KIT-Studie: Wie beeinflusst Elektromobilität den Reifenabrieb?
Eine aktuelle Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik untersucht die Auswirkungen der Elektromobilität auf den Reifenabrieb. Laut einem Artikel in "Transport - Die Zeitung für den Güterverkehr" wird durch das hohe Gewicht der Batterien sowie die hohen Anfahrmomente elektrischer Fahrzeuge mehr Abrieb erzeugt als bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren.
Die entstehenden Mikroplastikpartikel aus dem Reifenabrieb stellen eine erhebliche Umweltbelastung dar, da sie sowohl in Gewässern als auch im Boden landen. In Deutschland entstehen jährlich mindestens 100.000 Tonnen solcher Partikel, was etwa ein Drittel aller Mikroplastik-Emissionen entspricht. Das Projekt RAMUS zielt darauf ab, diese Problematik zu erforschen und Lösungen zu entwickeln.
Mit Einführung der Euro-7-Norm werden erstmals Grenzwerte für Pkw-Reifenabriebe festgelegt, um diesen Umweltschäden entgegenzuwirken. Ab Juli 2028 gelten diese Normen zunächst nur für Pkw; leichte und schwere Nutzfahrzeuge folgen bis spätestens 2032. Ziel ist es laut Dr. Martin Gießler vom KIT, besser zu verstehen, wie Faktoren wie Fahrzeuggewicht oder Straßenbedingungen den Abrieb beeinflussen können.
Die Forschenden arbeiten an einem simulationsgestützten Prognosemodell basierend auf realen Verkehrsdaten von elektrifizierten Lieferverkehren. Diese Daten sollen helfen, Vorhersagen über das Verhalten unter verschiedenen Bedingungen treffen zu können und so zur Reduktion von Reifenverschleiß beizutragen.
Letztlich soll dieses Wissen dazu beitragen, dass zukünftige elektrische Fahrzeuge weniger schädliche Emissionen verursachen – ein wichtiger Schritt hin zur klimaneutraleren Mobilität im Straßengüterverkehrssektor.
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