Inhaltsverzeichnis:
E-Auto-Boom stellt Ladeinfrastruktur vor neue Aufgaben
Neue Elektroautos können laut rnd.de immer höhere Ladeleistungen aufnehmen. Dadurch müssen viele Ladeparks modernisiert werden, während stärkere Netzanschlüsse an manchen Standorten mehrere Jahre benötigen.
Auf der Elektromobilitätskonferenz icnc auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, das Ladenetz sei heute „dichter und leistungsfähiger als viele denken“. Zum 1. Juli waren bei der Bundesnetzagentur rund 210.000 öffentliche Ladepunkte gemeldet. Im Juli war fast jeder dritte neu zugelassene Pkw rein elektrisch; im gesamten Bestand waren zu Jahresbeginn gut zwei Millionen reine Elektroautos registriert. Das entsprach 4,1 Prozent aller Pkw.
Die Untersuchung der Beratungsgesellschaft P3 zeigt zugleich Unterschiede bei der Auslastung. Tesla betreibt etwa zehn Prozent der untersuchten Schnellladepunkte, wickelt aber rund 23 Prozent der Ladevorgänge ab. Kleinere Anbieter kommen zusammen auf etwa ein Drittel der Ladepunkte, erreichen jedoch nur 16 Prozent der Ladevorgänge.
Auch die Fahrzeuge entwickeln sich weiter. Martin Roemheld, Chef des Ladegeschäfts der EnBW, verwies auf Fahrzeuge, deren Akku sich technisch in weniger als fünf Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lasse. Einige Ladeparks seien bereits sieben bis zehn Jahre alt und müssten für leistungsfähigere Fahrzeuge modernisiert werden.
Beim Ladeverhalten verzeichnete der BDEW eine Verschiebung in die Innenstädte. 2025 nutzten 21 Prozent der Befragten innerstädtische Ladeangebote, inzwischen sind es 39 Prozent. Das Laden unterwegs, etwa an Autobahnen, sank dagegen von 50 auf 34 Prozent. Für 46 Prozent muss ein Ladepunkt in die Route passen, gefolgt von Ladeleistung mit 43 Prozent und Preis mit 34 Prozent.
Als größte Hürde gelten laut dem Bericht leistungsfähige Netzanschlüsse. Ladeparks konkurrieren dabei mit Fabriken, Rechenzentren und anderen großen Stromverbrauchern. Die zentrale Frage ist damit nicht mehr allein die Zahl der Ladepunkte, sondern deren Standort und verfügbare Leistung.
Infobox – rnd.de: Der Ausbau verlagert sich von der reinen Zahl neuer Ladepunkte hin zu leistungsfähigeren und besser ausgelasteten Standorten. Netzanschlüsse können den Umbau um mehrere Jahre verzögern.
XCharge liefert 400-Kilowatt-Lader für elektrisches Flughafenlöschfahrzeug
Am Dallas Love Field Airport übernimmt eine C7-Ladestation die Energieversorgung des vollelektrischen „Panther 6x6 Electric“ von Rosenbauer. Wie VISION mobility berichtet, wird das weltweit erste vollelektrische Fahrzeug dieser Art von Dallas Fire-Rescue eingesetzt.
XCharge North America installierte dafür die Schnellladestation „C7“. Sie stellt über flüssigkeitsgekühlte Ladekabel eine Ladeleistung von 400 Kilowatt bereit. Die Ladestation soll die langen und schnellen Ladezyklen des Panthers unterstützen, damit das Flugfeldlöschfahrzeug einsatzbereit bleibt.
Am Dallas Love Field Airport werden jährlich fast 18 Millionen Passagiere abgefertigt. Deshalb ist die Verfügbarkeit des Löschfahrzeugs eine zentrale betriebliche Anforderung an die Ladetechnik.
Dallas Fire-Rescue setzt bereits Fahrzeuge von Rosenbauer in der bestehenden Flotte ein. Als Rosenbauer Feuerwehren für die Einführung des elektrischen Panthers suchte, entschied sich Dallas Fire-Rescue für die Teilnahme. Daraus entstand der Bedarf an einer Ladeinfrastruktur für den Einsatzbetrieb.
„Laden so schnell wie tanken: Das ist keine Zukunftsvision mehr.“
Nach Angaben von XCharge kann die Elektrifizierung den Einsatz flüssiger Kraftstoffe auf dem Flughafenvorfeld reduzieren. Angaben zur Batteriekapazität, zu konkreten Ladezeiten, zur Redundanz der Ladeinfrastruktur und zu Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb nennt das Unternehmen laut VISION mobility jedoch nicht.
Infobox – VISION mobility: Eine C7-Ladestation versorgt den elektrischen Panther 6x6 Electric mit 400 Kilowatt. Weitere technische Angaben zum Fahrzeug und zum laufenden Betrieb liegen nicht vor.
