Elektro-Lkw: Hohe Kosten bremsen den Durchbruch im Schwerlastverkehr

Elektro-Lkw: Hohe Kosten bremsen den Durchbruch im Schwerlastverkehr

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Eine Studie zeigt, dass die hohen Produktions- und Gemeinkosten von Elektro-Lkw deren Marktakzeptanz behindern, während Dieselmodelle deutlich günstiger sind. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Preisstrategien angepasst werden, um breitere Akzeptanz zu fördern.

Studie: Warum Elektro-Lkw trotz sinkender Kosten kaum durchstarten

Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens ERM zeigt, dass die Preise für Elektro-Lkw in Europa deutlich über den Produktionskosten liegen. Die Herstellungskosten für elektrische Lkw betragen rund 199.000 Pfund (230.000 Euro), während vergleichbare Dieselmodelle nur etwa 87.000 Pfund (100.000 Euro) kosten. Ein wesentlicher Kostenfaktor sind die Batterien, die mit mehr als 108.000 Pfund (125.000 Euro) zu Buche schlagen.

„Der Schwerlastverkehr steht vor einem Umbruch“, wird Tobias Nissen vom Nordic Center for Sustainable Finance zitiert.

Zusätzlich zu den Produktionskosten belasten hohe Gemeinkosten und Margen die Preisstruktur der Elektro-Lkw. Diese betragen im Durchschnitt 85.991 Pfund (99.700 Euro) für Elektro-Modelle, während sie bei konventionellen Fahrzeugen nur 42.900 Pfund (49.000 Euro) ausmachen. Dies führt dazu, dass die Aufschläge für elektrische Modelle etwa doppelt so hoch sind.

Die Preisstrategie hat direkte Auswirkungen auf den Markt. Der Absatz von Elektro-Lkw konzentriert sich derzeit auf eine kleine Gruppe finanzstarker Flottenbetreiber, die rund 24 Prozent der Neufahrzeugkäufe ausmachen, jedoch nur ein Prozent der Betreiber stellen. Im Gegensatz dazu bleiben etwa 93 Prozent der Betreiber, die rund die Hälfte aller Lkw betreiben, aufgrund der hohen Preise vom Umstieg ausgeschlossen.

Die Studie warnt, dass etablierte Hersteller Marktanteile verlieren könnten, wenn sie ihre Preisstrategie nicht anpassen. Neue Anbieter wie Tesla und BYD setzen auf Skalierung und niedrigere Preise, was den Wettbewerbsdruck erhöht. So bietet Windrose sein Modell E700 für rund 250.000 Euro an, während der durchschnittliche Marktpreis bei 328.000 Euro liegt.

Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, müssten bis 2030 zwischen 54.000 und 67.500 Elektro-Lkw auf die Straße gebracht werden. Experten warnen jedoch, dass regulatorische Erleichterungen den Absatz emissionsfreier Fahrzeuge bis 2030 um mindestens 27 Prozent senken könnten, was ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche darstellt.

Die hohen Anschaffungskosten bleiben ein zentrales Hindernis für Speditionen und Logistikunternehmen. Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass eine breitere Marktdurchdringung erst dann einsetzen könnte, wenn Elektro-Lkw preislich mit Dieselmodellen konkurrieren können. „Die Investitionen in Entwicklung und Produktion sollten über Skalierung refinanziert werden, nicht über hohe Aufschläge für frühe Käufer“, erklärt Merlin Jonack vom Naturschutzbund Deutschland.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die hohen Preise und Margen der Elektro-Lkw eine breitere Akzeptanz im Markt behindern. Eine Anpassung der Preisstrategien könnte entscheidend sein, um die Verbreitung dieser Fahrzeuge zu fördern.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Herstellungskosten für Elektro-Lkw: 199.000 Pfund (230.000 Euro)
  • Herstellungskosten für Diesel-Lkw: 87.000 Pfund (100.000 Euro)
  • Durchschnittliche Gemeinkosten und Margen für Elektro-Lkw: 85.991 Pfund (99.700 Euro)
  • Durchschnittlicher Marktpreis für Elektro-Lkw: 328.000 Euro
  • Benötigte Elektro-Lkw bis 2030 für Klimaziele: 54.000 bis 67.500

Quelle: TRANSPORT - die Zeitung für den Güterverkehr

Quellen: