Elektroauto-Trends 2024: Wallbox, Gebrauchtwagenpreise, Super-Batterien und neue Tarife

Elektroauto-Trends 2024: Wallbox, Gebrauchtwagenpreise, Super-Batterien und neue Tarife

Autor: E-Mobil Magazin Redaktion

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Kategorie: News und Updates

Zusammenfassung: Wallboxen ermöglichen sicheres und komfortables Laden von E-Autos zu Hause, während gebrauchte Elektroautos aktuell deutlich an Wert verlieren.

Elektroauto mit Wallbox zu Hause laden: Wichtige Fakten zur Installation

Wer sein Elektroauto bequem und sicher zu Hause aufladen möchte, benötigt eine Wallbox. Die meisten Wallboxen bieten eine Ladeleistung von 11 kW, es gibt aber auch Modelle mit 22 kW. Mit einer 11 kW-Wallbox lässt sich ein Elektroauto in vier bis fünf Stunden laden, während eine 22 kW-Wallbox den Ladevorgang auf zwei bis drei Stunden verkürzt. Laut Ralf Petri vom VDE ist die Zeitersparnis für private Nutzer jedoch meist unerheblich, da das Auto oft über Nacht geladen wird.

Ein Notladekabel ist laut Experten keine Dauerlösung, da es nur eine Ladeleistung von maximal 3,6 kW (bei manchen Herstellern sogar nur 2,3 kW) bietet und die Haushaltssteckdose überlasten kann. Die Installation einer Wallbox darf ausschließlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Für die Wallbox muss in der Regel ein separater Stromkreis verlegt und mit dem Hausanschluss verbunden werden, inklusive Fehlerschutzschalter und Überspannungsschutz.

Wallboxen mit 11 kW müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, benötigen aber keine Genehmigung. Modelle mit über 11 kW sind genehmigungspflichtig. Seit April 2025 können Wallbox-Besitzer ein zeit-variables Netzentgelt wählen und so durch das Laden in netzschwachen Zeiten Geld sparen. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist möglich, erfordert jedoch ein Energie-Management-System, damit die Wallbox mit der PV-Anlage kommunizieren kann. Der Anschluss an eine Solaranlage ist auch nachträglich möglich.

„Die Nutzung einer Wallbox ist auch sicherer, denn damit wird die Haushaltssteckdose nicht über Stunden belastet.“ (Ralf Petri, VDE)
  • 11 kW-Wallbox: 4–5 Stunden Ladezeit
  • 22 kW-Wallbox: 2–3 Stunden Ladezeit
  • Notladekabel: max. 3,6 kW, keine Dauerlösung
  • Installation nur durch Elektrofachkraft
  • Netzbetreiber-Anmeldung ab 11 kW, Genehmigung ab 22 kW
  • Kombination mit PV-Anlage möglich

Infobox: Die Installation einer Wallbox erhöht Komfort und Sicherheit beim Laden zu Hause. Die Kombination mit einer PV-Anlage kann die Stromkosten weiter senken. (Quelle: RP Online)

Gebrauchtwagenpreise: E-Autos werden günstiger, Preisparität mit Verbrennern

Der aktuelle Markt-Report von AutoScout24 zeigt, dass die Durchschnittspreise für Gebrauchtwagen im Vergleich der ersten Quartale 2024 und 2025 um 1,7 Prozent gestiegen sind. Die Zahl der Besitzumschreibungen stieg im Februar um rund sieben Prozent, während der Neuwagenmarkt um vier Prozent schrumpfte. Die Gebrauchtwagenbestände liegen weiterhin um rund ein Viertel unter dem Vor-Corona-Niveau. Innerhalb der letzten sechs Monate bis März 2024 stieg der Durchschnittspreis für einen Gebrauchten um 800 Euro.

