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Hamburg verdoppelt öffentliche Ladepunkte innerhalb von zwei Jahren
In Hamburg wächst die Ladeinfrastruktur parallel zur steigenden Zahl der Elektroautos. Ende August gab es nach Angaben von SZ.de insgesamt 5.976 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Im August 2024 waren es noch 2.931, was einem Plus von rund 104 Prozent entspricht.
Ende Juni entfielen 3.310 der öffentlich zugänglichen Ladepunkte auf öffentlichen Grund und 2.565 auf privaten Grund. Der Ausbau auf öffentlichem Grund geht auf ein im vergangenen Jahr gestartetes Konzessionsverfahren zurück. Im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens wurden Ausbau und Betrieb an sechs Unternehmen vergeben.
Ziel ist es, bis Ende Juni 2027 insgesamt 3.700 weitere Ladepunkte auf öffentlichem Grund zu errichten. Bis Mitte 2026 waren laut Rosa Domm bereits 1.388 neue Ladepunkte entstanden; gut 2.000 weitere sollen im Verlauf des Jahres noch folgen.
Auch die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos steigt. Im August wurden in Hamburg 1.755 reine Elektroautos neu zugelassen, ein Plus von etwa 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Anteil der reinen Elektroautos an allen Pkw-Neuzulassungen lag damit bei über 20 Prozent.
- Öffentlich zugängliche Ladepunkte Ende August: 5.976
- Öffentlich zugängliche Ladepunkte im August 2024: 2.931
- Ladepunkte auf öffentlichem Grund Ende Juni: 3.310
- Ladepunkte auf privatem Grund Ende Juni: 2.565
- Geplante zusätzliche Ladepunkte bis Ende Juni 2027: 3.700
- Im August neu zugelassene reine Elektroautos: 1.755
Infobox – SZ.de: Hamburg verzeichnet einen deutlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig überschritt der Anteil reiner Elektroautos an den Pkw-Neuzulassungen im August die Marke von 20 Prozent.
Studie sieht einkommensschwache Vielfahrer beim Umstieg unter Druck
Eine Analyse des Öko-Instituts im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität kommt laut WELT zu dem Ergebnis, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen und hoher Fahrleistung beim Umstieg auf Elektroautos gezielte Unterstützung benötigen. Die verbleibenden CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs dürften sich demnach ab den 2030er-Jahren zunehmend auf einkommensschwache Haushalte konzentrieren.
Für diese Gruppe ist der Fahrzeugwechsel im Verhältnis zum Einkommen besonders teuer. Die Wissenschaftler erwarten, dass 2035 nur rund 45 Prozent der einkommensschwachen Vielfahrer ein Elektroauto besitzen werden. Bei Dienstwagenfahrern dürfte die Quote dagegen bei 76 Prozent liegen.
Neben den Anschaffungskosten erschwert häufig der fehlende Zugang zu einer privaten Lademöglichkeit den Umstieg. Wer ausschließlich öffentlich an Schnellladern lädt, zahlt laut der Analyse annähernd doppelt so viel wie beim Laden zu Hause.
Die Autoren empfehlen eine längerfristige und stärker auf niedrige Einkommen zugeschnittene Kaufunterstützung. Zusätzlich werden Social-Leasing-Angebote sowie ein Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mietwohnquartieren vorgeschlagen.
Für das öffentliche Laden fordert die Studie transparentere Preise, einfachere Tarifstrukturen und eine stärkere Kontrolle des Marktes.
| Gruppe | Erwarteter Elektroauto-Besitz 2035 |
|---|---|
| Einkommensschwache Vielfahrer | rund 45 Prozent |
| Dienstwagenfahrer | 76 Prozent |
Infobox – WELT: Die Studie sieht insbesondere einkommensschwache Vielfahrer ohne private Lademöglichkeit als benachteiligt. Gefordert werden Kaufunterstützung, Social Leasing, mehr Ladepunkte in Mietwohnquartieren und transparentere öffentliche Ladetarife.
VinFast meldet wachsenden europäischen Elektroautomarkt
Der europäische Markt für Elektroautos hat sich nach Darstellung von VinFast schneller entwickelt als zunächst erwartet. In einer von Onvista veröffentlichten EQS-News heißt es, dass vollelektrische Fahrzeuge im August in 16 wichtigen europäischen Märkten einen Marktanteil von 30,5 Prozent bei den Neuwagenverkäufen erreichten.
Insgesamt wurden dort 202.833 vollelektrische Fahrzeuge zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 54,2 Prozent. Transport & Environment hatte zu Jahresbeginn einen Anteil von 23 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge in der EU prognostiziert, Rho Motion rund 21 Prozent für Europa.
Frankreich erreichte im August einen Anteil von 38,3 Prozent emissionsfreier Fahrzeuge, Deutschland kam auf 32,5 Prozent. Auch der öffentliche Nahverkehr entwickelt sich laut der Mitteilung schnell: Sechs von zehn neu zugelassenen Stadtbussen in der EU waren 2025 emissionsfrei.
Für Stadtbusse sehen die EU-Vorschriften vor, dass bis 2030 90 Prozent und bis 2035 100 Prozent der neu zugelassenen Stadtbusse emissionsfrei sein sollen. VinFast verweist in diesem Zusammenhang auf die Elektrobussmodelle EB 8 und EB 12. Der EB 12 habe die vollständige europäische Zertifizierung erhalten.
Die europäische Strategie des Unternehmens beruht laut der Mitteilung auf drei Säulen: auf Produkte, die auf europäische Prioritäten zugeschnitten sind, auf dem Einstieg in den öffentlichen Nahverkehr und auf einer lokalisierten Vertriebs- und Servicepräsenz.
Im Pkw-Bereich nennt VinFast den VF 6, einen kompakten Elektro-SUV für Stadtverkehr und täglichen Arbeitsweg. Ergänzend soll ein regionales Vertriebsnetz durch Partnerschaften mit Händlern und Serviceanbietern aufgebaut werden. Dadurch sollen Wartung, Support und Garantieleistungen nach europäischen Standards erreichbar sein.
„Priorität hat jetzt die Gewissheit, gepaart mit Lieferzusage.“ – Chris Heron, Generalsekretär von E-MobilityEurope, laut Onvista
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Betrachtete europäische Märkte | 16 |
| Marktanteil vollelektrischer Fahrzeuge im August | 30,5 Prozent |
| Zulassungen vollelektrischer Fahrzeuge | 202.833 |
| Wachstum gegenüber dem Vorjahr | 54,2 Prozent |
| Emissionsfreie Fahrzeuge in Frankreich | 38,3 Prozent |
| Emissionsfreie Fahrzeuge in Deutschland | 32,5 Prozent |
| Emissionsfreie neu zugelassene Stadtbusse 2025 | sechs von zehn |
Infobox – Onvista: Laut der VinFast-Mitteilung erreichten vollelektrische Fahrzeuge in 16 wichtigen europäischen Märkten im August 30,5 Prozent Marktanteil. VinFast setzt auf den VF 6, die Elektrobusse EB 8 und EB 12 sowie ein lokales Vertriebs- und Servicenetz.
Schweizer Elektroauto-Markt erreicht im September Rekordwert
In der Schweiz waren im September 36 Prozent der neu zugelassenen Autos reine Elektroautos. Watson berichtet unter Berufung auf den Branchenverband Auto-Schweiz von einem neuen Rekord. Erstmals machten vollelektrische Autos bei den Neuwagen mehr als ein Drittel der Neuzulassungen aus.
Plug-in-Hybride erreichten einen Anteil von 10 Prozent. Damit verfügte im September fast jeder zweite neue Personenwagen, insgesamt 46 Prozent, über eine elektrische Auflademöglichkeit.
Auf Hybridautos ohne Ladeanschluss entfielen 32 Prozent der Neuzulassungen, klassische Verbrenner kamen auf 21 Prozent. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit reinem Benzin- oder Dieselantrieb nimmt laut Watson dennoch rasch ab.
Die September-Zahl wird zugleich durch die Auslieferungen von Tesla beeinflusst. Tesla lieferte wie üblich gegen Ende eines Quartals besonders viele Elektroautos aus, wodurch die E-Auto-Quote nach Darstellung des Artikels nach oben getrieben wurde. Für Oktober und November werden erfahrungsgemäß wieder niedrigere Tesla-Neuzulassungen erwartet.
Das meistverkaufte Elektroauto im September war das Tesla Model Y. Dahinter folgten der Skoda Elroq, der Skoda Enyaq, das Tesla Model 3 und der BMW iX3.
| Rang | Modell |
|---|---|
| 1 | Tesla Model Y |
| 2 | Skoda Elroq |
| 3 | Skoda Enyaq |
| 4 | Tesla Model 3 |
| 5 | BMW iX3 |
| 6 | Mercedes-Benz GLC |
| 7 | Volvo EX30 |
| 8 | Renault 5 |
| 9 | BYD Atto |
| 10 | Renault Twingo |
Über das Gesamtjahr betrachtet kommen Elektroautos derzeit auf einen Marktanteil von 26 Prozent. Plug-in-Hybride erreichen 12 Prozent, womit der Anteil der elektrifizierten Autos insgesamt bei 38 Prozent liegt.
Damit bleibt die Schweiz hinter dem ursprünglichen Ziel zurück, bis 2025 bei den Steckerfahrzeugen einen Anteil von 50 Prozent an den Neuzulassungen zu erreichen. Auto-Schweiz sieht den Hochlauf der Elektromobilität laut Watson weiterhin um ein Viertel hinter den Projektionen der Roadmap 2025.
Swiss eMobility verweist als wesentliche Herausforderung auf fehlende Lademöglichkeiten zu Hause. Wegen des hohen Mieteranteils in der Schweiz fordert der Verband die rasche Umsetzung eines Rechts auf Laden. Mieter und einzelne Stockwerkeigentümer sollen dadurch künftig Ladeinfrastruktur verlangen können; Immobilienbesitzer sollen Ladestationen zumindest nicht mehr verhindern können.
Infobox – Watson: Reine Elektroautos erreichten in der Schweiz im September 36 Prozent der Neuzulassungen. Plug-in-Hybride kamen auf 10 Prozent, während der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge im Gesamtjahr bei 38 Prozent liegt.
Globaler Index vergleicht Fortschritte der Elektromobilität
Die Verkaufszahlen von Elektroautos allein zeigen laut BASIC thinking nicht, wie gut ein Land für Elektromobilität gerüstet ist. Eine internationale Studie verglich deshalb Ladenetz, Politik, Kosten und Kundenakzeptanz.
Zum dritten Mal wurde der Global Electric Mobility Readiness Index, kurz GEMRIX, von der Unternehmensberatung Arthur D. Little erstellt. Untersucht wurden 31 Märkte anhand von fünf Kriterien: Automarkt, wirtschaftliche Lage, Kundenbereitschaft, Ladeinfrastruktur sowie Politik und Wirtschaftlichkeit.
Als Bezugspunkt dienen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Erreicht ein Land 100 Punkte, liegen Elektroautos bei Alltagstauglichkeit, Angebot, Kosten, Infrastruktur und Attraktivität mit Verbrennern gleichauf.
Zu den Märkten mit besonders dynamischer Entwicklung zählen laut BASIC thinking Schwellenländer. Vietnam konnte seine Punktzahl von 34 auf 60 verbessern; der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen liegt dort bereits bei 40 Prozent.
Den größten Sprung verzeichnete die Türkei, deren Bewertung von 35 auf 69 Punkte stieg. Weitere Gewinner sind Thailand, Indonesien und Brasilien. Vor allem chinesische Fahrzeuge tragen in vielen dieser Märkte zum Wachstum bei.
Die USA verschlechterten sich im Vergleich zum Vorjahr auf 47 Punkte und liegen damit im Mittelfeld. Mexiko, Saudi-Arabien und Südafrika werden als Starter-Märkte weiter unten im Ranking eingeordnet.
Den zehnten Rang teilen sich Belgien, Italien und Spanien mit jeweils 80 Punkten. BASIC thinking ordnet diese Länder der Gruppe der „Ambitious Followers“ zu. Die grundlegenden Voraussetzungen seien vorhanden, Elektroautos hätten sich aber noch nicht in allen Fahrzeugklassen durchgesetzt. Als Hindernis werden vor allem hohe Preise genannt.
| Land oder Ländergruppe | GEMRIX-Wert beziehungsweise Entwicklung |
|---|---|
| Vietnam | von 34 auf 60 Punkte |
| Türkei | von 35 auf 69 Punkte |
| USA | 47 Punkte |
| Belgien, Italien und Spanien | jeweils 80 Punkte |
Infobox – BASIC thinking: Der GEMRIX 2026 bewertet 31 Märkte anhand von fünf Kriterien. Belgien, Italien und Spanien teilen sich mit jeweils 80 Punkten den zehnten Rang; Vietnam und die Türkei gehören zu den Märkten mit den größten Verbesserungen.
Frankfurter Rundschau fordert konsequentere Elektroauto-Förderung
Die Frankfurter Rundschau bewertet die staatliche Förderung von Elektroautos als hilfreich, sieht darin aber zugleich eine Reaktion auf Versäumnisse der Autoindustrie. Deutsche Hersteller böten zu wenige günstige Elektroautos an, während Hersteller aus den USA und China stärker von der Förderung profitierten.
Nach der im Artikel genannten Bilanz des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeichnet sich für 2026 ein Zulassungsrekord ab. Zudem scheint der Trend zu immer größeren Elektroautos vorerst gestoppt. Welcher Anteil dieser Entwicklung direkt auf die Prämie zurückgeht, lasse sich jedoch nicht beziffern.
Als weitere Gründe für die Entwicklung nennt die Frankfurter Rundschau mehr günstige Modelle und gestiegene Spritpreise. Die Förderung sei inzwischen besser ausgerichtet als unter der Ampel. Ein erheblicher Teil gehe an Menschen mit niedrigen Einkommen; kleinere und günstigere Elektroautos seien unter den geförderten Fahrzeugen überproportional vertreten.
Familien erhalten nach Darstellung des Artikels höhere Zuschüsse. Dass nicht mehr vor allem besonders große Fahrzeuge gefördert würden, wird als Fortschritt bewertet.
Gleichzeitig kritisiert die Kolumne, dass deutsche Autobauer gerade bei den bezahlbaren kleinen Fahrzeugen zu wenig anböten. Unter den geförderten Fahrzeugen seien deutsche Marken schwächer vertreten als im Gesamtmarkt. Die Förderung bezahle damit teilweise die Versäumnisse der heimischen Industrie.
Die Frankfurter Rundschau plädiert für eine konsequentere Förderung reiner Elektroautos und dafür, Plug-in-Hybride von der Förderung auszunehmen. Außerdem werden Social Leasing nach französischem Vorbild mit günstigen Monatsraten sowie eine Förderung gebrauchter Elektroautos vorgeschlagen.
Darüber hinaus fordert der Artikel eine klare politische Festlegung auf batterieelektrische Antriebe bei Pkw. Die Politik müsse aufhören, eine Verbrenner-Nostalgie zu pflegen.
- Förderung stärker auf reine Elektroautos konzentrieren
- Plug-in-Hybride von der Förderung ausnehmen
- Social Leasing mit günstigen Monatsraten einführen
- Gebrauchte Elektroautos in die Förderung aufnehmen
- Politische Technologieklarheit zugunsten batterieelektrischer Pkw schaffen
Infobox – Frankfurter Rundschau: Die Förderung zeigt laut dem Artikel positive Impulse, soll aber stärker auf günstige reine Elektroautos, niedrige Einkommen, Familien und gebrauchte Fahrzeuge ausgerichtet werden. Gleichzeitig wird eine konsequentere politische Unterstützung batterieelektrischer Pkw gefordert.
Quellen:
- E-Mobilität - Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos kommt voran - Politik - SZ.de
- Studie zu E-Auto-Umstieg
- EQS-News: Einer von dreien: Während Europa auf Elektromobilität umsteigt, baut VinFast für die Zukunft
- Elektroautos gehen durch die Decke und das waren die meistverkauften Modelle
- Kosten, Laden, Akzeptanz: Diese 10 Länder sind E-Auto-Spitze
- Die Autobauer verschlafen die Wende und der Staat zahlt