BDEW-Umfrage: 94 Prozent würden wieder ein Elektroauto kaufen
Die fünfte Nutzerumfrage „Elektromobilität und Laden“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zeigt laut Elektroauto-News eine hohe Zufriedenheit unter Elektroautofahrern. Befragt wurden rund 1000 E-Auto-Fahrer in Deutschland zu Kaufmotiven, Ladeverhalten und Erfahrungen.
94 Prozent würden sich beim nächsten Autokauf erneut für ein Elektroauto entscheiden. Ebenso viele würden den Kauf eines Stromers anderen empfehlen. Mit zunehmender Erfahrung verlieren Reichweite, Betriebskosten sowie die Frage nach Ladeorten und Lademöglichkeiten laut Umfrage an Bedeutung. Stattdessen rücken Wertverlust und Lieferzeiten stärker in den Vordergrund.
Als wirtschaftliche Faktoren nennt der BDEW gestiegene Benzin- und Dieselpreise, geringere Wartungskosten und steuerliche Vorteile. Gleichzeitig wächst die Modellpalette, während sich die Anschaffungspreise von Elektroautos und vergleichbaren Verbrennern teilweise annähern.
Der Anteil der Befragten aus Haushalten mit weniger als 5000 Euro Nettoeinkommen stieg binnen eines Jahres von 55 auf 67 Prozent. Damit erreicht Elektromobilität laut den Ergebnissen zunehmend auch mittlere Einkommen.
91 Prozent sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, 55 Prozent sogar übererfüllt. Die Nutzung innerstädtischer Ladehubs legte gegenüber 2025 um 18 Prozentpunkte zu. Bei der Wahl einer Ladestation ist vor allem entscheidend, ob sie auf der geplanten Route liegt; Ladeleistung und Preis folgen danach.
82 Prozent verwenden aus Gründen der Einfachheit eine Lade-App oder Ladekarte. Knapp 60 Prozent nutzen außerdem Preisvergleichs-Apps. Unter den Nutzern von Lade-Apps oder -karten nennen 43 Prozent günstigere Preise als Motiv, 38 Prozent transparente Abrechnungen und 35 Prozent die Möglichkeit, den Preis vor dem Laden zu kennen.
Drei Viertel zahlen beim AC-Laden höchstens 59 Cent je kWh, beim Schnellladen maximal 69 Cent je kWh. Insgesamt nutzen 77 Prozent der 1009 befragten BEV-Fahrer mindestens einen öffentlichen Ladeort.
„Elektromobilität überzeugt.“
Infobox – Elektroauto-News: 94 Prozent würden erneut ein Elektroauto kaufen und es weiterempfehlen. 77 Prozent nutzen mindestens einen öffentlichen Ladeort; drei Viertel zahlen beim AC-Laden höchstens 59 Cent je kWh und beim Schnellladen maximal 69 Cent je kWh.
Elektrische Lkw können Gesamtkosten um bis zu 13 Prozent senken
Elektrische Lkw allein machen laut Logistra.de noch keinen wirtschaftlichen Fuhrpark. Der MAN-Strategiereport „Beyond Diesel“ untersucht anhand von drei Flotten in Italien, Deutschland und Österreich, wie Fahrzeuge, Depot, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement zusammenwirken.
In Europa sind bereits mehr als 15.000 batterieelektrische Lkw bei rund 5.000 Spediteuren und Transporteuren im Einsatz. Studien zufolge könnte ihr Anteil an den europäischen Lkw-Neuzulassungen ab 2030 zwischen 15 und 35 Prozent liegen.
Als Treiber nennt MAN die europäischen CO₂-Flottenvorgaben für Hersteller. Diese sehen eine Reduzierung um 45 Prozent bis 2030 und um 90 Prozent bis 2040 vor. MAN geht davon aus, dass 2035 voraussichtlich 50 Prozent der europäischen Spediteure und Transporteure mindestens einen batterieelektrischen Lkw in ihrer Flotte haben werden.
Für die Wirtschaftlichkeit betrachtet der Report die Total Cost of Ownership. Zu den Faktoren gehören Energiepreise, Ladeinfrastruktur sowie Maut- und CO₂-Kosten. Bis zu 90 Prozent der Ladevorgänge finden bereits heute und voraussichtlich auch künftig am eigenen Standort statt.
Durch die Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeichern und intelligentem Laden sollen die Energiekosten auf weniger als 16 Cent je Kilowattstunde sinken können. Unter entsprechenden Bedingungen nennt MAN über einen Zeitraum von fünf Jahren einen möglichen Gesamtkostenvorteil von bis zu 13 Prozent gegenüber Diesel-Lkw.
Foppiani Transport aus Mailand setzt im nationalen Linien- und Spezialverkehr einen Sattelzug und ein Fahrgestell mit Elektroantrieb ein. Ein weiterer MAN „eTGX“ ist bestellt. Für die Depotladung steht eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 350 Kilowatt zur Verfügung.
Beim Betonwerk Bad Lausick stehen fünf MAN „eTGX“ mit jeweils sechs Batteriepaketen. Das Depot-Energiesystem verfügt über Ladepunkte mit 400 Kilowatt Leistung. Photovoltaikanlagen mit insgesamt 1,8 Megawatt Leistung und Batteriespeicher an mehreren Standorten sollen über fünf Jahre einen Gesamtkostenvorteil von rund 500.000 Euro ermöglichen.
Schlager Transport Logistik aus Österreich hat bereits die Hälfte seiner Flotte auf batterieelektrische Fahrzeuge umgestellt und plant, ab 2030 vollständig elektrisch zu fahren. Am Standort Saxen gehören eine Photovoltaikanlage mit rund 765 Kilowatt Leistung und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1,6 Megawattstunden zum integrierten Energiesystem.
Infobox – Logistra.de: MAN nennt unter entsprechenden Bedingungen einen Kostenvorteil von bis zu 13 Prozent über fünf Jahre. Im Mittelpunkt stehen Depotladung, Photovoltaik, Batteriespeicher und Energiemanagement.
ÖBB erprobt automatisierten Elektrobus im Linienbetrieb
ÖBB Postbus setzt laut busplaner.de beim European Forum Alpbach 2026 erstmals in Österreich einen Elektrobus mit vollautomatisierter Fahrfunktion nach SAE Level 4 im Fahrgastbetrieb ein. Der „Autonomous e-CENTRO C“ des türkischen Busherstellers Otokar befördert Fahrgäste auf einer definierten Strecke durch Alpbach.
Die Nutzung ist für Fahrgäste kostenlos. Eine geschulte Sicherheitsfahrerin beziehungsweise ein geschulter Sicherheitsfahrer fährt mit, obwohl das Fahrzeug innerhalb eines definierten Einsatzbereichs die Fahraufgabe grundsätzlich selbstständig übernehmen kann.
Die Strecke in Alpbach führt durch ein Umfeld mit anspruchsvoller Topografie, engen Straßen und regem Verkehrsaufkommen. Damit wird die automatisierte Fahrfunktion unter Bedingungen des realen Straßenverkehrs erprobt.
Die ÖBB untersuchen, wie automatisierte Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr ergänzen und zusätzliche Angebote ermöglichen können. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen klar definierte Strecken in regionalen Mobilitätsangeboten sowie Lösungen für die erste und letzte Meile.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist auf dem Campus Wolfurt in Vorarlberg vorgesehen. Dort soll der vollautomatisierte Elektrobus Unternehmen im Industriepark an die S-Bahn anbinden und weitere Praxiserfahrungen liefern.
Otokar bringt laut ÖBB Erfahrungen aus autonomen Linienverkehren in anderen europäischen Ländern ein. Dazu zählt ein Einsatz in Madrid, dessen Erkenntnisse in die Anwendungen in Österreich einfließen sollen.
Infobox – busplaner.de: Der Elektrobus fährt in Alpbach mit SAE-Level-4-Technologie im Fahrgastbetrieb. Als nächster Einsatz ist der Campus Wolfurt in Vorarlberg vorgesehen.
Quellen:
- E-Auto-Boom verändert das Laden: Warum mehr Ladesäulen allein nicht reichen
- XCharge: Schnelllader soll elektrischen Panther einsatzbereit halten
- 5 Gründe, weshalb E-Auto-Fahrer niemals zurück wechseln würden
- Bis zu 13 Prozent günstiger: Wann sich elektrische Lkw rechnen können
- Elektromobilität: VW ID.Polo und Skoda Epiq auf Monate ausverkauft
- Autonomes Fahren: ÖBB erprobt Automatisierungsstufe 4 im Linienumfeld
- Das meisterwartete chinesische E-Auto kommt – und die deutschen Händler stehen Schlange
- Skoda Elroq bleibt auch im August an der Spitze der Neuzulassungen
- Leserbriefe zum Reisen mit dem E-Auto: Wo geht's zur Ladesäule? - Ihre SZ - SZ.de
- E-Autos mit Range Extender – warum Autobauer auf diese neuen Modelle setzen
- China-E-Autos: Volle Punktzahl beim Crashtest Euro NCAP
- Ladeinfrastruktur ohne gemeinsame Standards: Was den Ausbau der E-Mobilität in Europa wirklich bremst
- Das Rennen um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
- Neue EU-Regel für Elektroautos: Warum das Laden an Ladesäulen ab 2027 deutlich einfacher wird
- E-Autos künftig wohnortnah laden: Neue Ladesäulen für Neu Wulmstorf
- Deutschland überschreitet Marke von 212.000 öffentlichen Ladepunkten
- Audi A2 e-tron – Batterietechnologie und bidirektionales Laden – Animation
- MAN: E-Lkw werden zum Wettbewerbsvorteil
- Absturz von Flugzeug: Zwei Menschen sterben, zwei weitere schwer verletzt














