E-Mobilität im Aufwind: 1000 Ladepunkte, neue Strategien und elektrische Flotten
Autor: E-Mobil Magazin Redaktion
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Kategorie: News und Updates
Zusammenfassung: Die RhönEnergie installiert ihren 1000. Ladepunkt, Mercedes streicht das EQ-Kürzel, Stickel elektrifiziert elf Lkw und E-Autos erreichen 30 Prozent in Firmenflotten.
RhönEnergie nimmt 1000. Ladepunkt in Betrieb
Die RhönEnergie Fulda hat am 24.07.2026 ihren 1000. Ladepunkt für Elektrofahrzeuge installiert. Nach Angaben der Fuldaer Zeitung markiert die Ladesäule einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Osthessen.
Die Jubiläums-Ladesäule sowie drei weitere Schnellladepunkte befinden sich am Parkplatz des neuen Fachmarktzentrums in Neuhof. Bürgermeister Heiko Stolz bezeichnete die Ladepunkte als passende Ergänzung zum Fachmarktzentrum, weil Verbraucher ihre Zeit zum Einkaufen und Laden des Elektrofahrzeugs nutzen könnten.
Die erste Ladesäule hatte der RhönEnergie-Vorgänger ÜWAG im August 2010 in der Tiefgarage unter dem Uniplatz in Fulda installiert. Wenig später folgte eine weitere Ladesäule am Landratsamt. Seitdem errichtete das Unternehmen Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum, auf Firmengeländen und bei Privatkunden.
Unter den 20 größten Städten Hessens weist laut RhönEnergie nur Rüsselsheim mehr Ladepunkte pro 1000 Einwohner auf als Fulda. Im bundesweiten Vergleich der Städte mit 60.000 bis 80.000 Einwohnern gehören laut der Quelle lediglich Rüsselsheim und Sindelfingen zur Spitzengruppe vor Fulda.
Der Großteil der mehr als 1000 Ladepunkte steht in Osthessen, Unterfranken und Westthüringen. Darüber hinaus ist die RhönEnergie zunehmend bundesweit aktiv. Genannt werden Projekte mit zehn Ladepunkten bei einem Unternehmen in Garching bei München sowie mit 20 Ladepunkten in Hannover.
Auch Fahrzeuge mit hohem Energiebedarf rücken stärker in den Mittelpunkt. Im eigenen Busdepot wurden vier neue Schnellladepunkte mit einer Leistung von bis zu 240 Kilowatt pro Ladepunkt installiert; die RhönEnergie setzt selbst Elektrobusse im öffentlichen Personennahverkehr ein.
„Dieser Vergleich macht deutlich, wie viel wir seit der Installation der ersten Ladesäule vor 16 Jahren erreicht haben“, sagt Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Gruppe.
Infobox: Die RhönEnergie hat den 1000. Ladepunkt installiert. Die erste Ladesäule entstand im August 2010, der Jubiläumsstandort liegt in Neuhof. Zusätzlich wurden dort drei weitere Schnellladepunkte aufgestellt.
Mercedes verabschiedet sich vom EQ-Kürzel
Mercedes-Benz ordnet seine Elektrostrategie neu und lässt das EQ-Kürzel aus der Kundenkommunikation verschwinden. Wie ingenieur.de berichtet, werden neue Modelle im offiziellen Fahrzeugkonfigurator stattdessen als „CLA elektrisch“ oder „GLC elektrisch“ bezeichnet.
Die eigenständige EQ-Modellfamilie mit Fahrzeugen wie EQA, EQB, EQE oder EQS läuft bereits schrittweise aus. Auch der Zusatz „mit EQ Technologie“ soll entfallen, der beim neuen CLA und beim elektrischen GLC zunächst noch verwendet worden war.
Künftig sollen Elektrofahrzeuge stärker in die bekannten Baureihen eingeordnet werden. Ein elektrischer CLA gehört damit zur CLA-Familie wie Varianten mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb. Der Antrieb wird durch die jeweilige Modellbezeichnung ergänzt, ohne eine separate Elektro-Submarke zu bilden.
Für Kunden soll die Modelllogik dadurch einfacher werden. Gleichzeitig hebt der Fahrzeugname die Antriebstechnik weniger stark hervor. Beim Vergleich verschiedener Varianten gewinnen deshalb technische Daten, Ausstattungsmerkmale und weitere Modellinformationen an Bedeutung.
Die Änderung betrifft auch die Fahrzeugkennzeichnung. Bezeichnungen wie EQE oder EQS sowie Zusätze wie „mit EQ Technologie“ und bei Plug-in-Hybriden „EQ Power“ sollen künftig entfallen. Am Heck neuer Fahrzeuge sollen nach Angaben der Quelle die klassische Modellbezeichnung sowie Leistungs- und Ausstattungsinformationen verbleiben, beispielsweise „GLB 400 4MATIC“.
Auch beim Design rückt Mercedes-Benz wieder näher an die konventionellen Baureihen. Die ersten EQ-Modelle waren besonders aerodynamisch gestaltet, um Luftwiderstand und Energieverbrauch zu reduzieren und hohe Reichweiten zu erzielen. Künftige Elektrofahrzeuge sollen sich optisch wieder stärker an den klassischen Mercedes-Modellen orientieren, während die technische Effizienz weiterhin ein zentrales Entwicklungsziel bleibt.
Der Strategiewechsel soll Elektromobilität als gleichwertige Antriebsoption innerhalb des gesamten Modellprogramms positionieren. Unterschiede zwischen den Fahrzeugen werden damit stärker über die technische Auslegung als über ein eigenständiges Markenkürzel vermittelt.
Infobox: Mercedes-Benz ersetzt Bezeichnungen wie EQE oder EQS schrittweise durch die bekannten Baureihen mit Antriebshinweis. Im Konfigurator erscheinen unter anderem „CLA elektrisch“ und „GLC elektrisch“.
Spedition Stickel betreibt elf Elektro-Lkw
Die Spedition Stickel setzt im Nah- und Regionalverkehr elf Elektro-Lkw ein. Eurotransport berichtet, dass das Unternehmen aus Nagold im Schwarzwald die Dekarbonisierung mit eigenem Depotladen, Solarenergie und einem Megawatt-Speicher vorantreibt.
Die Elektro-Lkw von Mercedes-Benz Trucks und MAN Truck & Bus sind seit Januar im Ein- und Zweischichtbetrieb unterwegs. Die Touren erreichen eine Länge von bis zu 600 Kilometern. Zu den Einsätzen zählen tägliche Rundläufe in der Automobilindustrie sowie Transporte von Kunststoffteilen nach Würzburg, wo für die Rücktour Haushaltsgeräte geladen werden.
Das Unternehmen konzentriert sich auf regionale Verkehre, damit die Fahrzeuge am eigenen Depot geladen werden können. Das Laden unterwegs bezeichnet Christian Stickel als zu teuer und zu schwierig; das Unternehmen sei auf günstiges Depotladen angewiesen.
Am Stammsitz in Nagold stehen acht Ladepunkte zur Verfügung. Ende des Jahres soll ein 4-Megawatt-Batteriespeicher in Betrieb genommen werden. Eine erste Photovoltaikanlage wurde 2018 installiert, eine weitere entsteht im Rahmen des Hallenneubaus.
Der Neubau besteht aus zwei Hallenschiffen mit je 3.000 Quadratmetern. Auf dem Gebäude ist eine 0,7 MW-Photovoltaikanlage geplant, die den Standort mit Strom versorgen soll. Die Stromproduktion soll theoretisch ausreichen, um alle acht der elf Fahrzeuge autark zu versorgen.
Für 2027 plant die Spedition die Anschaffung weiterer fünf bis zehn Elektro-Lkw. Bis dahin soll auch der Neubau fertiggestellt sein. Christian Stickel beschreibt die Verbindung aus Elektromobilität, eigener Energieerzeugung und Ladeinfrastruktur als Geschäftsmodell.
„Wir wollen sukzessive vom Diesel unabhängiger werden“, sagt Christian Stickel, Geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Stickel.
Infobox: Stickel betreibt elf Elektro-Lkw auf Touren bis zu 600 Kilometern. Am Standort gibt es acht Ladepunkte; geplant sind ein 4-Megawatt-Batteriespeicher, eine 0,7 MW-Photovoltaikanlage und für 2027 weitere fünf bis zehn Stromer.
Elektroautos erreichen in Firmenflotten erstmals 30 Prozent
Batterieelektrische Pkw haben im ersten Halbjahr 2026 im deutschen Flottenmarkt erstmals einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht. Die von Dataforce erstellte Studie wird von VISION mobility im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland aufgegriffen.
Damit lagen batterieelektrische Pkw erstmals vor allen anderen Antriebsarten. Ihr Anteil an den Neuzulassungen im relevanten Flottenmarkt stieg laut Studie von zwei Prozent im Jahr 2019 auf 30 Prozent im ersten Halbjahr 2026.
Als wichtigsten Treiber nennen 74 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen die Wirtschaftlichkeit. Nachhaltigkeitsziele folgen mit 59 Prozent, Förderprogramme und Steuervorteile erreichen 38 Prozent.
| Auswertung | Wert |
|---|---|
| Anteil batterieelektrischer Pkw im Flottenmarkt, erstes Halbjahr 2026 | 30 Prozent |
| Anteil batterieelektrischer Pkw im Jahr 2019 | zwei Prozent |
| Wirtschaftlichkeit als Treiber | 74 Prozent |
| Nachhaltigkeitsziele als Treiber | 59 Prozent |
| Förderprogramme und Steuervorteile | 38 Prozent |
Im Elektro-Ranking des Flottenmarktes führt Volkswagen im ersten Halbjahr 2026 mit 21 Prozent. Es folgen Skoda mit 15 Prozent, BMW mit zwölf Prozent, Audi mit elf Prozent und Mercedes mit sieben Prozent.
Die fünf meistgekauften batterieelektrischen Firmenwagen stammen laut Studienautoren von deutschen Marken. Zusammen erreichen sie einen Marktanteil von 73 Prozent. Gleichzeitig steigt die Offenheit gegenüber neuen Wettbewerbern: 44 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen können sich vorstellen, künftig neue chinesische Marken einzusetzen.
64 Prozent der Verantwortlichen großer Flotten halten es für wahrscheinlich, ab 2035 mindestens 95 Prozent emissionsfreie Pkw zu beschaffen. Jeweils 18 Prozent bewerten dies als eher oder sehr unwahrscheinlich.
Bis 2030 dürfte nahezu jedes Unternehmen mit eigenem Fuhrpark Elektrofahrzeuge einsetzen. Bis 2035 könnte mehr als die Hälfte der Firmenflotten vollständig emissionsfrei unterwegs sein; bei Großunternehmen mit mehr als 50 Fahrzeugen erwarten dies sogar zwei Drittel der Befragten.
Die Studie verweist zugleich auf die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen. Mehr als die Hälfte der Befragten würde die eigenen Aktivitäten zur Elektrifizierung zurückfahren oder einstellen, wenn Zielvorgaben und staatliche Förderung wegfielen.
„Deutsche Unternehmen treiben die Elektrifizierung ihrer Flotten mit hohem Tempo voran – vor allem, weil sie sich wirtschaftlich rechnet“, sagt Michael Gergen von Dataforce.
Infobox: Batterieelektrische Pkw erreichten im ersten Halbjahr 2026 im Flottenmarkt 30 Prozent. Wirtschaftlichkeit ist für 74 Prozent der Befragten der entscheidende Treiber; 44 Prozent sind offen für neue chinesische Marken.
Fryte Mobility bündelt Reservierungen für E-Lkw-Ladepunkte
Fryte Mobility hat einen zentralen Reservierungsservice für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur von E-Lkw gestartet. Nach Angaben von TRANSPORT – die Zeitung für den Güterverkehr können Speditionen und Frachtführer Ladeslots verschiedener Betreiber über eine gemeinsame Plattform reservieren.
Der Regelbetrieb begann gemeinsam mit Energie Südbayern und Dettendorfer Energy an fünf Standorten in Bayern. In der ersten Rollout-Phase stehen sieben Ladepunkte zur Reservierung bereit. Alle Ladepunkte sind mit einer Durchfahrlösung ausgestattet und für E-Lkw mit einer Leistung von 400 kW ausgelegt.
Die Standorte liegen an zentralen Verkehrsachsen: Der Autohof Inntaler befindet sich in Raubling an der Inntalautobahn A93, ein MCS-Ladepark in Langenbruck direkt an der A9, ein weiterer in Pentling am Kreuz von A93 und B16. Hinzu kommen Standorte in Wallersdorf an der A92 sowie in Aichach an der B300.
Nach Darstellung von Fryte Mobility lassen sich Ladevorgänge damit direkt entlang bestehender Routen einplanen. Umwege und zusätzliche Standzeiten sollen vermieden werden. Die Ladepunkte von Energie Südbayern und Dettendorfer Energy sind ab sofort über die Fryte-Plattform buchbar; in den kommenden Monaten sollen weitere Standorte hinzukommen.
Die Plattform bündelt öffentliche und halböffentliche Ladepunkte verschiedener Betreiber. Speditionen reservieren die Ladeslots über eine einzige Schnittstelle, unabhängig davon, wer die jeweilige Ladeinfrastruktur betreibt. Dadurch sollen Logistiker mehr Auswahl und Transparenz erhalten, während Betreiber ihre Ladepunkte planbarer auslasten können.
Technische Grundlage der Anbindung ist nach Angaben des Unternehmens das Open Charge Point Interface, kurz OCPI. Fryte bindet sich per OCPI direkt an das Charge Point Management System des jeweiligen Betreibers an. Dieser Standard soll ermöglichen, dass die Reservierung über Betreibergrenzen hinweg funktioniert und mit weiteren Standorten und Betreibern skaliert werden kann.
„Mit diesem Rollout zeigen wir, dass Ladepunktreservierung für E-Lkw im Regelbetrieb funktioniert – verlässliche Ladeslots genau dann, wenn Speditionen sie unterwegs brauchen“, sagt Maximilian Zähringer, CEO und Gründer von Fryte Mobility.
Infobox: Fryte Mobility startete den Reservierungsservice an fünf bayerischen Standorten. In der ersten Phase sind sieben Ladepunkte mit 400 kW und Durchfahrlösung reservierbar.
Quellen:
- Bei der Elektromobilität bundesweit vorn: RhönEnergie montiert 1000. Ladepunkt
- Mercedes räumt bei Elektroautos auf: Das EQ-Kürzel verschwindet
- Elf Stromer im regionalen Einsatz: Spedition Stickel setzt auf E-Lkw
- RhönEnergie montiert ihren 1000. Ladepunkt und hat viele Pläne für die Zukunft
- Firmenflotten: Elektroautos erreichen erstmals 30 Prozent Marktanteil
- Ladeinfrastruktur: Fryte Mobility startet zentralen Reservierungsservice