Bei Elektroautos ist ein gegenteiliger Trend zu beobachten: Sie verlieren schneller an Wert, was zu sinkenden Preisen führt. Der Großteil der gebrauchten Elektrofahrzeuge wurde in einer Preisspanne von 10.000 bis 35.000 Euro gehandelt. 61 Prozent der gehandelten E-Fahrzeuge sind zwischen ein und fünf Jahre alt, 24 Prozent haben eine Laufleistung von unter 10.000 Kilometern. Toyota ist die am meisten gehandelte Marke für elektrifizierte Fahrzeuge, gefolgt von Mercedes, VW und BMW. Tesla fiel von Rang 2 auf Rang 6 zurück.

Fahrzeugtyp Preisspanne (gebraucht) Alter (Anteil) Laufleistung (Anteil)
Elektroauto 10.000–35.000 € 1–5 Jahre (61%) <10.000 km (24%)
  • Gebrauchtwagenpreise insgesamt: +1,7 % (Q1 2024/2025)
  • Gebrauchte E-Autos: sinkende Preise, hohe Wertverluste
  • Handelsvolumen elektrifizierter Gebrauchtwagen: +10 % (2023/2024)
  • Toyota führend bei elektrifizierten Gebrauchten

Infobox: Während die Preise für Gebrauchtwagen insgesamt steigen, werden gebrauchte Elektroautos günstiger und für mehr Käufer erschwinglich. (Quelle: FOCUS online)

Gebrauchtwagen: E-Autos erreichen Preisparität mit Verbrennern

Die Preise für gebrauchte Elektroautos und Verbrenner nähern sich immer weiter an. Ein drei Jahre alter Opel Corsa Electric mit einem Listenpreis von rund 31.200 Euro erzielt aktuell noch knapp 16.000 Euro, während ein vergleichbarer Corsa-Benziner mit Listenpreis ca. 21.800 Euro auf rund 15.100 Euro kommt. Laut DAT erzielten gebrauchte Verbrenner im März nach drei Jahren im Durchschnitt noch 62,6 Prozent ihres Listenneupreises, gebrauchte E-Autos hingegen nur noch 49,4 Prozent.

Auch bei anderen Modellen zeigt sich die Annäherung: Ein Skoda Enyaq (25–36 Monate alt) kostet im Schnitt 34.340 Euro, der vergleichbare Kodiaq 35.100 Euro. Der BMW iX3 liegt bei 44.010 Euro, der X3 bei 42.480 Euro. VWs ID.3 ist mit 24.230 Euro sogar günstiger als der Golf (27.680 Euro). Der Peugeot 208 ist elektrisch mit 19.650 Euro teurer als der Verbrenner mit 16.740 Euro.

Modell Preis E-Auto Preis Verbrenner
Opel Corsa (3 Jahre) 16.000 € 15.100 €
Skoda Enyaq/Kodiaq (25–36 Monate) 34.340 € 35.100 €
BMW iX3/X3 (25–36 Monate) 44.010 € 42.480 €
VW ID.3/Golf 24.230 € 27.680 €
Peugeot 208 19.650 € 16.740 €

Die Preisparität könnte sich durch neue EU-Regeln zur CO2-Bepreisung ab 2027 weiter verschieben, da dann die Unterhaltskosten für Verbrenner steigen werden. Langfristig erwarten Experten, dass der Wert von Elektrofahrzeugen durch technologische Fortschritte und steigende Akzeptanz zunimmt, während Verbrenner an Wert verlieren.

  • Gebrauchte E-Autos: 49,4 % Restwert nach 3 Jahren
  • Gebrauchte Verbrenner: 62,6 % Restwert nach 3 Jahren
  • Preisparität bei vielen Modellen erreicht
  • Neue CO2-Regeln ab 2027 könnten E-Autos attraktiver machen

Infobox: Gebrauchte Elektroautos sind preislich auf Augenhöhe mit Verbrennern angekommen. Künftige Regulierungen könnten den Trend weiter verstärken. (Quelle: Automobilwoche)

Umfrage: Jüngere Autofahrer zeigen großes Interesse an E-Autos

Laut einer Umfrage, über die autobild.de berichtet, wollen zwei Drittel der jüngeren Autofahrer ein E-Auto. Besonders bei den unter 45-Jährigen ist die Zustimmung hoch: 60 Prozent dieser Altersgruppe sprechen sich für den Kauf eines Elektroautos aus. Die Bereitschaft, auf Elektromobilität umzusteigen, ist damit bei jüngeren Menschen deutlich ausgeprägter als bei älteren Generationen.

  • 60 % der unter 45-Jährigen befürworten E-Autos
  • Jüngere Autofahrer zeigen besonders großes Interesse

Infobox: Die Elektromobilität stößt vor allem bei jüngeren Autofahrern auf große Zustimmung. (Quelle: autobild.de)

Super-Batterien aus China: Reichweiten bis zu 1500 Kilometer angekündigt

Im Podcast „Was mich bewegt – der Automotive-Podcast“ von stuttgarter-nachrichten.de wird die Ankündigung des chinesischen Batterieherstellers CATL diskutiert. CATL hat drei neue Akku-Varianten vorgestellt, die Reichweiten von bis zu 1500 Kilometern mit einer Ladung ermöglichen sollen. Die Ladezeit soll dabei ähnlich kurz wie an einer Benzintankstelle sein. CATL plant, die Produktion nicht nur in China, sondern auch in Europa auszubauen.

Während asiatische Hersteller technologisch führend sind, kämpfen europäische Projekte wie Northvolt mit Rückständen. Die Podcast-Hosts betonen, dass die neuen Batterien das sogenannte „RIP-Problem“ (Reichweite, Infrastruktur, Preis) deutlich entschärfen könnten.

  • CATL kündigt Akkus mit bis zu 1500 km Reichweite an
  • Ladezeit vergleichbar mit Tankvorgang bei Benzinern
  • Produktion auch in Europa geplant

Infobox: Neue Batterietechnologien aus China könnten die Reichweite und Ladezeiten von E-Autos revolutionieren. (Quelle: stuttgarter-nachrichten.de)

Banula: Bundesweites E-Auto-Laden mit eigenem Stromvertrag

Das vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) koordinierte Projekt Banula ermöglicht es erstmals, den eigenen Stromvertrag bundesweit an öffentlichen Ladesäulen zu nutzen – inklusive Haushalts- und selbst erzeugtem PV-Strom. Nach erfolgreicher Pilotierung in der Regelzone von TransnetBW wurde das Durchleitungsmodell nun auch in der Amprion-Regelzone umgesetzt, was die bundesweite Anwendbarkeit demonstriert.

Das neue Abrechnungsmodell erlaubt es E-Autofahrern, ihr Fahrzeug an ausgewählten Standorten zu den Konditionen ihres bestehenden Stromvertrags zu laden. Das Konzept basiert auf von der Bundesnetzagentur definierten Virtuellen Bilanzierungsgebieten, die von Oli Systems in drei der vier deutschen Regelzonen betrieben werden. Zu den Projektpartnern gehören neben Fraunhofer IAO und Oli Systems auch Badenova, Becker Büttner Held, die Universität Stuttgart, Schwarz Immobilien Service, die Smartlab Innovationsgesellschaft sowie TransnetBW.

„Mit dem Durchleitungsmodell holen wir die Stromwahlfreiheit ins Zeitalter der Elektromobilität: Nutzerinnen und Nutzer können ihren Fahrstromtarif selbst bestimmen – unabhängig vom Standort und mit voller Transparenz über Preis und Herkunft.“ (Dr. Ole Langniß, Oli Systems)
  • Bundesweites Laden mit eigenem Stromvertrag möglich
  • Integration von Haushalts- und PV-Strom
  • Virtuelle Bilanzierungsgebiete in drei von vier Regelzonen
  • Projektpartner: Fraunhofer IAO, Oli Systems, Badenova u.a.

Infobox: Das Banula-Projekt ermöglicht erstmals bundesweites E-Auto-Laden zu den Konditionen des eigenen Stromvertrags und könnte die Kosten für E-Mobilisten senken. (Quelle: Elektroauto-News.net)

Quellen: