Inhaltsverzeichnis:
Elektromobilität im Pressespiegel: Nachfrage, Ladenetze und Flottenplanung
Mehr Elektroautos zugelassen – Fahrprofil bleibt entscheidend
Die Kreiszeitung berichtet über einen deutlichen Anstieg der Neuzulassungen reiner Elektrofahrzeuge. Im Juni legten die Zulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 80,4 Prozent zu. Elektroautos erreichten damit einen Anteil von 30,3 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen. Zusammen mit Plug-in-Hybriden lag der Marktanteil bei 41,6 Prozent, während Fahrzeuge mit alternativen Antrieben insgesamt um 29,3 Prozent zulegten.
Autohäuser im Landkreis Verden und in Achim beobachten ebenfalls ein wachsendes Interesse. Als Gründe werden unter anderem gestiegene Benzin- und Dieselpreise, neue Modelle, sinkende Preise und staatliche Förderprogramme genannt. Besonders kleinere Fahrzeuge mit aktueller Software und guter Reichweite könnten den Umstieg erleichtern.
In den Beratungsgesprächen spielen praktische Fragen zum Laden eine wichtige Rolle. Laut dem Bericht lässt sich das Laden im ländlichen Raum mit Einfamilienhäusern häufig leichter umsetzen als in Städten, in denen viele Menschen keinen festen Stellplatz haben. Lade-Apps sollen zudem freie Ladepunkte anzeigen, Ladevorgänge planen, Ladezyklen überwachen und das Batteriemanagement steuern.
Die Autohäuser sehen den Verbrenner trotz des wachsenden Interesses nicht kurzfristig verschwinden. Wer jährlich 70.000 oder 80.000 Kilometer fährt, könne laut einem Geschäftsführer weiterhin auf einen Verbrenner setzen. Für Personen mit 40.000 oder 50.000 Kilometern im Außendienst könne ein sparsamer Diesel möglicherweise nach wie vor besser geeignet sein.
Bei der Brandt/Eggers-Gruppe beträgt der Anteil reiner Elektrofahrzeuge an den Neuwagenverkäufen laut Bericht je nach Marke zwischen 30 und 40 Prozent. Für 2027 wird zwar mit steigenden Zulassungszahlen gerechnet, ein echter Boom wird jedoch nicht erwartet.
„Das E-Auto wird wohl die Zukunft sein“, zitiert die Kreiszeitung einen Geschäftsführer.
Zusammenfassung: Die Neuzulassungen von Elektroautos steigen deutlich. Die Wahl des Antriebs hängt laut den befragten Autohäusern weiterhin stark von Fahrleistung, Ladebedingungen und Einsatzprofil ab.
HUK-Coburg-Daten: Elektroautos erreichen auch den Gebrauchtwagenmarkt
Utopia.de berichtet unter Berufung auf eine Auswertung der HUK Coburg, dass der Wechsel zum Elektroauto nicht mehr nur den Neuwagenmarkt betrifft. Im zweiten Quartal 2026 stiegen annähernd 12 Prozent der Privatkunden, die ihr versichertes Auto wechselten, von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto um. Laut Bericht war dies der höchste Wert seit Beginn der Erhebung Anfang 2020 und doppelt so hoch wie die Gesamtjahresbilanz 2025.
Bei gebrauchten Fahrzeugen stieg die Umsteigequote auf 7,9 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal lag sie damit mehr als doppelt so hoch. Bei Neuwagen erreichte die Quote 24,9 Prozent und übertraf den bisherigen Rekord von Ende 2022.
Besonders häufig wechseln laut Utopia Vielfahrerinnen und Vielfahrer, die mehr als 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. Als möglichen Auslöser für die gestiegenen Umstiegsquoten nennt die HUK Coburg die höheren Spritpreise infolge des Iran-Kriegs.
Auch die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes weisen laut Bericht auf eine starke Entwicklung hin. Im Juli 2026 wurden knapp 78.600 reine Elektroautos neu zugelassen, ein Plus von 61,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Fast jeder dritte neue Pkw, konkret 29,3 Prozent, war ein reines Elektrofahrzeug. Volkswagen war mit knapp 18 Prozent der Neuzulassungen im Juli der stärkste Hersteller.
Utopia verweist zugleich auf Besonderheiten gebrauchter Elektroautos. Diese verlieren in den ersten Jahren stärker an Wert als Verbrenner. Als Grund wird unter anderem der mögliche Leistungsverlust des Akkus genannt. Mehrere Langzeittests des ADAC hätten jedoch die Annahme widerlegt, dass Batterien besonders schnell altern.
Vor dem Kauf sollten laut Bericht Prüfprotokolle gemeinsam mit dem Scheckheft angefragt werden. Außerdem müsse geprüft werden, ob Reichweite und Ladetechnologie zu den eigenen Anforderungen passen. Vorteile könnten geringere laufende Kosten für Wartung, Reparaturen und Kfz-Steuer sein, während Reparaturen oder die Kfz-Versicherung teilweise höhere Kosten verursachen könnten.
„Der Hochlauf der Elektromobilität hat eine neue Dimension erreicht“, wird Jörg Rheinländer aus dem Vorstand der HUK Coburg von Utopia zitiert.
Infobox: Im zweiten Quartal 2026 lag die Umsteigequote auf ein reines Elektroauto bei Privatkunden bei 12 Prozent. Bei gebrauchten Fahrzeugen wurden 7,9 Prozent und bei Neuwagen 24,9 Prozent erreicht.
BMW und Mercedes-Benz teilen sich Spitzenplatz beim Ladenetz
Nach Angaben von VISION mobility teilen sich die Ladedienste von BMW und Mercedes-Benz im eMobility Excellence Report 2026 den ersten Platz bei der Netzabdeckung. Beide Angebote basieren auf der White-Label-Lösung der Digital Charging Solutions GmbH. Bei den freien Ladedienstanbietern führt ebenfalls „Charge Now“ die Vergleichsgruppe an.
Das europaweit verfügbare Ladenetz umfasst laut Bericht 1,2 Millionen Ladepunkte von rund 1.800 Ladestationsbetreibern in 30 Ländern. Für die Bewertung im Report wurden 942.000 Ladepunkte in den untersuchten Ländern berücksichtigt.
Der jährlich erscheinende Vergleich wird von P3, Cirrantic und Uscale erstellt und in „Auto Bild“, „Computer Bild“ sowie der BILD-Zeitung veröffentlicht. Bewertet werden Preis- und Tarifmodelle, Netzabdeckung sowie Funktionen und Nutzungserlebnis der Lade-Apps.
Im Funktionstest der Hersteller-Apps erreichte „My BMW“ den ersten Platz. Die Anwendung stellt unter anderem Informationen zu Preisen, Öffnungszeiten, Verfügbarkeit und Qualität einzelner Ladepunkte bereit. Zusätzlich gibt es eine integrierte Routenplanung und eine Prognose der Ladekosten.
„My BMW“ gewann damit zwei von vier Testkategorien und kam im Gesamtvergleich der Hersteller-Ladelösungen auf Platz drei. Die App von Mercedes-Benz belegte im Gesamtvergleich der Hersteller-Apps Platz acht.
Der Bericht weist darauf hin, dass die Bewertung nach den Kriterien und der Methodik des eMobility Excellence Report 2026 erfolgte. Außerdem wurden 942.000 Ladepunkte berücksichtigt, während Digital Charging Solutions für das Gesamtnetz 1,2 Millionen Ladepunkte nennt.
Zusammenfassung: BMW und Mercedes-Benz liegen bei der Netzabdeckung gemeinsam vorn. „My BMW“ führt beim Funktionstest, während die Auswertung unterschiedliche Kriterien von Tarifen über Ladepunktinformationen bis zum App-Erlebnis berücksichtigt.
„WeBus“ soll Planung elektrischer Busflotten erleichtern
Das Fachportal busplaner.de berichtet über das webbasiertes Simulationstool „WeBus“. Entwickelt wurde es von den Berliner Verkehrsbetrieben gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin und dem Reiner Lemoine Institut. Verkehrsunternehmen und Kommunen können damit verschiedene Szenarien für die Elektrifizierung ihrer Busflotten untersuchen.
Das frei verfügbare Open-Source-Werkzeug entstand im Forschungsprojekt E-Bus 2030+. Es ermöglicht den Vergleich unterschiedlicher Batteriekapazitäten und Ladekonzepte. Auch Varianten für den Ausbau der Ladeinfrastruktur auf Betriebshöfen und an Endhaltestellen können in die Simulation einbezogen werden.
WeBus stellt dar, welche Auswirkungen die jeweiligen Entscheidungen auf den Fahrzeugbedarf, den Energieverbrauch und die Kosten haben. Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Betrieb werden dabei nicht getrennt betrachtet, sondern als zusammenhängendes System abgebildet.
Dadurch sollen Wechselwirkungen bereits während der Planung sichtbar werden. Die Anforderungen an Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur können sich abhängig von Batteriekapazität und Ladekonzept unterscheiden. Das Tool soll insbesondere kleinen und mittleren Verkehrsunternehmen helfen, Elektrifizierungsszenarien vergleichbar zu machen.
Das Projekt wurde im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität mit 1.259.660 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert. Koordiniert wird die Förderrichtlinie von der NOW GmbH, umgesetzt durch den Projektträger Jülich.
Infobox: „WeBus“ vergleicht Batteriekapazitäten, Ladekonzepte und Infrastrukturvarianten. Die Simulation berücksichtigt Fahrzeugbedarf, Energieverbrauch und Kosten in einem zusammenhängenden System.
Bilger lehnt dauerhafte neue Kaufprämien für Elektroautos ab
Logistra.de berichtet, dass Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach dem Ende der aktuellen Prämie keinen Bedarf für immer neue staatliche Kaufanreize sieht. Die derzeitige Förderung werde stark genutzt, für die Zukunft halte er eine weitere Förderung von Elektro-Pkw jedoch nicht für erforderlich.
Als Begründung wird angeführt, dass Elektroautos gut entwickelt und mittlerweile kostengünstig seien. Sie müssten sich nach dem Ende der Förderung am Markt behaupten. Chancen sieht Bilger insbesondere in Zeiten hoher Kraftstoffpreise. Zugleich erklärte er, dass alles dafür getan werde, die Strompreise in Deutschland günstiger zu machen.
Das Förderprogramm der schwarz-roten Bundesregierung unterstützt den Kauf und das Leasing von Elektroautos, bestimmten Plug-in-Hybriden sowie E-Autos mit Reichweitenverlängerern. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit 1. Januar 2026.
Die Höhe des Zuschusses hängt laut Bericht vom Fahrzeug, vom Einkommen und von der Familiengröße ab und kann bis zu 6.000 Euro betragen. Bis 2029 stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung. Das Programm soll für 800.000 Wagen ausreichen.
Bilger sieht zudem großes Potenzial bei E-Lastwagen und anderen alternativen Antrieben für Transporter. Als Grund nennt er unter anderem die Verwundbarkeit der weltweiten Kraftstoffversorgung und die starken Preisschwankungen. Bei einem Unternehmensbesuch in Neumünster wurde auf zwei E-Sattelschlepper verwiesen, die mit Förderung des Ministeriums in eine Logistikflotte aufgenommen wurden.
Zusammenfassung: Die aktuelle Förderung kann bis zu 6.000 Euro betragen und soll bis 2029 insgesamt 800.000 Wagen erreichen. Verkehrsminister Bilger hält darüber hinausgehende dauerhafte Kaufanreize für Elektro-Pkw nicht für notwendig und setzt zusätzlich auf elektrifizierte Nutzfahrzeuge.
Quellen:
- Der Harz im Ladesäulen-Check: So sind die größten Städte des Landkreises für E-Autos gewappnet
- Elektroautos: Neuzulassungen steigen um 80 Prozent – doch eine Gruppe bleibt beim Diesel
- "Der Hochlauf der Elektromobilität hat eine neue Dimension erreicht": Nicht nur Neuwagen boomen
- DCS: BMW und Mercedes-Benz führen beim Ladenetz-Vergleich
- „WeBus“ soll Verkehrsunternehmen bei der Flottenelektrifizierung unterstützen
- Bilger hält immer neue E-Auto-Förderung für unnötig














