E-Auto-News: Unfall, EU-Boom, Batterien und Ausbau des Schnellladenetzes

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    28.09.2026 4 mal gelesen 0 Kommentare
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    Bei Traunstein kollidierten ein Elektroauto und ein Traktor mit Hackschnitzel-Anhänger. Beide Fahrer wurden leicht verletzt, doch die Feuerwehr blieb fünf Stunden im Einsatz: Sie musste ausgelaufene Betriebsstoffe beseitigen, Hackschnitzel bergen und die Hochvoltbatterie des E-Autos regelmäßig kontrollieren.
    Die Batterie blieb während der zweistündigen Überwachung temperaturstabil. Trotzdem zeigt der Unfall, warum beschädigte Hochvoltspeicher besondere Vorsicht erfordern: Bei einer Erwärmung könnte es zu einer sogenannten Durchzündung kommen.
    Europas E-Auto-Markt wächst deutlich: In den ersten acht Monaten 2026 war mehr als jeder fünfte neu zugelassene Pkw in der EU ein reines Elektroauto, der Anteil lag bei 21,7 Prozent. Plug-in-Hybride kamen zusätzlich auf zehn Prozent, insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen auf 7,55 Millionen.
    Beim Kosten- und Regulierungsvergleich liegt Norwegen mit 32,2 Punkten vorn, Deutschland erreicht 23,7 Punkte und Rang acht. Gleichzeitig könnten gebrauchte E-Auto-Batterien künftig überschüssigen Wind- und Solarstrom speichern: Selbst nach ihrem Fahrzeugeinsatz verfügen sie häufig noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.
    Auch das Schnellladenetz wächst: Das Deutschlandnetz soll mit rund 1,8 Milliarden Euro 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte schaffen. Dennoch haben 30 Prozent der Gemeinden keinen öffentlichen Ladepunkt, während geringe Auslastung vieler Stationen weiterhin für hohe Preise sorgt.

    E-Auto kollidiert bei Traunstein mit Traktor: Feuerwehr fünf Stunden im Einsatz

    Auf der B306 zwischen Traunstein und Siegsdorf sind am 26. September ein Elektroauto und ein Traktor mit Hackschnitzel-Anhänger zusammengestoßen. Nach Angaben von Chiemgau24 wurden beide Fahrer leicht verletzt und nach der Erstversorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht.

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    Den Angaben zufolge geriet ein 84-jähriger Autofahrer aus dem südlichen Landkreis Traunstein aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr. Dort kollidierte er mit dem Bulldog eines 73-Jährigen aus dem Berchtesgadener Land. Die Schäden an beiden Fahrzeugen waren erheblich: Der Anhänger lag auf der Seite, Hackschnitzel verteilten sich am Waldrand und das Elektroauto wurde auf die andere Straßenseite geschleudert.

    Für die Freiwillige Feuerwehr Hochberg war der Einsatz nach der Versorgung der Verletzten noch nicht beendet. Aus dem Traktor liefen Diesel und Getriebeöl aus, außerdem musste der mit Hackschnitzeln gefüllte Kipper vollständig geleert werden. Die Einsatzkräfte mussten die Hackschnitzel ausschaufeln; Angehörige des Traktorfahrers transportierten das Material anschließend ab.

    Zusätzlichen Aufwand verursachte die Hochvoltbatterie des Elektroautos. Laut Kommandant und Einsatzleiter Franz Geisreiter wird die Batterie bei einem Unfall automatisch getrennt, muss danach aber regelmäßig auf eine mögliche Erwärmung überprüft werden. Die Feuerwehr kontrollierte die Temperatur alle 15 Minuten und überwachte die Batterie über zwei Stunden hinweg.

    „Wir müssen dann natürlich schauen, ob sich die Batterie erhitzt. Daher prüfen wir alle 15 Minuten, ob es zu einer Temperaturerhöhung gekommen ist“, erklärte Einsatzleiter Franz Geisreiter laut Chiemgau24.

    Bei einer Beschädigung der Batterie könne es laut Geisreiter zu einer „Durchzündung“ kommen, wodurch zusätzlicher Löschwasserbedarf entstünde. Im konkreten Fall blieb die Temperatur der Batterie jedoch durchgehend gleich. Insgesamt waren die Feuerwehrleute fünf Stunden vor Ort.

    Zusammenfassung: Beim Unfall auf der B306 wurden zwei Fahrer leicht verletzt. Die lange Einsatzdauer entstand durch ausgelaufene Betriebsstoffe, die Bergung der Hackschnitzel und die wiederholte Kontrolle der Hochvoltbatterie.

    Norwegen führt Vergleich zu Kosten und Regulierung für Elektroautos an

    Wer möglichst günstig elektrisch fahren möchte, findet derzeit in Norwegen besonders gute Bedingungen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf eine Untersuchung der Unternehmensberatung Arthur D. Little.

    Im Ranking zu Kosten und Regulierung erreichte Norwegen 32,2 Punkte. Dahinter folgten Singapur mit 27,6 Punkten und Frankreich mit 26,8 Punkten. Deutschland kam auf 23,7 Punkte und belegte Rang acht.

    LandPunktzahlEinordnung
    Norwegen32,2 PunkteRang vor Singapur und Frankreich
    Singapur27,6 PunkteNach Norwegen
    Frankreich26,8 PunkteNach Singapur
    Deutschland23,7 PunkteRang acht

    Das Ranking berücksichtigt nicht nur Strom- und Benzinpreise. Einbezogen wurden unter anderem finanzielle Vorteile beim Kauf und Betrieb von Elektroautos verschiedener Größenklassen, Zuschüsse für private Ladeinfrastruktur, die Kosten von Haushaltsstrom und Benzin pro Kilometer sowie Zulassungsbeschränkungen für Verbrenner.

    Norwegen bietet laut Handelsblatt keine klassischen Kaufprämien mehr. Elektroautos profitieren dort jedoch weiterhin von erheblichen steuerlichen Vorteilen, unter anderem durch den Wegfall der Mehrwertsteuer bis zu einem bestimmten Fahrzeugwert. Gleichzeitig ist der Betrieb von Verbrennern vergleichsweise teuer. Nach jahrzehntelanger Förderung sei der Markt zudem praktisch vollständig elektrifiziert.

    In Singapur setzt der Staat weiterhin stark auf direkte finanzielle Anreize. Die möglichen Vorteile beim Kauf beziffert die Studie je nach Fahrzeugklasse auf bis zu 16.300 Euro. Frankreich unterstützt kleinere und mittlere Elektroautos unter anderem mit Kaufzuschüssen und belastet emissionsstarke Verbrenner mit hohen Zulassungsabgaben.

    Auch Italien wird in der Untersuchung als attraktiver Markt genannt. Das Land punktet mit Kaufprämien von in der Spitze 10.600 Euro sowie Steuervergünstigungen.

    Zusammenfassung: Norwegen erreicht im Vergleich von Kosten und Regulierung 32,2 Punkte und liegt damit vorn. Deutschland kommt mit 23,7 Punkten auf Rang acht; die Bewertung umfasst deutlich mehr als reine Energiepreise.

    Mehr als jeder fünfte neue Pkw in der EU ist ein reines Elektroauto

    Der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen in der Europäischen Union ist innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Nach acht Monaten entfielen 21,7 Prozent der neu zugelassenen Pkw auf batterieelektrische Fahrzeuge, wie inSüdthüringen unter Berufung auf den europäischen Herstellerverband Acea berichtet.

    Der Anteil lag damit fast sechs Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen in der EU um 5,3 Prozent auf 7,55 Millionen Autos.

    KennzahlWert
    Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen21,7 Prozent
    Veränderung zum Vorjahrfast sechs Prozentpunkte mehr
    Pkw-Neuzulassungen insgesamt7,55 Millionen Autos
    Veränderung der Pkw-Neuzulassungen5,3 Prozent
    Anteil der Plug-in-Hybridezehn Prozent

    Neben den reinen Elektroautos erreichten Plug-in-Hybride einen Anteil von zehn Prozent an den Neuzulassungen. Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass der elektrische Boom ohne Subventionen schnell nachlassen könnte und chinesische Hersteller Marktanteile gewinnen.

    Zusammenfassung: In den ersten acht Monaten entfielen 21,7 Prozent der EU-Neuzulassungen auf reine Elektroautos. Die Pkw-Neuzulassungen insgesamt stiegen auf 7,55 Millionen Autos.

    Alte E-Auto-Batterien sollen Europas Stromnetz entlasten

    Ausgediente Batterien von Elektroautos könnten nach einem Bericht von Euronews.com künftig als stationäre Stromspeicher eingesetzt werden. Dadurch ließen sich überschüssige Wind- und Solarenergie speichern, Energiekosten senken und Abschaltungen von Anlagen vermeiden.

    Der Boom der erneuerbaren Energien ersparte der EU im vergangenen Jahr 51 Milliarden Euro, weil weniger Öl und Gas importiert werden mussten. Gleichzeitig kommt die Infrastruktur des Kontinents laut Bericht kaum mit der Umstellung auf saubere Energie hinterher.

    Nach einem Bericht des Beratungsunternehmens AFRY aus dem Jahr 2026, den Beyond Fossil Fuels in Auftrag gegeben hat, stecken derzeit 375 Gigawatt an Projekten für saubere Energie fest. Weitere 455 Gigawatt an Batteriespeicher-Projekten warten in den Warteschlangen der Verteilnetze in Europa. Damit warten laut Euronews.com mehr als 100 Milliarden Euro an erneuerbaren Energien faktisch auf den Netzanschluss.

    Ein Grund für die Belastung des Stromnetzes ist die räumliche Verteilung der neuen Energieanlagen. Wind- und Solarparks liegen häufig in abgelegenen Regionen oder offshore, während der Strom über große Entfernungen zu Haushalten und Unternehmen transportiert werden muss. Außerdem schwankt die Erzeugung abhängig von Wetter und Tageszeit.

    Übersteigt das Angebot die Nachfrage, können Strompreise unter null fallen. Netzbetreiber schalten Wind- und Solaranlagen dann ab oder drosseln deren Leistung. Dieser Vorgang wird als „Curtailment“ bezeichnet.

    Im Jahr 2024 wurden in der EU zehn Terawattstunden erneuerbarer Energie abgeregelt. Das hätte laut Euronews.com ausgereicht, um drei Millionen Haushalte ein ganzes Jahr lang zu versorgen. Der Wert des verschwendeten Stroms wurde mit 4,3 Milliarden Euro angegeben.

    Die meisten Batterien aus Elektroautos verfügen nach ihrer Nutzung im Fahrzeug noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Für den Fahrbetrieb reicht diese Leistung nicht mehr aus, als Speicher für Haushalte, Unternehmen oder kleinere Fahrzeuge kann sie jedoch weiterhin genutzt werden.

    „Alte E-Auto-Batterien sind wirklich eine Goldgrube“, sagte Adrian Hiel, Direktor der Electrification Alliance, gegenüber Euronews Earth.

    Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden 2016 in Europa 215.000 Elektroautos verkauft. Im vergangenen Jahr waren es 4,2 Millionen. Euronews.com nennt dies einen Anstieg um 1.853 Prozent. Während frühere Fahrzeuge häufig Batterien mit 22 oder 24 Kilowattstunden hatten, verfügen moderne Fahrzeuge laut Bericht über Batterien zwischen 50 und 100 Kilowattstunden.

    Im vergangenen Jahr integrierte die EU 27 Gigawattstunden Batteriespeicher direkt ins Netz. Gleichzeitig kamen rund das Vier- bis Fünffache dieser Speicherkapazität in Form von Elektroauto-Batterien hinzu. Sobald diese Fahrzeuge aus dem Verkehr genommen werden, könnten ihre Batterien als eigenständige Speicher weitergenutzt werden.

    Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur könnten bis 2030 mehr als eine Million Batterien aus Elektroautos das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Werden sie nicht weiterverwendet oder effizient recycelt, könnten sie zu einem der weltweit am schnellsten wachsenden Abfallströme werden.

    Das Recycling ist laut Bericht aufwendig und teuer. Die Batterien müssen zunächst entladen, zerlegt und in ihre Bestandteile getrennt werden. Bei den chemischen Verfahren können zudem giftige Stoffe wie Flusssäure entstehen, die Beschäftigte gefährden und Recyclinganlagen beschädigen können.

    Eine weitere Nutzung als stationärer Speicher könnte helfen, Solarstrom vom Tag in die Abendstunden zu verschieben. Auch Windstrom ließe sich aus Zeiten mit niedriger Nachfrage in Verbrauchsspitzen übertragen. In Kalifornien betreibt der Energiesystementwickler B2U bereits eine Anlage mit einer Kapazität von zwölf Megawattstunden. Dort werden Hunderte Batterien ausgedienter Honda-Elektroautos eingesetzt, die über eine Solarleistung von eineinhalb Megawatt geladen werden.

    Zusammenfassung: Gebrauchte E-Auto-Batterien verfügen laut Euronews.com häufig noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Ihre Zweitnutzung könnte abgeregelten Ökostrom speichern und bis 2030 eine wichtige Alternative zur sofortigen Verwertung als Abfall darstellen.

    Deutschlandnetz soll 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte schaffen

    Der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in Deutschland schreitet voran, dennoch bleiben Lücken und die Preise an vielen Standorten hoch. Das berichtet MDR.de über den Ausbau des sogenannten Deutschlandnetzes.

    Mit Fördermitteln sollen 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte geschaffen werden. Der Staat will damit auch abgelegene Orte versorgen, an denen sich Schnellladeparks wegen der geringen Auslastung wirtschaftlich nur schwer betreiben lassen.

    Als Beispiel nennt MDR.de den Parkplatz Wiesenholz West an der A13 bei Thiendorf. Dort wurde ein Schnellladepark mit sechs Ladepunkten eröffnet. Nach Angaben des Projektleiters Ralf Kaulbarsch können Fahrer innerhalb von fünf bis sechs Minuten Energie für die fehlenden 100 Kilometer laden.

    In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es inzwischen mehr als 15.000 öffentliche Ladepunkte. Rund jeder Dritte davon ist ein Schnellladepunkt. Der ADAC bewertet den Ausbau als Fortschritt, fordert jedoch, angesichts der steigenden Zahl an Elektroautos weiterzumachen.

    Der Verband der Automobilindustrie beurteilt die Versorgung kritischer. Nach Angaben seines Sprechers Simon Schütz gibt es in 30 Prozent aller Gemeinden keinen öffentlichen Ladepunkt. Für viele Menschen sei insbesondere das schnelle Laden relevant, bei dem ein Fahrzeug in 30 Minuten oder etwas mehr vollständig geladen werden könne.

    Ein weiteres Problem sind die Ladepreise. Spontanes Laden ohne Vertrag ist an öffentlichen Schnellladesäulen häufig teuer. Markus Hackmann von der Beratungsfirma P3 erklärt dies laut MDR.de mit der derzeit noch geringen Auslastung vieler Ladepunkte. Der Bestand an Elektrofahrzeugen sei deutlich langsamer gewachsen als die Zahl der Schnelllader.

    „Steige die Auslastung, würden die Ladepreise seiner Einschätzung nach sinken“, berichtet MDR.de über die Einschätzung von Markus Hackmann.

    Für das Deutschlandnetz stellt der Bund rund 1,8 Milliarden Euro für 9.000 Schnellladepunkte bereit. Viele Standorte dürften laut Bericht erst dann rentabel werden, wenn deutlich mehr Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind.

    KennzahlWert
    Zusätzliche Schnellladepunkte im Deutschlandnetz9.000
    Öffentliche Ladepunkte in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhaltmehr als 15.000
    Anteil der Schnellladepunkte dortrund jeder Dritte
    Gemeinden ohne öffentlichen Ladepunkt30 Prozent
    Fördervolumen für das Deutschlandnetzrund 1,8 Milliarden Euro

    Zusammenfassung: Das Deutschlandnetz soll 9.000 Schnellladepunkte schaffen und wird mit rund 1,8 Milliarden Euro gefördert. Gleichzeitig bleiben 30 Prozent der Gemeinden ohne öffentlichen Ladepunkt, während geringe Auslastung zu hohen Preisen beiträgt.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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