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Alternative Antriebe erreichen 2026 deutlich höhere Marktanteile
Der deutsche Pkw-Markt verschiebt sich 2026 weiter zugunsten alternativer Antriebe. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden in den ersten sieben Monaten rund 1,15 Millionen Pkw mit Elektro-, Hybrid-, Gas- oder anderen alternativen Antrieben neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum; der Anteil an allen Neuzulassungen stieg auf 65,7 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich reine Elektroautos. Von Januar bis Juli kamen 446.615 neue E-Autos auf die Straße, 50,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit war gut jeder vierte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto.
Im Juli verstärkte sich die Entwicklung nochmals. Laut der von T-Online und Autohaus.de aufgegriffenen Auswertung der Automobilwoche wurden 78.609 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, 61,7 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Der Marktanteil der reinen Elektroautos erreichte 29,3 Prozent.
Fahrzeuge, die zumindest zeitweise rein elektrisch fahren können, darunter BEV, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge, kamen von Januar bis Juli auf 641.028 Neuzulassungen. Ihr Anteil am gesamten Neuwagenmarkt lag bei 36,6 Prozent; gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 38,3 Prozent.
Auch die Plug-in-Hybride legten im Juli zu. Mit 30.609 Neuzulassungen wurde ein Plus von 12,5 Prozent verzeichnet, der Marktanteil lag bei 11,4 Prozent. Hybridmodelle ohne Stecker kamen auf 74.675 Neuzulassungen und lagen damit 0,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Insgesamt wurden im Juli 185.601 Pkw mit alternativen Antrieben neu zugelassen. Ihr Anteil am Gesamtmarkt stieg auf 69,2 Prozent, nachdem er ein Jahr zuvor bei 57,4 Prozent gelegen hatte. Autohaus.de berichtet für diese Fahrzeuge von einem Zuwachs von 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
| Antriebsart oder Kategorie | Neuzulassungen | Entwicklung oder Marktanteil |
|---|---|---|
| Alternative Antriebe, Januar bis Juli | rund 1,15 Millionen | plus 21,7 Prozent; 65,7 Prozent Anteil |
| Reine Elektroautos, Januar bis Juli | 446.615 | plus 50,2 Prozent |
| Batterieelektrische Pkw, Juli | 78.609 | plus 61,7 Prozent; 29,3 Prozent Anteil |
| Plug-in-Hybride, Juli | 30.609 | plus 12,5 Prozent; 11,4 Prozent Anteil |
| Hybride ohne Stecker, Juli | 74.675 | minus 0,7 Prozent |
| Alternative Antriebe insgesamt, Juli | 185.601 | 69,2 Prozent Anteil |
Infobox – T-Online und Autohaus.de: Alternative Antriebe stellten im Juli 69,2 Prozent der Neuzulassungen. Reine Elektroautos erreichten 29,3 Prozent Marktanteil, Plug-in-Hybride 11,4 Prozent.
Internationale Hersteller melden stark steigende BEV-Bestellungen
Die staatliche Elektro-Förderung zeigt sich nach Angaben des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) deutlich in den Bestellbüchern ausländischer Marken. Laut Autohaus.de stiegen die Auftragseingänge für batterieelektrische Fahrzeuge bei den ausländischen Marken gegenüber dem Vorjahr um 162 Prozent. Das Wachstum lag damit über der Entwicklung des Gesamtmarktes, der ein Plus von 94 Prozent verzeichnete.
VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sprach laut Autohaus.de von einem „Run auf E-Autos“ in Deutschland. Besonders europäische Hersteller profitierten demnach von der E-Prämie der Bundesregierung.
„Vor allem europäische Hersteller profitieren aktuell von der E-Prämie der Bundesregierung. Über 80 Prozent der geförderten Fahrzeuge gehören zu Marken, die mindestens ein BEV-Modell in Europa produzieren“, sagte Imelda Labbé laut Autohaus.de.
Auch bei den Zulassungen der VDIK-Mitglieder zeigte sich die Entwicklung. Im Juli steigerten sie ihre BEV-Zulassungen laut Verband um 93,9 Prozent auf 38.864 Fahrzeuge. Ihr Marktanteil erreichte 49,4 Prozent; auf Jahressicht kommen die internationalen Marken inzwischen auf 45,5 Prozent des deutschen Elektroautomarktes.
Bei den E-Fahrzeugen im weiteren Sinne, also BEV, Plug-in-Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen, wurden im Juli 109.220 Neuzulassungen registriert. Das entspricht einem Plus von 44,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und einem Marktanteil von 40,7 Prozent.
Flüssiggasfahrzeuge legten ebenfalls zu. Das KBA verzeichnete im Juli 1.705 Neuzulassungen, ein Plus von 59,2 Prozent.
Demgegenüber verloren die klassischen Antriebe weiter an Bedeutung. Die Zahl der Benziner-Neuzulassungen sank im Juli um 29,7 Prozent auf 50.732 Einheiten. Diesel verloren 21,8 Prozent und kamen auf 31.703 Fahrzeuge. Zusammen erreichten Benziner und Diesel nur noch einen Marktanteil von 30,7 Prozent.
- BEV-Auftragseingänge ausländischer Marken: plus 162 Prozent
- BEV-Zulassungen der VDIK-Mitglieder im Juli: 38.864 Fahrzeuge
- Marktanteil der VDIK-Mitglieder im Juli: 49,4 Prozent
- Marktanteil internationaler Marken auf Jahressicht: 45,5 Prozent
- Benziner im Juli: 50.732 Neuzulassungen
- Diesel im Juli: 31.703 Neuzulassungen
Infobox – Autohaus.de: Internationale Hersteller verzeichneten bei batterieelektrischen Fahrzeugen ein Plus von 162 Prozent bei den Auftragseingängen. Gleichzeitig sanken die Neuzulassungen von Benzinern und Dieseln im Juli auf zusammen 30,7 Prozent Marktanteil.
Volkswagen führt bei alternativen Antrieben und reinen Elektroautos
Von der Verschiebung bei den Antrieben profitieren die Hersteller unterschiedlich. Nach Angaben von T-Online kamen seit Januar die meisten Neuwagen mit alternativem Antrieb von Volkswagen, dahinter folgten BMW und Mercedes.
Auch bei den reinen Elektroautos lag Volkswagen an der Spitze. Skoda belegte Rang zwei, BMW Rang drei. Damit führte Volkswagen sowohl den Gesamtmarkt der alternativen Antriebe als auch die Rangliste der reinen Elektroautos an.
Infobox – T-Online: Volkswagen lag bei alternativen Antrieben insgesamt und bei reinen Elektroautos vorn. Bei den reinen Elektroautos folgten Skoda und BMW.
Gebrauchte Elektroautos werden für Vielfahrer attraktiver
Die steigenden Kraftstoffpreise verändern laut Auto Motor und Sport auch das Wechselverhalten privater Autofahrer. Besonders Vielfahrer steigen demnach häufiger vom Verbrenner auf ein Elektroauto um – und greifen dabei auffällig oft zu einem gebrauchten Fahrzeug.
Im zweiten Quartal 2026 wurde bei privaten Fahrzeugwechseln im Bestand der HUK in 12,0 Prozent der Fälle ein Verbrenner durch ein reines Elektroauto ersetzt. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei 6,3 Prozent. Auto Motor und Sport beschreibt den Anstieg als in etwa eine Verdopplung innerhalb weniger Monate.
Der Blick auf die jährliche Kilometerleistung zeigt deutliche Unterschiede. Vielfahrer mit mehr als 12.000 Kilometern pro Jahr wechselten laut HUK in 14,7 Prozent der Fälle auf ein E-Auto. Bei Wenigfahrern mit bis zu 6.000 Kilometern lag die Umstiegsquote bei 8,0 Prozent.
Noch ausgeprägter war der Unterschied im Gebrauchtwagenmarkt. Dort wechselten 10,7 Prozent der Vielfahrer vom Verbrenner zu einem gebrauchten Stromer. Bei den Wenigfahrern waren es 4,5 Prozent.
| Gruppe | Umstieg auf ein E-Auto | Umstieg auf einen gebrauchten Stromer |
|---|---|---|
| Vielfahrer mit mehr als 12.000 Kilometern pro Jahr | 14,7 Prozent | 10,7 Prozent |
| Wenigfahrer mit bis zu 6.000 Kilometern pro Jahr | 8,0 Prozent | 4,5 Prozent |
| Private Fahrzeugwechsel im zweiten Quartal 2026 | 12,0 Prozent | |
| Private Fahrzeugwechsel zu Jahresbeginn | 6,3 Prozent |
Auto Motor und Sport nennt die seit Kriegsbeginn im Nahen Osten stark gestiegenen Spritpreise als einen wichtigen möglichen Treiber. Wer viele Kilometer fährt, spürt die höheren Kraftstoffkosten regelmäßig und erhält dadurch einen stärkeren Anreiz, die Betriebskosten des eigenen Fahrzeugs zu hinterfragen.
Ein weiterer Faktor ist die Verfügbarkeit. Gebrauchte E-Autos sind in der Regel sofort verfügbar, während bei Neuwagen Bestell- und Lieferfristen eine Rolle spielen können. Außerdem senkt ein Gebrauchtwagen die Einstiegshürde, weil nicht zwangsläufig der volle Neuwagenpreis finanziert werden muss.
In einer begleitenden, bundesweit repräsentativen Umfrage gaben 24 Prozent der Führerscheininhaber an, allein wegen der Spritpreisentwicklung erstmals über ein E-Auto nachgedacht zu haben oder eine Anschaffung vorzuziehen. Auto Motor und Sport sieht darin zusätzlichen Rückenwind für den Gebrauchtmarkt.
Infobox – Auto Motor und Sport: Bei privaten Fahrzeugwechseln stieg der Anteil des Umstiegs vom Verbrenner auf ein reines Elektroauto von 6,3 Prozent zu Jahresbeginn auf 12,0 Prozent im zweiten Quartal 2026. Vielfahrer wechselten mit 10,7 Prozent auch im Gebrauchtmarkt häufiger zu einem Stromer als Wenigfahrer mit 4,5 Prozent.
Gesamtkosten entscheiden über die Wirtschaftlichkeit
Beim Vergleich von Elektroautos und Verbrennern reicht es laut Auto Motor und Sport nicht aus, nur die Kosten für Strom und Kraftstoff gegenüberzustellen. In die Gesamtrechnung fließen auch Versicherung, Wartung, Reifen und vor allem der Wertverlust ein.
Der ADAC betont in seinem Kostencheck, dass der Kaufpreis „nur die halbe Wahrheit“ sei. Das Rechenmodell berücksichtigt neben den Energiekosten den Wertverlust, Inspektionen und Verschleißteile, Reifenersatz, Haftpflicht- und Vollkasko sowie die jeweils aktuelle Kfz-Steuer.
Der ADAC kalkuliert die Autokosten standardisiert über fünf Jahre und 75.000 Kilometer. Das entspricht einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern. Als Basis dienen Verbrauchswerte nach WLTP, dem offiziellen Messzyklus auf dem Prüfstand.
Gerade bei gebrauchten Elektroautos verschieben sich die Kostenfaktoren. Ein Teil des Wertverlusts ist bereits beim Vorbesitzer angefallen, während die laufenden Kosten über die weitere Nutzung weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Für Vielfahrer können sich diese Posten über die gefahrenen Kilometer verteilen oder entsprechend aufaddieren.
Der ADAC zeigt laut Auto Motor und Sport außerdem, dass günstige und kleine E-Autos in Gesamtvergleichen typischerweise weit vorn liegen. Als Beispiele werden Dacia Spring, Citroën ë‑C3 und Hyundai Inster genannt. Das bedeutet laut Quelle nicht automatisch, dass ein Kleinwagen für jeden Vielfahrer geeignet ist, zeigt aber die Bedeutung bezahlbarer Fahrzeuge im Gebrauchtmarkt.
Die HUK bezeichnet elektrische Gebrauchtwagen laut Auto Motor und Sport als möglichen „Gamechanger“. Ausschlaggebend sei demnach nicht ein einzelner technischer Vorteil, sondern das Zusammenspiel aus sofortiger Verfügbarkeit, einer niedrigeren Einstiegshürde und dem Druck hoher Betriebskosten bei hoher Kilometerleistung.
- Wertverlust
- Stromkosten
- Inspektionen und Verschleißteile
- Reifenersatz
- Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung
- Jeweils aktuelle Kfz-Steuer
Infobox – Auto Motor und Sport: Der ADAC vergleicht Autokosten über fünf Jahre und 75.000 Kilometer beziehungsweise 15.000 Kilometer pro Jahr. Neben Energie- und Anschaffungskosten berücksichtigt die Rechnung unter anderem Wertverlust, Versicherung, Wartung, Reifen und Kfz-Steuer.
Quellen:














