E-Auto-Umstieg: Deutschland braucht bessere Ladebedingungen und niedrigere Verbräuche

E-Auto-Umstieg: Deutschland braucht bessere Ladebedingungen und niedrigere Verbräuche

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Deutschland liegt bei der Attraktivität des E-Auto-Umstiegs nur auf Rang zwölf; bessere Ladeinfrastruktur und transparente Preise könnten helfen. Sparsame Fahrweise kann den Verbrauch deutlich senken, Extremwerte sind im Alltag jedoch selten.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Zusammenfassung aktueller Twitter-Posts und der darin aufgegriffenen Berichte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland den Umstieg auf Elektroautos attraktiver machen kann – und wie sparsam ein Elektrofahrzeug im Alltag tatsächlich unterwegs sein kann.

Deutschland setzt stark auf batterieelektrische Fahrzeuge, landet bei der Attraktivität des Umstiegs laut einer von AUTO BILD aufgegriffenen Studie jedoch nur auf Rang zwölf in Europa. Der AUTO-BILD-Bericht „Was Deutschland beim E-Auto besser machen könnte“ nennt damit einen deutlichen Hinweis darauf, dass der Ausbau des Angebots allein nicht genügt. Entscheidend sind für Käufer auch die Ladeinfrastruktur, die Zuverlässigkeit öffentlicher Ladestationen, transparente Strompreise, kurze Ladezeiten und ein für unterschiedliche Einkommen zugängliches Fahrzeugangebot.

Unter Attraktivität des E-Auto-Umstiegs ist nicht nur der Anteil elektrischer Neuzulassungen zu verstehen. In solche Bewertungen können beispielsweise die Verfügbarkeit von Schnellladesäulen, staatliche Kauf- und Steueranreize, die Betriebskosten, die Modellvielfalt sowie die Alltagstauglichkeit auf langen Strecken einfließen. Länder mit dichter Ladeinfrastruktur oder besonders günstigen Rahmenbedingungen können deshalb besser abschneiden, selbst wenn ihre gesamte Fahrzeugflotte noch nicht vollständig elektrifiziert ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Nutzererfahrung. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, benötigt öffentliche Stationen deutlich seltener. Für Menschen ohne eigenen Stellplatz bleibt das öffentliche Laden dagegen zentral. Deutschland müsste deshalb neben Autobahn-Schnellladern auch mehr zuverlässige Ladepunkte in Städten, Wohngebieten und an Parkplätzen schaffen. Ebenso wichtig sind einheitliche Bezahlsysteme und verständliche Preisangaben, damit das Laden nicht komplizierter wirkt als das Tanken.

Wie stark Fahrweise und Bedingungen den Energieverbrauch beeinflussen, zeigt ein weiterer AUTO-BILD-Test. Beim Elektro-Marathon ED1000 wurde der Opel Astra Sports Tourer Electric untersucht. Der reguläre Verbrauch des Kombis liegt laut dem Bericht bei 15,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Im Sparmodus sollte geprüft werden, ob ein Wert von ungefähr 10 Kilowattstunden möglich ist. Eine Kilowattstunde entspricht dabei einer Energiemenge von 3,6 Megajoule; der Verbrauchswert beschreibt, wie viel elektrische Energie ein Fahrzeug für 100 Kilometer benötigt.

Ein Verbrauch von 10 kWh pro 100 Kilometer wäre rund 37 Prozent niedriger als der reguläre Wert von 15,8 kWh. Möglich wird eine solche Verringerung unter günstigen Bedingungen unter anderem durch eine sehr gleichmäßige Geschwindigkeit, vorausschauendes Fahren, geringe Beschleunigung und eine möglichst niedrige Heiz- oder Klimatisierungsleistung. Auch Außentemperatur, Wind, Streckenprofil, Reifen und Beladung haben erheblichen Einfluss. Im normalen Alltag lässt sich ein Extremwert aus einem Effizienztest daher nicht ohne Weiteres dauerhaft wiederholen.

Für die Reichweite ist außerdem die nutzbare Batteriekapazität entscheidend. Verbraucht ein Auto tatsächlich 10 kWh je 100 Kilometer, reichen 50 nutzbare Kilowattstunden theoretisch für 500 Kilometer. Bei 15,8 kWh je 100 Kilometer wären es unter denselben idealisierten Bedingungen rund 316 Kilometer. In der Praxis kommen Ladeverluste, Temperaturunterschiede und Sicherheitsreserven hinzu.

Die beiden von AUTO BILD veröffentlichten Beiträge zeigen damit zwei Seiten des E-Auto-Umstiegs: Politische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob Elektroautos attraktiv werden, während technisches Verständnis und eine angepasste Fahrweise den Energieverbrauch deutlich beeinflussen können. Für eine größere Akzeptanz in Deutschland braucht es daher sowohl bessere Bedingungen beim Laden als auch realistische Informationen darüber, welche Reichweiten und Verbrauchswerte im Alltag zu erwarten sind.

Nun folgen die Quellen:

AUTO BILD: Was Deutschland beim E-Auto besser machen könnte
AUTO BILD: Langstrecke im Elektroauto mit 10 kWh auf 100 km – wie geht das?