E-Auto-Markt 2025: Tesla schwächelt, BYD plant Batterie-Revolution, neue Förderungen

07.07.2025 61 mal gelesen 0 Kommentare

Brandenburg sieht Tesla-Fabrik trotz Marktrückgang als widerstandsfähig

Die Brandenburger Landesregierung bleibt trotz eines massiven Rückgangs bei den Neuzulassungen von Tesla in Deutschland optimistisch bezüglich der Zukunft der Gigafactory in Grünheide. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte gegenüber der „Märkischen Oderzeitung“, dass aus Grünheide mittlerweile 38 Staaten beliefert werden, darunter viele im arabischen Raum und auch Taiwan. Dadurch sei die Tesla-Fabrik widerstandsfähiger gegen Schwankungen auf dem europäischen und deutschen Markt aufgestellt. Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete Tesla in Deutschland einen Rückgang der Neuzulassungen um rund 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und kam auf 8.890 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 0,6 Prozent entspricht. Während der Markt für Elektroautos insgesamt um gut 35 Prozent zulegte, profitierte Tesla davon nicht. Die Gigafactory in Grünheide ist seit 2022 in Betrieb, beschäftigt etwa 11.000 Menschen und ist der größte industrielle Arbeitgeber in Brandenburg. Trotz Kritik von Umweltschützern, da die Fabrik teils im Wasserschutzgebiet liegt, weist Tesla diese Vorwürfe zurück. Woidke sieht die schnelle Umsetzung des Großprojekts als Vorteil bei Gesprächen mit potenziellen neuen Investoren. (Quellen: DIE ZEIT, SZ.de)

Kennzahl Wert
Neuzulassungen Tesla (1. Halbjahr 2025) 8.890 Fahrzeuge
Marktanteil Tesla 0,6 %
Beschäftigte in Grünheide ca. 11.000
Belieferte Staaten 38
  • Die Tesla-Fabrik in Grünheide beliefert 38 Staaten.
  • Im ersten Halbjahr 2025 gingen die Tesla-Neuzulassungen in Deutschland um 58 Prozent zurück.
  • Die Gigafactory ist der größte industrielle Arbeitgeber in Brandenburg.

Infobox: Trotz rückläufiger Zulassungszahlen sieht Brandenburg die Tesla-Fabrik als robust und zukunftsfähig, insbesondere durch die internationale Ausrichtung und die hohe Beschäftigtenzahl.

Schwerer Unfall in Kieler Waschstraße durch E-Auto verursacht

In Kiel kam es in der Waschstraße „Palace Car Wash“ zu einem schweren Kettenauffahrunfall, bei dem der Autowäscher Ferhat Akkus (35) schwere Kopfverletzungen erlitt. Zwei weitere Personen wurden verletzt und sechs Autos beschädigt. Ausgelöst wurde der Unfall durch ein E-Auto, das von einem 84-jährigen Fahrer gesteuert wurde. (Quelle: Kieler Nachrichten)

  • Ein E-Auto verursachte einen Kettenauffahrunfall in einer Kieler Waschstraße.
  • Drei Personen wurden verletzt, darunter ein schwer verletzter Autowäscher.
  • Sechs Fahrzeuge wurden beschädigt.

Infobox: Ein E-Auto war Auslöser eines folgenschweren Unfalls in Kiel, bei dem mehrere Menschen verletzt und Fahrzeuge beschädigt wurden.

Neue E-Auto-Förderung 2025: Union und SPD setzen auf steuerliche Anreize

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag auf neue Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität geeinigt. Eine direkte Kaufprämie wurde nicht beschlossen, stattdessen gibt es steuerliche Vorteile für Dienstwagen: Die Bruttopreisgrenze für die steuerliche Förderung von E-Fahrzeugen wird auf 100.000 Euro erhöht. Bisher lag diese Grenze bei 70.000 Euro. Für E-Autos bleibt die Kfz-Steuerbefreiung bis 2035 bestehen, und es wird eine Sonderabschreibung für Elektrofahrzeuge eingeführt. Zudem soll der Strompreis durch Senkung der Stromsteuer und der Übertragungsnetzentgelte um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde sinken. Von 2016 bis 2023 wurden 2,23 Millionen E-Autos (davon 1,43 Millionen reine E-Autos) in Deutschland durch den Umweltbonus gefördert, wobei das BAFA mehr als 10 Milliarden Euro auszahlte. Nach dem Auslaufen des Umweltbonus Ende 2023 brach der Absatz ein: 2023 wurden 524.219 Elektroautos zugelassen, 2024 nur noch 380.609. (Quelle: ka-news.de)

Maßnahme Details
Bruttopreisgrenze Dienstwagen Erhöhung auf 100.000 Euro
Kfz-Steuerbefreiung bis 2035
Fördervolumen Umweltbonus (2016-2023) über 10 Mrd. Euro
Zugelassene E-Autos 2023 524.219
Zugelassene E-Autos 2024 380.609
  • Steuerliche Förderung für Dienstwagen bis 100.000 Euro.
  • Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2035.
  • Strompreis soll um mindestens 5 Cent/kWh sinken.
  • Förderung von Plug-In-Hybriden und Range-Extendern.
  • Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur.

