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Pressespiegel: Elektromobilität zwischen Alltagstest, Infrastruktur und politischer Debatte
Freiburg lädt zum Testtag für E-Mobilität ein
Die Stadt Freiburg veranstaltet am Donnerstag, 17. September, einen Testtag für Elektromobilität. Wie die Badische Zeitung berichtet, findet die Veranstaltung von 12 bis 20 Uhr gemeinsam mit 27 Kooperationspartnern auf dem Messegelände statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Besucher können E-Autos, E-Bikes, E-Lastenräder und E-Roller kennenlernen und verschiedene Modelle ausprobieren. Für E-Bikes und E-Lastenräder steht ein Fahrradparcours bereit, während E-Autos, E-Transporter und E-Motorroller außerhalb des Messegeländes getestet werden können. Das Angebot reicht von Kleinst-, Klein- und Kompaktfahrzeugen bis zu Fahrzeugen der Mittelklasse und oberen Mittelklasse.
Zusätzlich sind kostenlose Radchecks, Informationen zu aktueller Forschung und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie Hinweise zu Ladeinfrastruktur vorgesehen. Auch geteilte Mobilitätsangebote wie E-Carsharing, E-Bikesharing mit Frelo und E-Motorroller-Sharing werden vorgestellt. Ein E-Taxi ist ebenfalls vor Ort, außerdem gibt es ein Spielmobil und Angebote für das leibliche Wohl.
„Wir als Stadt möchten mit dem Testtag einen weiteren Impuls für den Umstieg auf E-Mobilität geben – sowohl für den privaten Alltag als auch für Unternehmen“, sagte Freiburgs Erster Bürgermeister Martin Haag laut Badischer Zeitung.
Der Testtag findet im Rahmen der „Klima.Länd.Tage“ und als Teil der Europäischen Mobilitätswoche statt. Die Stadt informiert außerdem über geeignete Ladeinfrastruktur und Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen.
Zusammenfassung: Freiburg verbindet Probefahrten, Beratung und Informationen zu Lade- und Sharing-Angeboten bei einem kostenlosen Testtag am 17. September.
Elektroroller verschaffen Frauen in Pakistan mehr Mobilität
In Pakistan wächst der Markt für Elektro-Motorroller deutlich. heise online berichtet, dass insbesondere Frauen von dem Boom profitieren, weil sie mit den sogenannten „Scooties“ selbstständig unterwegs sein können.
Die 20-jährige Dermatologie-Studentin Khadija schildert, dass sie zuvor für den Weg zur Universität auf ein Taxi angewiesen gewesen sei. Motorräder würden in dem muslimisch-konservativen Land häufig von Männern gefahren, während Frauen hinter ihnen seitlich mit beiden Beinen auf einer Seite säßen. Auf einem Motorroller könne sie dagegen mit geschlossenen Beinen fahren, was in ihrer Kultur akzeptiert werde. Seit einem Jahr nutzt sie ihren Roller auch für Besorgungen in der Nachbarschaft.
Der pakistanische Hersteller Evee setzt nach Angaben von heise online gezielt auf Frauen als Kundinnen. Unternehmenschef Saad Farrukh beschreibt den Elektroroller als günstige Lösung. Auch junge Männer aus der oberen Mittelschicht zählen zur Zielgruppe, weil ein Motorrad für sie offenbar nicht als Statussymbol gilt.
Der Markt wächst laut dem Bericht schnell. In Pakistan gibt es mittlerweile mehr als hundert Start-ups. Die Regierung weist für das Geschäftsjahr bis Ende Juni 164.000 im Land produzierte elektrische Zweiräder aus, nachdem es im Vorjahr 61.000 gewesen waren. Pakistan hat etwa 250 Millionen Einwohner und produziert jährlich 2 Millionen Motorräder.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Elektrische Zweiräder im Geschäftsjahr bis Ende Juni | 164.000 |
| Elektrische Zweiräder im Vorjahr | 61.000 |
| Einwohner Pakistans | etwa 250 Millionen |
| Jährlich produzierte Motorräder | 2 Millionen |
Der Markt wird durch politische Maßnahmen unterstützt. Für Teile von Elektrofahrzeugen wurden Einfuhrzölle abgeschafft, die Mehrwertsteuer wurde stark gesenkt. Außerdem entfallen Gebühren für die Zulassung von Elektrorollern. Für Studierende werden günstige Kredite beworben, bei denen monatliche Ratenzahlungen von umgerechnet knapp 10 Euro möglich sein sollen.
Die meisten Komponenten stammen laut Unternehmensangaben aus China, während lediglich einfach zu produzierende Teile derzeit in Pakistan gefertigt werden. Gleichzeitig gibt es Probleme bei Wartung und Ersatzteilen. Ein Nutzer eines Rollers von Yadea berichtet, dass benötigte Ersatzteile ständig fehlten. Evee bietet deshalb für die meisten Dienstleistungen ein Jahr kostenlosen Kundendienst an.
„Pakistan hat den Frauen ein Stückchen Freiheit gegeben: Und zwar als Scootie“, sagte Khadija laut heise online.
Zusammenfassung: Der E-Roller-Markt in Pakistan wächst, während staatliche Förderung und gesellschaftliche Akzeptanz insbesondere Frauen neue individuelle Mobilität ermöglichen.
Daimler Truck setzt bei Wasserstoff auf eine zweite Antriebsstrategie
Daimler Truck will bis Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Wasserstoff-Lkw investieren. Das berichtet Finanzen100 unter Berufung auf eine Aussage von Karin Rådström, der Chefin des Dax-Konzerns.
Das Unternehmen verfolgt bei der Dekarbonisierung des Transportsektors eine Doppelstrategie. Neben batterieelektrischen Lastwagen sollen wasserstoffbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden. Wasserstoff könne für bestimmte Kunden wegen höherer Nutzlast und größerer Reichweite sinnvoll sein. Außerdem lasse sich ein Wasserstofffahrzeug deutlich schneller betanken, als eine Batterie vollständig aufgeladen werden könne.
Nach Einschätzung von Daimler Truck wird die Wasserstofftechnik allerdings nur für einen eher geringen Prozentsatz der Anwendungsfälle benötigt. In vielen Situationen könnten beide Technologien geeignet sein. Entscheidend seien dann die je nach Land unterschiedlichen Preise für Wasserstoff und Strom sowie die verfügbare Infrastruktur.
„Wir wollen nicht denselben Fehler machen, der im Bereich der Elektromobilität begangen wurde. Deshalb versuchen wir, schon sehr früh Partnerschaften aufzubauen und sicherzustellen, dass sich das gesamte Ökosystem entwickelt“, sagte Karin Rådström laut Finanzen100.
Daimler Truck kündigte außerdem an, gemeinsam mit Unternehmen aus den Bereichen Transport, Energie und Industrie ein Wasserstoff-Ökosystem aufzubauen. Details dazu sollen auf einer Messe in Hannover bekanntgegeben werden. Nach Tests mit Prototypen will der Hersteller ab Ende dieses Jahres eine Kleinserie von 100 Wasserstoff-Fahrzeugen in den Kundeneinsatz bringen.
Bei wasserstoffbetriebenen Lastwagen mit Brennstoffzellen wird durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie erzeugt. Batterieelektrische Lastwagen bietet Daimler Truck bereits an, ihr Anteil am Gesamtabsatz ist laut Bericht jedoch noch gering.
Zusammenfassung: Daimler Truck plant bis Ende des Jahrzehnts Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich und will ab Ende dieses Jahres 100 Wasserstoff-Fahrzeuge in einer Kleinserie einsetzen.
EnBW eröffnet Schnellladepark an der A61 bei Nettetal
EnBW hat an der A61 in Nettetal einen neuen Schnellladepark eröffnet. Laut rp-online.de liegt der Standort nahe der Ausfahrt 1b Nettetal-West und soll elektrische Langstreckenfahrten zwischen Deutschland und den Niederlanden unterstützen.
Der Ladepark an der Poststraße 85 verfügt über 16 Schnellladepunkte. Je nach Fahrzeug können E-Autofahrer dort in 20 Minuten bis zu 640 Kilometer Reichweite nachladen. Der Standort ist rund um die Uhr geöffnet und wird wie alle EnBW-Standorte in Deutschland mit 100 Prozent Ökostrom betrieben.
Für den Ladeaufenthalt ist das Areal teilüberdacht und beleuchtet. Außerdem wird es videoüberwacht. Über die EnBW-mobility+-App können Nutzer Informationen zu Shops, Restaurants und sanitären Einrichtungen in der näheren Umgebung abrufen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Schnellladepunkte | 16 |
| Nachladbare Reichweite | bis zu 640 Kilometer |
| Ladezeit | 20 Minuten |
| Ökostromanteil am Standort | 100 Prozent |
Im EnBW-mobility+-Tarif L für Vielfahrer beträgt die monatliche Grundgebühr 11,99 €. Der Preis beginnt dort bei 39 Cent pro Kilowattstunde. Im Vorteilstarif, etwa in Kombination mit einem Hausstromvertrag, sinkt der Preis auf 35 Cent pro Kilowattstunde.
EnBW betreibt nach eigenen Angaben das größte Schnellladenetz in Deutschland. Im Durchschnitt können Kunden alle 50 Kilometer an einem EnBW-Schnellladepunkt laden. Das Unternehmen plant, auch vor der erwarteten deutlichen Zunahme der Elektrofahrzeuge stets bis zu 20 Prozent der benötigten Schnellladeinfrastruktur bereitzustellen.
Zusammenfassung: Der neue EnBW-Standort in Nettetal bietet 16 Schnellladepunkte, eine Ladeleistung für bis zu 640 Kilometer Reichweite in 20 Minuten und durchgehend 100 Prozent Ökostrom.
ICCT-Bericht: Elektroautos beim Fahren günstiger als Benziner
Batteriebetriebene Elektroautos waren in der Europäischen Union im vergangenen Jahr beim Fahren 33 Prozent günstiger als Benziner. Das berichtet Utopia.de unter Berufung auf einen Bericht des International Council on Clean Transportation, der in Brüssel vorgestellt wurde.
Als Gründe nennt der Bericht fallende Batteriekosten und hohe Treibstoffpreise. Die steigenden Ölpreise seit Ende Februar dieses Jahres haben die Verbrauchskosten von Verbrennern laut den vorab veröffentlichten Details um 12 bis 36 Prozent erhöht.
Auch bei den Anschaffungskosten nähern sich die Antriebe an. In den drei größten Fahrzeugsegmenten waren batteriebetriebene Elektroautos im Jahr 2025 etwa gleich teuer wie Benziner. Grundlage war eine Erhebung von Preisdaten von 100.000 Fahrzeugen auf dem größten europäischen Automobilmarkt Deutschland.
Die Zahl der batteriebetriebenen Elektroautos in Deutschland vervierfachte sich dem Bericht zufolge von 2020 bis 2025. Parallel veränderte sich die Produktion innerhalb der Europäischen Union. Der Anteil von Verbrennern an der Gesamtproduktion sank von 91 auf 72 Prozent, während batteriebetriebene E-Autos im selben Zeitraum einen Anteil von 19 Prozent erreichten.
| Vergleich | Angabe |
|---|---|
| Fahrkosten batteriebetriebener Elektroautos gegenüber Benzinern | 33 Prozent günstiger |
| Anstieg der Verbrauchskosten von Verbrennern | 12 bis 36 Prozent |
| Erfasste Fahrzeugdaten in Deutschland | 100.000 Fahrzeuge |
| Veränderung der Zahl batteriebetriebener Elektroautos in Deutschland von 2020 bis 2025 | vervierfacht |
| Anteil von Verbrennern an der EU-Gesamtproduktion 2020 | 91 Prozent |
| Anteil von Verbrennern an der EU-Gesamtproduktion 2025 | 72 Prozent |
| Anteil batteriebetriebener E-Autos im selben Zeitraum | 19 Prozent |
ICCT-Forscherin Marie Rajon Bernard erwartet, dass die Verbreitung batterieelektrischer Fahrzeuge in Europa zunehmen wird, sofern die derzeitige Politik beibehalten wird. Peter Mock, Direktor von ICCT Europe, fordert die europäischen Automobilhersteller auf, ihre Investitionen in die Elektrifizierung fortzusetzen und auszubauen.
Utopia.de hebt außerdem die höhere Abhängigkeit der Verbrenner von schwankenden Benzinpreisen hervor. Als Faktoren werden die Preisentwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, dem Krieg im Iran und dem jährlich steigenden CO2-Preis genannt. Für Strompreise von Bestandskundinnen und Bestandskunden verweist der Beitrag dagegen auf Festpreisverträge.
„Dies ist ein entscheidender Moment für Automobilhersteller weltweit. Anstatt den Kurs umzukehren, müssen die europäischen Automobilhersteller ihre Investitionen in die Elektrifizierung fortsetzen und ausbauen“, sagte Peter Mock laut Utopia.de.
Zusammenfassung: Der ICCT-Bericht sieht bei Elektroautos Kostenvorteile im Betrieb und eine wachsende Bedeutung in der Fahrzeugproduktion, während der Anteil von Verbrennern an der EU-Produktion zurückging.
Debatte im Peene- und Tollensetal: E-Mobilität trifft auf schwachen ÖPNV
Im ländlichen Raum rund um Peene- und Tollensetal stehen viele Menschen vor einem Mobilitätsproblem: Der öffentliche Nahverkehr deckt zahlreiche Arbeits- und Freizeitanforderungen nicht ab, zugleich erscheint der Umstieg auf ein Elektroauto für viele Haushalte finanziell schwierig. Der Nordkurier berichtet, dass Familien mit Kindern dort oft auf mindestens zwei Autos angewiesen sind.
Ruf- und ILSE-Busse hätten Verbesserungen gebracht, abends und an Wochenenden blieben viele Orte jedoch nur eingeschränkt erreichbar. Der ILSE-Bus fährt laut Bericht nicht nach Greifswald. Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl äußerten sich deshalb sowohl zur Zukunft des ÖPNV als auch zur Frage, wie Elektromobilität im ländlichen Raum bezahlbar und praktikabel werden kann.
Anna-Konstanze Schröder von der SPD erklärte, der ÖPNV habe sich in den vergangenen fünf Jahren verbessert und werde weiter ausgebaut. Eine neue Regiobus-Linie Greifswald-Neubrandenburg mit Anschluss Jarmen solle kommen, sobald die Finanzierungsdetails geklärt seien. Außerdem nannte sie eine mögliche Erweiterung des Azubi- und Seniorentickets mit dem Jugendticket, ein 50:50-Ticket für Taxifahrten vom Club und ein kostenloses Darlehen für Führerscheine.
Enrico Schult von der AfD befürwortete den Ausbau des ÖPNV, lehnte aber eine forcierte Transformation vom Verbrenner zum E-Auto oder E-Bus ab. Er verwies auf die individuelle Entscheidung für eine Antriebsform und lehnte als Partei das Verbrennerverbot ab.
Franz-Robert Liskow von der CDU erklärte, auf dem Land führe am Auto kein Weg vorbei. Elektromobilität könne eine Option sein, dürfe aber niemandem aufgezwungen werden, solange Ladeinfrastruktur und Kaufkraft nicht mithielten. Für junge Menschen sprach er sich für einen Zuschuss von 2000 Euro zum Führerschein aus.
Dirk Bruhn von der Linken bezeichnete die Verbesserung der Mobilität als dauernde Aufgabe und nannte insbesondere den ÖPNV und die Radinfrastruktur. Robert Koch vom BSW forderte ein verlässliches Ladenetz und lehnte ein starres Verbrenner-Aus ab. Busse müssten auch tagsüber, am Abend und am Wochenende fahren und mit den Fahrzeiten der Bahn abgestimmt sein.
- Der ÖPNV soll über Kreisgrenzen hinweg funktionieren.
- Demmin, Dargun, Jarmen und Loitz benötigen bessere Verbindungen nach Greifswald und Neubrandenburg.
- Buchung, Fahrplan und Tickets sollen zusammenpassen.
- Für Schüler und Auszubildende wird ein kostenfreier ÖPNV gefordert.
Zusammenfassung: Im ländlichen Raum wird Elektromobilität vor allem im Zusammenhang mit Kosten, Ladeinfrastruktur und der weiterhin begrenzten Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs diskutiert.
Quellen:
- Schnupperfahrt mit dem E-Auto oder E-Bike: Erster Testtag für Elektromobilität in Freiburg
- E-Mobilität: Warum sich Frauen in Pakistan über den E-Roller-Boom freuen
- Daimler Truck will einen teuren Fehler der E-Mobilität verhindern
- Elektromobilität in Nettetal: Neuer EnBW-Schnellladepark an der A61
- E-Autos auf der Überholspur: Internationaler Bericht deutet Anfang vom Ende des Verbrenners an
- Was tun, wenn kaum ein Bus fährt und das Elektroauto vielen zu teuer erscheint?














