Social Leasing, neue Tankstellen, Batterie-Recycling: Aktuelle Trends in der E-Mobilität

    15.07.2025 190 mal gelesen 0 Kommentare
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    Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass über 80 % der Befragten Social Leasing für E-Fahrzeuge unterstützen. 63 % sehen darin eine gerechtere Förderung, während 21 % einen Fokus auf günstige E-Autos und beruflichen Bedarf wünschen. Nur 16 % lehnen weitere Prämien ab. Diese hohe Beteiligung unterstreicht das große Interesse an einer sozial ausgewogenen Förderung der E-Mobilität.
    Die Tankstelle der Zukunft wandelt sich zu einem Energie-Hub, der digitale Services und Elektromobilität integriert. Ab 2028 wird die Ladesäulenpflicht für größere Ketten eingeführt, während der Verkauf von Kraftstoffen zunehmend zum Nebengeschäft wird. Aral testet bereits Mobility Hubs mit Schnellladesäulen und Lounge-Bereichen. Bis 2035 wird erwartet, dass Tankstellen sich stark ins Energienetz integrieren und neue Besuchsanlässe bieten.
    Das Recycling von E-Auto-Batterien ist in Europa derzeit nicht wirtschaftlich. Hohe Transportkosten machen bis zu 70 % der Recycling-Kosten aus, und viele Anlagen sind nur zu einem Bruchteil ausgelastet. Eine dezentrale Recycling-Struktur könnte helfen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Aktuell müssen viele zurückgewonnene Materialien ins Ausland verkauft werden, da die Nachfrage in Europa fehlt.
    Die ÖAMTC Christophorus-Notarzthubschrauber setzen auf Elektromobilität und haben 39 KEBA-Wallboxen an ihren 18 Stützpunkten installiert. Dies ermöglicht den Mitarbeitenden, ihre E-Autos während des Dienstes zu laden. Das ÖAMTC ePower-Netz bietet flächendeckend 22.000 Ladepunkte in Österreich mit einheitlichen Tarifen. Die Nutzung von PV-Strom an ausgewählten Standorten sorgt für zusätzliche Nachhaltigkeit.
    Daimler Truck startet mit dem eActros 600 ein Projekt zur elektrifizierten Fernlogistik und plant eine jährliche Laufleistung von bis zu 2,5 Millionen CO2-freien Kilometern. An den Standorten wurden leistungsfähige Ladeinfrastrukturen geschaffen, um die batterieelektrischen Lkw zu unterstützen. Der eActros 600 bietet eine Reichweite von 500 Kilometern und wird mit Schnellladepunkten ausgestattet. Dieses Projekt wurde bereits mit dem Logistik-Award 2025 ausgezeichnet.

    VM-Umfrage: Klare Mehrheit für Social Leasing

    Eine aktuelle Umfrage von VISION mobility zeigt, dass über 80 Prozent der Community ein sogenanntes "Social Leasing" für E-Fahrzeuge befürworten. Auf die Frage "Sollte es auch bei uns wie in Frankreich vergünstigte E-Auto-Miete geben?" antworteten 63 Prozent mit "Ja, die bisherige Förderung ist ungerecht, Social Leasing könnte E-Mobilität in die Breite bringen". Weitere 21 Prozent stimmten zu, allerdings mit der Einschränkung, dass der Fokus auf günstige E-Fahrzeuge und beruflichen Bedarf gelegt werden sollte.

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    Lediglich 16 Prozent der Befragten halten Prämien für überflüssig und argumentieren, dass E-Autos ohnehin schon günstiger als Verbrenner seien und Förderungen nur ein Strohfeuer darstellen. Insgesamt wurden 238 Stimmen abgegeben, was laut VISION mobility eine Rekordbeteiligung darstellt und das große Interesse am Thema unterstreicht. Die Redaktion merkt an, dass die politische Entwicklung derzeit eher auf ein Auslaufen der E-Mobilitäts-Unterstützung hindeutet.

    „Ja, die bisherige Förderung ist ungerecht, Social Leasing könnte E-Mobilität in die Breite bringen.“ – 63 Prozent der Umfrageteilnehmer (VISION mobility)
    • Über 80 % befürworten Social Leasing
    • 63 % sehen darin eine gerechtere Förderung
    • 21 % wollen Fokus auf günstige E-Autos und beruflichen Bedarf
    • 16 % lehnen weitere Prämien ab
    • 238 abgegebene Stimmen – Rekordbeteiligung

    Infobox: Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine gezieltere und sozial ausgewogenere Förderung für E-Autos, wie sie das Social Leasing-Modell vorsieht. (Quelle: VISION mobility)

    Vom Zapfhahn zum Energy-Hub: Die Tankstelle der Zukunft

    Die klassische Tankstelle steht laut autohaus.de vor einem grundlegenden Wandel. Elektromobilität, digitale Services und politische Vorgaben wie die Ladesäulenpflicht ab 2028 verändern das Geschäftsmodell. Der Verkauf von Kraftstoffen ist vielerorts bereits zum Nebengeschäft geworden, während Shops, Convenience-Produkte und Dienstleistungen wie Autowäsche je nach Standort bis zur Hälfte des Umsatzes ausmachen. Die Margen in diesen Bereichen sind deutlich höher als beim Kraftstoffverkauf.

    Mit der Wende zur Elektromobilität müssen Tankstellen ihr Angebot erweitern. Aral testet in Berlin sogenannte "Mobility Hubs" mit Schnellladesäulen und Lounge-Bereichen. Digitale Angebote wie Apps zur Kundenbindung und neue Partnerschaften mit dem Einzelhandel gewinnen an Bedeutung. Ab 2035 dürfen keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden, ab 2028 sind Schnellladesäulen Pflicht für größere Ketten. Laut einer Studie von BearingPoint wird die Tankstelle bis 2035 zum Mobilitäts-Hub mit Fokus auf Schnellladen, Stromnetz-Integration und digitale Services. Gastronomie, Paketshops und Bio-Lebensmittel sorgen für neue Besuchsanlässe.

    • Bis zu 50 % Umsatz durch Shop und Dienstleistungen
    • Ladesäulenpflicht ab 2028 für größere Ketten
    • Ab 2035 keine Neuzulassung von Verbrennern mehr
    • Mobility Hubs mit Schnellladesäulen und Lounge-Bereichen im Test
    • Starke Einbindung ins Energienetz bis 2040 erwartet

    Infobox: Die Tankstelle der Zukunft wird zum Energie- und Servicezentrum mit Fokus auf Elektromobilität, digitale Angebote und neue Betreiberstrukturen. (Quelle: autohaus.de)

    Recycling von E-Auto-Batterien rentiert sich nicht

    Der Lehrstuhl "Production Engineering of E-Mobility Components" (PEM) der RWTH Aachen kommt laut Elektroniknet zu dem Ergebnis, dass das Recycling von E-Fahrzeug-Batterien in Europa derzeit nicht profitabel ist. Vor allem die Transportkosten schlagen zu Buche und machen je nach Einstufung der Batterien bis zu 70 % der Recycling-Kosten aus. Die Infrastruktur für die chemische Verarbeitung erfordert aktuell Investitionen von rund 23 Euro pro Tonne Input-Material.

    Ein weiteres Problem ist, dass der größte Teil der zurückgewonnenen Schwarzmasse mangels europäischer Nachfrage ins Ausland verkauft werden muss. Viele Recycling-Anlagen sind aufgrund zu geringer Rücklaufmengen mit weniger als zehn Prozent ihrer Kapazität ausgelastet. Die Studie schlägt eine dezentrale Recycling-Struktur vor, um Transportwege zu verkürzen und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

    Kostenfaktor Wert
    Transportkostenanteil bis zu 70 %
    Investition chemische Verarbeitung 23 €/Tonne Input
    Auslastung Recycling-Anlagen < 10 % mit E-Fahrzeug-Batterien

    Infobox: Das Recycling von E-Auto-Batterien ist in Europa aktuell nicht wirtschaftlich, vor allem wegen hoher Transportkosten und geringer Auslastung der Anlagen. (Quelle: Elektroniknet)

    ÖAMTC Christophorus: Luftrettung trifft Elektromobilität

    Die ÖAMTC Christophorus-Notarzthubschrauber sind seit 1983 im Einsatz und haben allein 2024 über 22.000 Einsätze durchgeführt. Nun hält Elektromobilität an allen Christophorus-Stützpunkten Einzug: Alle 18 Stützpunkte sind mit insgesamt 39 KEBA-Wallboxen ausgestattet, um Mitarbeitenden das Laden ihrer E-Autos zu ermöglichen. Notfallsanitäter Andreas Dammerer berichtet, dass zwei 11-kW-Wallboxen am Standort Krems ausreichen, um die Fahrzeuge während des Dienstes vollständig zu laden.

    Die neuen Stationen sind Teil des ÖAMTC ePower-Netzes, das rund 22.000 Ladepunkte in ganz Österreich bietet. Nutzer profitieren von einheitlichen Tarifen ab 0,44 €/kWh, AC- und DC-Ladung bis zu 350 kW sowie Roaming im In- und Ausland. An ausgewählten Standorten wird PV-Strom genutzt. Die Steuerung erfolgt komfortabel über die ePower-App oder Ladekarte.

    • 22.000 Einsätze der Christophorus-Flotte 2024
    • 18 Stützpunkte mit 39 KEBA-Wallboxen
    • ÖAMTC ePower-Netz: 22.000 Ladepunkte
    • Tarife ab 0,44 €/kWh
    • AC/DC-Ladung bis 350 kW

    Infobox: Die ÖAMTC-Luftrettung setzt auf nachhaltige Mobilität am Boden und bietet flächendeckende Ladeinfrastruktur für Mitarbeitende und Kund:innen. (Quelle: trendingtopics.eu)

    Werkslogistik: Daimler Truck startet elektrifizierte Fernlogistik mit eActros 600

    Daimler Truck hat gemeinsam mit 14 Speditionen das Projekt "Electrify Inbound Logistics" gestartet und setzt den Mercedes-Benz eActros 600 auf Fernverkehrsrouten zur Versorgung der deutschen Lkw-Werke ein. Die Routen sind zwischen 150 und 600 Kilometer lang und führen teilweise über Landesgrenzen hinweg. Der Hersteller rechnet mit einer jährlichen Laufleistung von bis zu 2,5 Millionen CO2-freien Kilometern im Fahrbetrieb.

    Für den Betrieb der batterieelektrischen Lkw wurde an den Standorten eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur geschaffen. Am Werk Wörth sind 15 Ladepunkte verfügbar, darunter sechs Schnellladesäulen mit 400 kW Leistung. Bis Ende 2025 sollen acht weitere Schnellladesäulen an deutschen Standorten hinzukommen. Der eActros 600 verfügt über drei Batteriepakete mit jeweils 207 kWh (gesamt 621 kWh) und erreicht eine Reichweite von 500 Kilometern mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht. Bei optimierter Nutzung von Fahrerpausen sind täglich mehr als 1.000 Kilometer möglich.

    Technische Daten eActros 600 Wert
    Batteriekapazität 3 x 207 kWh = 621 kWh
    Reichweite 500 km (realitätsnah, 40 t)
    Nutzlast ca. 22 t
    Schnellladepunkte Werk Wörth 6 x 400 kW
    Jährliche Laufleistung (geplant) 2,5 Mio. km CO2-frei

    Das Projekt wurde mit dem Logistik-Award 2025 des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ausgezeichnet. (Quelle: TRANSPORT - die Zeitung für den Güterverkehr)

    Infobox: Daimler Truck elektrifiziert die Fernlogistik mit dem eActros 600 und setzt auf leistungsfähige Ladeinfrastruktur und hohe Reichweiten. (Quelle: TRANSPORT - die Zeitung für den Güterverkehr)

    ZDK-Infoveranstaltung mit Batterietests

    Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) lädt am 18. September 2025 zum Tag der Elektromobilität in die Home World Wertheim ein. Im Mittelpunkt stehen Batterietests als vertrauensbildendes Instrument beim Gebrauchtwagenverkauf sowie die Entwicklung und Finanzierung moderner Ladeinfrastruktur. Die Veranstaltung richtet sich an Kfz-Unternehmen und Mitgliedsbetriebe, die Teilnahme ist kostenfrei, aber die Plätze sind begrenzt.

    Im Bereich Batteriediagnose stellt Aviloo verschiedene Testungen vor, darunter den Flash Test für schnelle Analysen und den Premium Test für detaillierte Bewertungen. Die Ergebnisse werden in der Aviloo Batterie Data Cloud dokumentiert und am Demofahrzeug live demonstriert. Weitere Workshops widmen sich dem bidirektionalen Laden, der Integration von Photovoltaik und Speichersystemen sowie wirtschaftlichen Konzepten für Autohäuser.

    • Tag der Elektromobilität am 18. September 2025
    • Schwerpunkt: Batterietests und Ladeinfrastruktur
    • Aviloo Flash Test und Premium Test im Live-Einsatz
    • Workshops zu bidirektionalem Laden und PV-Integration
    • Kostenfreie Teilnahme, Anmeldung bis 29. August 2025

    Infobox: Die ZDK-Infoveranstaltung bietet praxisnahe Einblicke in Batteriediagnose, Ladeinfrastruktur und nachhaltige Geschäftsmodelle für Autohäuser. (Quelle: kfz-betrieb)

    Quellen:

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