass-System geregelt.

    Erprobung mit dem Hurricane-Reihensechszylinder

    Für einen ersten Prototyp kombinierte SRT den eBoost Air mit dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder. Dieser Motor kommt in verschiedenen Jeep- und Dodge-Modellen zum Einsatz und erreicht bereits ohne E-Boost bis zu 550 PS und 720 Nm Drehmoment.

    SRT verspricht, dass sich der Sechszylinder mit der neuen Technologie bei der Leistungsentfaltung wie ein Kompressor-V8 anfühlen und auch bei der Leistung gleichziehen soll. Bei Testläufen lieferte der modifizierte und neu kalibrierte Reihensechszylinder nach Informationen von US-Medien bereits 620 PS und 813 Nm.

    AngabeWert
    Motor ohne E-Boostbis zu 550 PS
    Drehmoment ohne E-Boost720 Nm
    Leistung bei Testläufen620 PS
    Drehmoment bei Testläufen813 Nm
    Zusätzlicher Ladedruck0,7 bar
    Zeit bis zum zusätzlichen Ladedruck0,65 Sekunden

    Der E-Kompressor lieferte bei den Testläufen bereits nach 0,65 Sekunden 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck. In einem nächsten Entwicklungsschritt ist laut Stellantis die Adaption an den zwei Liter großen Hurricane 4-Vierzylinder vorgesehen.

    Infobox: Der erste Prototyp basiert auf dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder. Bei Testläufen wurden 620 PS und 813 Nm erreicht; der E-Kompressor stellte nach 0,65 Sekunden 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck bereit.

    Serieneinsatz bleibt offen

    Wann und in welchem Modell der eBoost Air erstmals in Serie eingesetzt wird, lässt Stellantis derzeit offen. Eine konkrete Anwendung oder ein Termin für den Serieneinsatz wird in dem Bericht nicht genannt.

    Die Technik selbst ist allerdings nicht grundsätzlich neu. Elektrisch angetriebene Verdichter sind bei verschiedenen europäischen Autobauern, darunter Audi und Mercedes, bereits seit längerer Zeit in Serienfahrzeugen im Einsatz.

    Als eigentliche Neuerung bewertet der Bericht daher vor allem, dass nun auch US-Hersteller auf diese Lösung setzen. Als möglicher Grund wird angeführt, dass der V8-Motor voraussichtlich nicht dauerhaft erhalten werden kann, auch wenn er auf dem US-Markt derzeit wieder eine Renaissance erlebt.

    • Ein Serieneinsatz des eBoost Air wurde von Stellantis noch nicht angekündigt.
    • Elektrische Verdichter werden bei Audi und Mercedes bereits in Serie eingesetzt.
    • Neu ist vor allem das Interesse eines US-Herstellers an dieser Technik.

    Infobox: Stellantis hat weder ein Serienmodell noch einen Starttermin genannt. Die Technologie ist bei europäischen Herstellern bereits im Serieneinsatz; als neu gilt im Bericht vor allem ihre Anwendung durch einen US-Hersteller.

    Quelle

    Auto Motor und Sport: „Stellantis SRT eBoost Air: Auch die Amerikaner entdecken den E-Lader“.

    Quellen:

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