Infobox: Die neue Bundesregierung setzt auf steuerliche Anreize und Infrastrukturmaßnahmen, um die Elektromobilität nach dem Auslaufen des Umweltbonus wieder zu stärken.

Deutscher Automarkt: E-Autos legen zu, Tesla verliert deutlich

Der deutsche Automarkt befindet sich weiterhin in der Krise. Im Juni 2025 wurden nur 256.000 Fahrzeuge neu zugelassen, fast 14 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2025 wurden insgesamt 1,4 Millionen weniger Pkw zugelassen als im Vorjahreszeitraum, ein Minus von 4,7 Prozent. Im Vergleich zu 2019 beträgt der Rückgang sogar 24 Prozent. Elektroautos konnten im ersten Halbjahr 2025 um 35 Prozent bei den Neuzulassungen zulegen und erreichten einen Marktanteil von 17,7 Prozent. Sie wurden damit häufiger verkauft als reine Dieselfahrzeuge. Tesla hingegen verzeichnete im Juni einen Einbruch um 60 Prozent und im gesamten Halbjahr einen Rückgang des Marktanteils von 1,4 auf 0,6 Prozent. Die Nachfrage nach E-Autos wird laut Branchenverbänden vor allem durch gewerbliche Neuzulassungen getrieben, da private Käufer weiterhin zögern. Die deutschen Hersteller Mercedes-Benz und BMW konnten bei den Neuzulassungen im ersten Halbjahr ein kleines Plus verzeichnen, während VW, Porsche und Audi leichte Rückgänge hinnehmen mussten. (Quelle: Frankfurter Rundschau)

Kennzahl Wert
Neuzulassungen Juni 2025 256.000 Fahrzeuge
Rückgang zum Vorjahr (Juni) -14 %
Rückgang zum Vorjahr (1. Halbjahr) -4,7 %
Rückgang zu 2019 (1. Halbjahr) -24 %
Marktanteil E-Autos 17,7 %
Marktanteil Tesla 0,6 %
  • Der Automarkt schrumpft weiter, E-Autos gewinnen Marktanteile.
  • Tesla verliert massiv an Boden, während deutsche Hersteller stabil bleiben oder leicht zulegen.
  • Die Nachfrage nach E-Autos wird vor allem durch gewerbliche Zulassungen getragen.

Infobox: Während der Gesamtmarkt schwächelt, wachsen die E-Auto-Zulassungen – allerdings profitieren davon vor allem deutsche Hersteller, nicht Tesla.

BYD plant Batterie-Revolution mit Festkörpertechnologie

Der chinesische Elektroautohersteller BYD arbeitet an einer Batterie-Revolution: Bereits 2027 sollen die ersten Serienfahrzeuge mit Festkörperbatterien (Solid-State-Batterien, SSB) auf den Markt kommen, ab 2030 ist die Massenproduktion geplant. BYD hat nach eigenen Angaben bereits im Modell Seal erste Festkörperbatterien verbaut, auch wenn der Hersteller dies offiziell dementiert. Die Vorteile der neuen Technologie sind vielfältig: Festkörperbatterien gelten als deutlich sicherer, robuster gegen Stöße und Unfälle, verschleißen langsamer und ermöglichen höhere Energiedichten. BYD gibt an, 400 Wattstunden pro Kilogramm zu erreichen, während herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien meist zwischen 150 und 300 Wh/kg liegen. Im Test soll der Akku Reichweiten von 1.500 Kilometern in nur zwölf Minuten Ladezeit (nach chinesischem CLTC-Standard, 80 Prozent Ladung) ermöglicht haben. In China startet der BYD Seal bei rund 21.000 Euro, in Deutschland liegt der Einstiegspreis bei knapp 47.000 Euro. Im vergangenen Jahr setzte BYD in Europa weniger als 3.000 Autos ab, plant aber eine Ausweitung des Vertriebs und Händlernetzes. (Quelle: Merkur)

Kennzahl Wert
Start Serienfahrzeuge mit SSB 2027
Geplante Massenproduktion ab 2030
Energiedichte SSB (BYD) 400 Wh/kg
Ladezeit für 1.500 km (80 %) 12 Minuten (CLTC-Standard)
Preis BYD Seal (China) ca. 21.000 Euro
Preis BYD Seal (Deutschland) knapp 47.000 Euro
Absatz BYD in Europa (Vorjahr) < 3.000 Fahrzeuge
  • Festkörperbatterien bieten mehr Sicherheit, längere Lebensdauer und höhere Energiedichte.
  • BYD plant Markteinführung ab 2027, Massenproduktion ab 2030.
  • Der Preisaufschlag für die neue Technologie soll gering ausfallen.

Infobox: BYD will mit Festkörperbatterien einen Technologiesprung schaffen und plant, ab 2027 Serienfahrzeuge mit dieser Technik anzubieten – ein potenzieller Gamechanger für die Elektromobilität.

Quellen:

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