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Flottes Fahren verlängert Lebensdauer von E-Auto-Batterien
Eine neue Studie des SLAC-Stanford Battery Centers widerspricht der gängigen Meinung, dass schonendes, gleichmäßiges Fahren die Lebensdauer von E-Auto-Batterien maximiert. Die Forscher fanden heraus, dass ein dynamischer Fahrstil mit wechselnden Belastungen – das sogenannte "Dynamic Cycling" – die Lebensdauer von Batterien um bis zu 38 Prozent verlängern kann. Über zwei Jahre wurden 92 Batteriezellen mit 47 verschiedenen Entladeprofilen getestet. Das Ergebnis: Konstantes Fahren, etwa auf der Autobahn mit gleichbleibender Geschwindigkeit, lässt die Batterie schneller altern als abwechslungsreiche Belastungen wie Stadtverkehr, Autobahnfahrten und gelegentliche starke Beschleunigungen.
Die Studie empfiehlt zudem, die Batterie weder dauerhaft vollzuladen noch tief zu entladen, da dies die Elektroden schädigen kann. Für die Industrie bedeuten die Ergebnisse, dass herkömmliche Testmethoden die Batterielebensdauer oft zu pessimistisch einschätzen. Bereits 2024 entdeckten die Forscher, dass das Erstladen von Lithium-Ionen-Batterien mit hohen Strömen die Lebensdauer um durchschnittlich 50 Prozent verlängert und die Ladezeit von 10 Stunden auf nur 20 Minuten verkürzt. Entscheidend für eine optimale Schutzschichtbildung (SEI) sind dabei Ladetemperatur und Ladestrom.
„Abwechslung beim Fahren – auch mal zügigeres Beschleunigen und Stop-and-Go – ist gut für den Akku.“ (Auto Motor und Sport)
- Dynamischer Fahrstil verlängert Batterielebensdauer um bis zu 38 %
- Schnelles Erstladen kann Lebensdauer um 50 % erhöhen
- Konstantes Fahren schadet dem Akku mehr als wechselnde Belastungen
Infobox: Die Ergebnisse der Stanford-Studie könnten zu realistischeren Testmethoden und effizienteren Produktionsprozessen in der Batterieindustrie führen. (Quelle: Auto Motor und Sport)
Betrug bei E-Auto-Subventionen in China aufgedeckt
Die chinesische Industrieaufsichtsbehörde hat aufgedeckt, dass einige Autohersteller zwischen 2016 und 2020 Subventionen in Höhe von mehr als 864 Millionen Yuan (ca. 103 Millionen Euro) beantragt hatten, auf die sie keinen Anspruch hatten. Zu den betroffenen Unternehmen zählen auch Chery und der Marktführer BYD. Chery hatte rund 240 Millionen Yuan für etwa 8.760 nicht förderfähige Fahrzeuge beantragt, während bei BYD 143 Millionen Yuan für rund 4.900 Fahrzeuge gestrichen wurden. Insgesamt wurden 21.725 Fahrzeuge nachträglich disqualifiziert.
Die Überprüfung umfasste Dutzende Hersteller und mehr als 75.000 Fahrzeuge. Auffällig war, dass Hersteller keine Betriebsdaten zu den angeblich verkauften Fahrzeugen vorlegen konnten oder die Kilometerstände nicht den Anforderungen entsprachen. Das nationale Subventionsprogramm förderte Elektroautos und Hybride bis Ende 2022 mit bis zu 60.000 Yuan pro Fahrzeug. Ob die Unternehmen die zu viel erhaltenen Gelder zurückzahlen müssen, ist laut Bericht noch unklar. Die Regierung plant weitere Überprüfungen für die Jahre 2021 und 2022.
- Subventionsbetrug in Höhe von über 864 Millionen Yuan (ca. 103 Mio. Euro)
- 21.725 Fahrzeuge nachträglich disqualifiziert
- Förderung bis zu 60.000 Yuan pro Fahrzeug
Infobox: Die Enthüllungen erhöhen den Druck auf die chinesische E-Auto-Industrie und könnten zu weiteren Kontrollen und finanziellen Belastungen führen. (Quelle: electrive.net)
Drag Race: E-Auto schlägt Ferrari im Sprintduell
Ein Drag Race zwischen dem Ferrari Purosangue mit 715 PS und V12-Motor und dem vollelektrischen Kia EV6 GT mit 641 PS zeigt, dass E-Autos im Sprintduell die Nase vorn haben. Trotz nominell geringerer Leistung beschleunigt der Kia den Ferrari mehrmals deutlich aus – dank vollem Drehmoment ab der ersten Millisekunde und exakter Launch-Control. Der EV6 GT erreicht laut Hersteller in 3,5 Sekunden die 100 km/h-Marke, unabhängige Tests bestätigen diese Zahl. Der Ferrari schafft dies laut Hersteller in 3,3 Sekunden.
In fast allen Testläufen war der Kia vorn. Nur wenn der EV6 GT die Fahrweise eines Verbrenners nachahmt und „Schaltpausen“ simuliert, konnte der Ferrari einmal knapp gewinnen. Preislich liegt der Kia mit rund 65.000 US-Dollar (ca. 57.000 Euro) deutlich unter dem Ferrari, der über 390.000 US-Dollar (rund 334.000 Euro) kostet. Das zeigt, dass PS-Zahlen und Zylinder nicht mehr entscheidend sind, sondern wie schnell ein Fahrzeug seine Leistung auf die Straße bringt.
Fahrzeug | Leistung | 0-100 km/h | Preis |
---|---|---|---|
Kia EV6 GT | 641 PS | 3,5 s | ca. 57.000 € |
Ferrari Purosangue | 715 PS | 3,3 s | ca. 334.000 € |
Infobox: E-Motoren bieten sofortiges Drehmoment und sind im Sprint oft schneller als teure Verbrenner-Sportwagen. (Quelle: t3n)
China verbietet One-Pedal-Driving ab 2027
Ab 2027 wird in China das sogenannte One-Pedal-Driving bei Elektroautos erheblich eingeschränkt. Der neue nationale Standard GB 21670-2025 verbietet es Herstellern, Fahrzeuge standardmäßig so zu konfigurieren, dass sie allein durch das Loslassen des Gaspedals zum kompletten Stillstand kommen. Die Regelung tritt für die meisten neuen Fahrzeugtyp-Zulassungen am 1. Januar 2026 in Kraft, die spezifischen Bestimmungen zum One-Pedal-Driving gelten ab 1. Januar 2027.
One-Pedal-Driving basiert auf der Rekuperation, bei der Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Die chinesischen Behörden begründen die Einschränkung mit Sicherheitsbedenken: Langfristiges Fahren mit nur einem Pedal könne zu verzögerten Reaktionen und Fehlbedienungen in Notfällen führen. Zusätzlich wird ab 2026 ABS für alle neuen Pkw in China verpflichtend.
- One-Pedal-Driving ab 2027 in China verboten
- Neue Norm GB 21670-2025 tritt ab 2026/2027 in Kraft
- ABS ab 2026 für alle neuen Pkw verpflichtend
Infobox: Die neuen Vorschriften sollen die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und Fehlbedienungen verhindern. (Quelle: 24auto.de)
Hankook testet E-Auto-Reifen am Limit für mehr Komfort und Effizienz
Beim Berlin E-Prix testete Hankook seine Reifen unter extremen Bedingungen, um leisere, langlebigere und effizientere E-Auto-Reifen zu entwickeln. Die Rennstrecke bietet einen „kondensierten Entwicklungsraum“, in dem innerhalb eines Wochenendes eine enorme Menge an Daten zu Grip, Temperaturverhalten, Abrieb und strukturellen Belastungen gesammelt werden. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Serienentwicklung ein.
E-Auto-Reifen müssen mehr Gewicht, höheres Drehmoment und hohe Reichweitenerwartungen erfüllen. Hankook setzt auf eine Kombination aus Simulation, Labortechnik und subjektiven Testfahrten. Besonders wichtig ist der Geräuschkomfort: E-Auto-Fahrer nehmen Reifengeräusche stärker wahr, weshalb Hankook einen Soundabsorber in die iON-Reifen integriert hat. Auch KI-gestützte Entwicklungsprozesse kommen zum Einsatz, um ungeeignete Mischungen frühzeitig auszusortieren.
„Am Ende bauen wir Reifen nicht für Maschinen, sondern für Menschen.“ (Manfred Sandbichler, Hankook)
- Rennstreckentests liefern wichtige Daten für die Serienentwicklung
- Soundabsorber-Technologie sorgt für leisere Reifen
- KI hilft bei der Optimierung von Materialmischungen
Infobox: Die Erfahrungen aus der Formel E ermöglichen robustere, leisere und effizientere Reifen für den Alltag. (Quelle: Elektroauto News)
BMW: Mini und Stromer retten die Bilanz
BMW konnte im ersten Halbjahr 2025 seinen Absatz auf Konzernebene nahezu stabil halten und schnitt damit besser ab als die Konkurrenten Audi und Mercedes-Benz. Insgesamt wurden 1.207.388 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ausgeliefert, was nur ein halbes Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum ist. Besonders in Europa konnte BMW mit einem Plus von gut 8 Prozent auf 498.000 Autos wachsen, während der Absatz in China um 15,5 Prozent auf knapp 318.000 Autos zurückging.
Die Kernmarke BMW verzeichnete einen Rückgang von 2,3 Prozent auf 1,07 Millionen Fahrzeuge. Mini hingegen legte nach der Portfolio-Erneuerung um 17 Prozent auf knapp 134.000 Autos zu. Bei Elektroautos stieg der Absatz um 16 Prozent auf 220.500 Fahrzeuge – mehr als doppelt so viele wie bei Mercedes-Benz und Audi. Audi musste einen Rückgang um 6 Prozent auf 783.500 Autos melden, Mercedes-Benz um 8 Prozent auf 1,08 Millionen Pkw und Vans.
Marke | Absatz 1. HJ 2025 | Veränderung |
---|---|---|
BMW (Konzern) | 1.207.388 | -0,5 % |
BMW (Kernmarke) | 1.070.000 | -2,3 % |
Mini | 134.000 | +17 % |
Elektroautos (BMW) | 220.500 | +16 % |
Audi | 783.500 | -6 % |
Mercedes-Benz | 1.080.000 | -8 % |
Infobox: BMW profitiert von starken Elektroauto- und Mini-Verkäufen und kann so die Bilanz trotz Rückgängen in China stabil halten. (Quelle: VISION mobility)
Quellen:
- Wissenschaft eindeutig: Flottes Fahren lässt E-Auto-Batterien viel länger leben
- China meldet Betrug bei E-Auto-Subventionen
- Verbrenner gegen E-Auto im Sprintduell: Warum ein Ferrari hier kaum eine Chance hat
- Zu gefährlich? Umstrittene E-Auto-Funktion in China ab 2027 verboten
- Hankook testet am Limit – für leisere E-Auto-Reifen
- BMW: Mini und Stromer retten Bilanz