Elektromobilität im Fokus: Rallye, Crashtests, Rohstoffpreise und Ladeinfrastruktur im Überblick

    22.05.2025 233 mal gelesen 0 Kommentare
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    Die Europa EV Rally 2025 hat gezeigt, dass Elektromobilität im Alltag funktioniert. Mit 20 verschiedenen Elektrofahrzeugen und über 960.000 Ladestationen im Octopus Energy Netzwerk wurde die Effizienz der Fahrzeuge auf einer spannenden Route durch Europa getestet. Die Teilnehmer waren besonders von der Schnellladeinfrastruktur in Deutschland und den Niederlanden beeindruckt. Die Rallye endete mit einer feierlichen Siegerehrung im Kind Baudouin Stadion in Brüssel.
    Die Euro NCAP hat 16 neue Fahrzeuge auf ihre Sicherheit getestet. Während viele Modelle wie der Audi A5 PHEV und das Tesla Model 3 die Höchstwertung von fünf Sternen erhielten, enttäuschte der Dacia Bigster mit nur drei Sternen. Besonders bei den Sicherheitsassistenten und dem Fußgängerschutz wurden erhebliche Mängel festgestellt. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig Sicherheit in der Elektromobilität ist.
    Die Preise für wichtige Rohstoffe der Elektromobilität sind stark gefallen, was die Batterieproduktion entlastet. Der Lithiumpreis ist seit 2023 um über 80 Prozent gesunken, während die Produktion in Ländern wie China und Indonesien zunimmt. Allerdings warnt die Internationale Energieagentur vor einer erhöhten Anfälligkeit der Lieferketten, die zu Preissprüngen führen könnte. Die Dominanz Chinas im Batterie-Recycling bleibt ebenfalls ein kritisches Thema.
    Kia hat den neuen PV5 Cargo vorgestellt, der mit einer soliden Grundausstattung und zwei Akkuvarianten auf den Markt kommt. Ab einem Preis von 32.932,77 Euro netto bietet der E-Van eine Reichweite von bis zu 397 km und eine umfassende Sicherheitsausstattung. Die Auslieferung der Langstreckenvariante beginnt im November, und Kia gewährt eine lange Garantie auf das Fahrzeug und die Batterie.
    Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst, doch Unsicherheiten bremsen den Markt. Mit über 128.000 Normalladepunkten und 38.000 Schnellladepunkten sind die Voraussetzungen gut, aber die Auslastung bleibt niedrig. Der Anteil von E-Autos an den Neuzulassungen liegt bei 16 bis 17 Prozent, was unter den Erwartungen liegt. Um den Ausbau voranzutreiben, sind verlässliche Anreize und Förderungen notwendig.

    The Europa EV Rally '25: Elektromobilität auf dem Prüfstand

    Die Europa EV Rally, die in Großbritannien bereits etabliert ist, fand nun erstmals auf dem europäischen Festland statt. Mit 20 Elektrofahrzeugen verschiedenster Marken, darunter Modelle wie BMW i5 M60, BMW iX1, MG Cyberster, Ford Capri, Polestar 4 und Iveco eDaily, demonstrierten die Teilnehmer die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität. Besonders hervorgehoben wurde die nahtlose Nutzung des Ladenetzes von Octopus Energy, das über 960.000 integrierte Stationen bietet.

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    Die Rallye führte von Brüssel über das Atomium und den Kristal Solar Park nach Deutschland, mit Stopps an modernen Schnellladestationen wie Ionity in Castrop-Rauxel und Allego an der Zeche Zollverein in Essen. Die Effizienz der Fahrzeuge stand im Mittelpunkt der Bewertung, nicht die Geschwindigkeit. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Schnellladeinfrastruktur, insbesondere in den Niederlanden und Deutschland. Die Route führte weiter zu aral pulse in Mönchengladbach, nach Maastricht und zurück nach Brüssel, mit weiteren Stopps bei Sixt in Lüttich, dem Wasserkraftwerk Vianden in Luxemburg, Fastned in Bihain und Electra in Charleroi. Die Siegerehrung fand im Kind Baudouin Stadion statt.

    • 20 Elektrofahrzeuge verschiedener Marken im Einsatz
    • 960.000+ Ladestationen im Octopus Energy Netzwerk
    • Hervorragende Schnellladeinfrastruktur in den Niederlanden und Deutschland
    • Fokus auf Effizienz statt Geschwindigkeit

    Infobox: Die Teilnehmer der Europa EV Rally zeigten: Die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur sind bereit für den Alltag. (Quelle: VISION mobility)

    Euro NCAP Crashtests: Dacia Bigster enttäuscht, andere Modelle überzeugen

    Die Crashtest-Organisation Euro NCAP hat 16 neue Fahrzeuge auf Sicherheit getestet. Die Modelle Audi A5 PHEV, Audi Q5, VW Tayron, MG S5 EV, Tesla Model 3 und Toyota C-HR PHEV erhielten jeweils die Höchstwertung von fünf Sternen. Auch der Kia EV3 erreichte mit optionalem Sicherheitspaket fünf Sterne, ohne dieses Paket jedoch nur vier Sterne. Weitere Fahrzeuge wie der vollelektrische Renault 4, Ford Tourneo Custom (inklusive Elektrovariante), Opel Grandland, Peugeot 3008 und 5008 sowie der Volkswagen Transporter kamen ebenfalls auf vier Sterne.

    Der Dacia Bigster schnitt mit nur drei Sternen ab. Besonders bei den Sicherheitsassistenten und dem Fußgängerschutz wurden signifikante Defizite festgestellt.

    Modell Sternebewertung
    Audi A5 PHEV, Audi Q5, VW Tayron, MG S5 EV, Tesla Model 3, Toyota C-HR PHEV 5 Sterne
    Kia EV3 (mit Sicherheitspaket) 5 Sterne
    Kia EV3 (ohne Sicherheitspaket), Renault 4, Ford Tourneo Custom, Opel Grandland, Peugeot 3008/5008, VW Transporter 4 Sterne
    Dacia Bigster 3 Sterne

    Infobox: Während viele neue Modelle die Höchstwertung erreichten, zeigte der Dacia Bigster deutliche Schwächen bei der Sicherheit. (Quelle: MotorZeitung)

    Preise für Batterie-Rohstoffe sinken deutlich – Konzentration auf wenige Länder

    Die Preise für wichtige Rohstoffe der Elektromobilität wie Kobalt, Lithium und Grafit sind trotz hoher Nachfrage stark gefallen. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) ist der Lithiumpreis seit 2023 um über 80 Prozent gesunken, nachdem er zwischen 2021 und 2022 noch um das Achtfache gestiegen war. Auch die Preise für Grafit, Kobalt und Nickel sind rückläufig.

    Die Produktion wurde vor allem in China, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo gesteigert. Der Marktanteil der drei führenden Bergbauländer bei den wichtigsten Energie-Mineralien stieg von 73 Prozent im Jahr 2020 auf 77 Prozent im Jahr 2024. Die IEA warnt jedoch vor einer erhöhten Anfälligkeit der Lieferketten: Sollte ein wichtiger Lieferant ausfallen, könnte im Jahr 2035 im Schnitt die Hälfte der Nachfrage ungedeckt bleiben, was zu erheblichen Preissprüngen führen könnte. China dominiert zudem das Batterie-Recycling, mit zwei Dritteln des Wachstums seit 2020.

    • Lithiumpreis seit 2023 um über 80 % gesunken
    • Marktanteil der drei führenden Länder: 77 % (2024)
    • China führend beim Recycling
    • Lieferketten bleiben anfällig

    Infobox: Die sinkenden Rohstoffpreise entlasten die Batterieproduktion, doch die starke Marktkonzentration birgt Risiken für die Versorgungssicherheit. (Quelle: verkehrsrundschau.de)

    Kia PV5: E-Van startet mit guter Grundausstattung und zwei Akkuvarianten

    Kia hat die Preise und Ausstattungen für den neuen PV5 Cargo bekanntgegeben. Das erste PBV-Modell (Platform Beyond Vehicle) startet in Deutschland ab 39.190 Euro (netto 32.932,77 Euro) mit einer 51,5-kWh-Batterie. Die Langstreckenvariante mit 71,2 kWh kostet 43.805 Euro (netto 36.810,92 Euro). Der PV5 bietet bis zu 120 kW (163 PS) und eine Reichweite von bis zu 397 km. Die Auslieferung der Langversion mit normal hohem Dach (L2H1) beginnt ab Mitte November, weitere Varianten folgen später.

    Der PV5 Cargo verfügt über einen 4,4 m³ großen Laderaum und eine umfassende Komfort- und Sicherheitsausstattung. Kia gewährt sieben Jahre Herstellergarantie (bis 150.000 km) und acht Jahre Batteriegarantie (bis 160.000 km). Die Fahrzeuge basieren auf der neuen E-GMP.S-Plattform, die speziell für Nutzfahrzeuge entwickelt wurde.

    Modell Batterie Preis (netto) Reichweite
    PV5 Cargo (L2H1) 51,5 kWh 32.932,77 € bis 397 km
    PV5 Cargo (L2H1, Langstrecke) 71,2 kWh 36.810,92 € bis 397 km

    Infobox: Der Kia PV5 bietet moderne Technik, flexible Varianten und eine lange Garantie – zu Preisen ab 32.932,77 Euro netto. (Quelle: Logistra)

    Ladeinfrastruktur: Ausbau schreitet voran, aber Unsicherheiten bremsen Markt

    Günter Fuhrmann, Geschäftsführer des Ladeinfrastrukturbetreibers Mer, sieht die Entwicklung der Ladeinfrastruktur in Deutschland positiv. Zum 1. Mai 2025 waren laut Bundesnetzagentur 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte in Betrieb. Im zweiten Halbjahr 2024 wurden rund 25 Millionen Ladevorgänge gezählt, was etwa 137.000 Ladevorgängen pro Tag entspricht – ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr.

    Die Auslastung der Ladepunkte lag im Durchschnitt bei 17 Prozent, regional zwischen 3 und 40 Prozent. Der Anteil von E-Autos an den Neuzulassungen liegt aktuell bei 16 bis 17 Prozent, ursprünglich waren 25 bis 30 Prozent erwartet worden. Der Wegfall staatlicher Förderungen und die daraus resultierende Unsicherheit bremsen laut Fuhrmann den weiteren Ausbau, insbesondere im gewerblichen Bereich. Positiv bewertet er die steuerliche Förderung von E-Dienstwagen bis 100.000 Euro, sieht aber weiteren Handlungsbedarf bei verlässlichen Anreizen.

    • 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte (Stand: 1. Mai 2025)
    • 25 Mio. Ladevorgänge im zweiten Halbjahr 2024
    • Durchschnittliche Auslastung: 17 %
    • Aktueller E-Auto-Anteil an Neuzulassungen: 16–17 %

    Infobox: Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Unsicherheiten bei Förderung und Planung bremsen den Markthochlauf. (Quelle: edison.media)

    Fraunhofer-Studie: E-Autos sind günstiger und umweltfreundlicher

    Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat in einer Übersichtsstudie mehr als 70 wissenschaftliche Quellen ausgewertet. Das Ergebnis: Ein heute in Deutschland gekaufter Mittelklasse-Stromer verursacht bei durchschnittlicher Fahrleistung rund 40 bis 50 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen als ein vergleichbarer Verbrenner. Die höheren Emissionen bei der Herstellung werden durch die Vorteile im Betrieb ausgeglichen.

    Auch wirtschaftlich schneiden E-Autos gut ab. Bereits nach drei Jahren Haltedauer können sie günstiger sein als Verbrenner, sofern eine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz besteht. Die Studie betont, dass die Entwicklung der Batterietechnologie die Position der Elektromobilität weiter gestärkt hat.

    • 40–50 % weniger Treibhausgas-Ausstoß als Verbrenner
    • Nach drei Jahren Haltedauer oft günstiger als Verbrenner
    • Vorteile durch technische Fortschritte bei Batterien

    Infobox: E-Autos sind laut Fraunhofer-Studie sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich im Vorteil gegenüber Verbrennern. (Quelle: STERN.de)

    Quellen:

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