Inhaltsverzeichnis:
Pressespiegel: Mehr Nachfrage, neue Regeln und unterschiedliche Wege zur Elektromobilität
Deutschland lädt häufiger – Infrastruktur wächst weiter
Die Auslastung öffentlicher Ladesäulen in Deutschland ist 2026 deutlich gestiegen. Wie DIE ZEIT berichtet, wurde an den Ladesäulen von Vattenfall seit Jahresbeginn etwa zwei Drittel mehr Strom geladen als im gesamten vergangenen Jahr. EWE meldet eine durchschnittlich 30 Prozent höhere Auslastung als im Vorjahr.
Auch EnBW und E.on sprechen laut dem Bericht von einer höheren Auslastung, nannten jedoch keine genauen Zahlen. Aral führt den Anstieg ebenfalls auf mehr Neuzulassungen von Elektroautos zurück. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es Anfang August 118.062 Ladesäulen in Deutschland – 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die gesamte Ladeleistung beziffert die Bundesnetzagentur auf 9,2 Millionen Kilowatt. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf die fünf größten Betreiber EnBW, E.on, Tesla, EW und BP entfallen mehr als 28.000 Ladesäulen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur liegt damit weiterhin vor dem Wachstum der Neuzulassungen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft waren 2025 im Schnitt zwölf Prozent der öffentlichen Ladepunkte gleichzeitig belegt.
Auch der Gebrauchtwagenmarkt zeigt laut DIE ZEIT eine stärkere Nachfrage nach Elektroautos. Von Mai bis August stiegen die Restwerte dreijähriger Elektroautos um 1,4 Prozentpunkte. Der Marktpreis lag nach drei Jahren Nutzung bei etwa 52 Prozent des Listenneupreises, nachdem es im November 2025 noch 48 Prozent gewesen waren.
Die Standzeiten bei Händlern gingen ebenfalls zurück. Elektroautos benötigten zuletzt im Schnitt 74 Tage bis zum Verkauf, während Benziner 84 Tage und Dieselautos 92 Tage standen.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Ladesäulen Anfang August | 118.062 |
| Gesamte Ladeleistung | 9,2 Millionen Kilowatt |
| Anstieg der Zahl der Ladesäulen | 16 Prozent |
| Anstieg der Ladeleistung | 26 Prozent |
| Durchschnittliche Belegung öffentlicher Ladepunkte 2025 | zwölf Prozent |
| Auslastungszuwachs bei EWE | 30 Prozent |
| Standzeit Elektroautos | 74 Tage |
| Standzeit Benziner | 84 Tage |
| Standzeit Dieselautos | 92 Tage |
Zusammenfassung: Die Nutzung der Ladeinfrastruktur nimmt deutlich zu, während Zahl und Leistung der Ladesäulen weiter wachsen. Gleichzeitig verbessern sich Restwerte und Verkaufsgeschwindigkeit gebrauchter Elektroautos.
grüne Umweltplakette für E-Autos soll entfallen
Elektrofahrzeuge mit deutschem E-Kennzeichen sollen künftig ohne zusätzliche grüne Umweltplakette in deutsche Umweltzonen fahren dürfen. Heise Online berichtet, dass der Bundesrat der Änderung der 35. Bundes-Immissionsschutzverordnung in seiner 1068. Sitzung am 25. September zugestimmt hat.
Die neue Regelung tritt am ersten Tag des Quartals in Kraft, das auf die Verkündung im Bundesgesetzblatt folgt. Je nach Verkündungsdatum ist dies voraussichtlich der 1. Oktober 2026 oder der 1. Januar 2027. Bis zum Inkrafttreten gilt weiterhin die bisherige Rechtslage: Auch Elektrofahrzeuge benötigen eine grüne Plakette.
Von der Ausnahme sollen batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge profitieren, sofern sie ein E-Kennzeichen tragen. Wer bei der Zulassung auf dieses Kennzeichen verzichtet hat, bleibt plakettenpflichtig. Eine nachträgliche Umkennzeichnung ist nicht vorgeschrieben, kann aber bei der Zulassungsbehörde beantragt werden.
Die Bundesregierung erwartet durch den Wegfall der zusätzlichen Kennzeichnung Einsparungen von mehr als 6 Millionen Euro pro Jahr. Auf Grundlage der Neuzulassungen des Jahres 2024 wird mit rund 170.000 Fällen pro Jahr gerechnet, in denen eine zusätzliche Umweltplakette entfällt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Erwartete Einsparungen pro Jahr | mehr als 6 Millionen Euro |
| Entfallende zusätzliche Plaketten pro Jahr | rund 170.000 |
| Kosten bei Zulassungsstellen | etwa 5 Euro |
| Kosten bei TÜV oder DEKRA | bis zu 20 Euro |
| Bußgeld bei fehlender gültiger Kennzeichnung | 100 Euro |
Für ausländische Elektrofahrzeuge gelten gesonderte Regeln. Sie können eine blaue E-Plakette als Nachweis ihres Elektrostatus verwenden; ob nationale Elektrokennzeichen aus Österreich, der Schweiz oder anderen Nachbarstaaten anerkannt werden, hängt laut Heise Online von der jeweiligen Kennzeichenform ab.
Die deutsche Neuregelung gilt ausschließlich für deutsche Umweltzonen. Im Ausland können weiterhin lokale Umweltplaketten, digitale Einfahrterlaubnisse oder nationale Elektrofahrzeugkennzeichnungen erforderlich sein.
Das E-Kennzeichen beruht auf dem Elektromobilitätsgesetz, das nach derzeitiger Rechtslage bis zum 31. Dezember 2026 befristet ist. Eine Novelle soll den Rechtsrahmen verlängern; laut Gesetzentwurf sollen die meisten Bevorrechtigungen bis Ende 2035 gelten.
Infobox: Für deutsche Elektrofahrzeuge mit E-Kennzeichen entfällt künftig voraussichtlich die zusätzliche grüne Umweltplakette in deutschen Umweltzonen. Bis zum Inkrafttreten bleibt sie erforderlich.
Hamburg will künstliche Verbrennergeräusche verhindern
Hamburg möchte Herstellern von Elektroautos verbieten, künstliche Motorengeräusche von Verbrennerfahrzeugen abzuspielen. In einer Kolumne von SZ.de wird die Bundesratsinitiative des Stadtstaats kritisch und ironisch eingeordnet.
Im Mittelpunkt stehen Autohersteller, die Elektrofahrzeugen künstliche Geräusche geben wollen, um den Umstieg auf die Elektromobilität zu erleichtern. Diese Geräusche sollen nicht nur beim langsamen Fahren, sondern auch bei Geschwindigkeiten von 50, 60 oder 100 abgespielt werden können.
Die Kolumne beschreibt den Ansatz als Versuch, den Klang des Benzinzeitalters in Elektroautos zu bewahren. Hamburg wolle hingegen auf überflüssige Geräusche verzichten und Herstellern in ganz Deutschland entsprechende Vorgaben machen.
SZ.de stellt dem ein anderes Verständnis des Umstiegs gegenüber: Der künstliche Motorsound könne als eine Art Übergang dienen, der bisherigen Verbrennerfahrern die Veränderung erleichtert. Die Initiative Hamburgs wird daher als besonders konsequente, aber wenig sanfte Abkehr von vertrauten Fahrzeuggeräuschen dargestellt.
„Brumm statt summ.“
Die Kolumne verweist außerdem darauf, dass sich der gewünschte Verbrennercharakter theoretisch auch durch künstliche Vibrationen oder weitere Soundeffekte erzeugen ließe. Als verbleibende Alternative wird Musik im Fahrzeug genannt.
Zusammenfassung: Hamburg setzt auf einen möglichst klaren akustischen Bruch mit dem Verbrenner. SZ.de bewertet den geplanten Verzicht auf künstliche Motorengeräusche als wenig sanften Übergang zur Elektromobilität.
Westfalen setzt im Schwerlastverkehr auf batterieelektrische Lkw
Die Westfalen-Gruppe will im Schwerlastverkehr künftig klar auf batterieelektrische Mobilität statt auf Wasserstoff setzen. Das Unternehmen kündigte an, den Ausbau von E-Ladeparks für Lastkraftwagen weiter voranzutreiben, wie aus einer Meldung von Presseportal hervorgeht.
Westfalen-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Perkmann erklärte beim Handelsblatt Wasserstoff-Gipfel in Berlin, dass sich der Wasserstoff-Hochlauf im Schwerlastverkehr anders entwickelt habe als erwartet. Gleichzeitig hätten sich batterieelektrische Lkw deutlich schneller entwickelt als ursprünglich angenommen.
Entscheidend sei für Westfalen die Wirtschaftlichkeit. Im Schwerlastverkehr, in dem mit geringen Margen um jeden Cent gerungen werde, böten batterieelektrische Antriebe derzeit in vielen Fällen einen finanziellen Vorteil gegenüber Wasserstoff und Diesel.
„Wir versuchen, das anzubieten, was unsere Kunden abnehmen.“
Das Unternehmen sieht für batterieelektrische Lkw inzwischen ein breites Einsatzspektrum und geht davon aus, dass sie sich weitestgehend durchsetzen werden. Einschränkungen bestehen laut Perkmann dort, wo eine umfassende Stromversorgung noch nicht gegeben ist.
Westfalen ist seit über 40 Jahren im Wasserstoffgeschäft aktiv und versorgt Industriekunden mit Wasserstoff. Wasserstoff könne weiterhin dort eine Rolle spielen, wo batterieelektrische Lösungen an technische oder infrastrukturelle Grenzen stoßen – etwa bei Schwer- und Großraumtransporten oder fehlenden Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Netzanschluss.
- Westfalen priorisiert E-Ladeparks für den Schwerlastverkehr.
- Batterieelektrische Lkw bieten laut Unternehmen derzeit in vielen Fällen einen finanziellen Vorteil gegenüber Wasserstoff und Diesel.
- Wasserstoff bleibt für bestimmte technische und infrastrukturelle Einsatzbereiche relevant.
Infobox: Westfalen richtet seine Infrastrukturstrategie im Schwerlastverkehr neu aus. Batterieelektrische Lkw stehen im Mittelpunkt, Wasserstoff bleibt eine Option für Einsatzfälle mit besonderen Anforderungen.
Rivian-Spinoff entwickelt E-Bike mit 180 Newtonmetern
Ein Spinoff des Elektroautoherstellers Rivian entwickelt ein E-Bike, das sich beim Fahren wie ein Elektroauto anfühlen soll. t3n berichtet über das Modell TM-B des Unternehmens Also und hebt dabei insbesondere die Software sowie das ungewöhnliche Antriebskonzept hervor.
Das Fahrrad besitzt keinen klassischen Diamantrahmen. Stattdessen bildet eine zentrale Antriebseinheit aus Magnesiumguss die Plattform, an der eine gefederte Schwinge zum Hinterrad, ein Arm zum Lenker und gefederten Vorderrad sowie ein weiterer Arm zu Sattel und Gepäckträger befestigt sind.
Der Antrieb arbeitet als serieller Hybrid. Die Pedale treiben einen Generator an, der Strom und Fahrsignale an den Motor liefert. Die Kraftübertragung erfolgt über einen Riemen; das Fahrgefühl soll dadurch einem mechanischen Antrieb entsprechen.
Das E-Bike soll laut Also so schnell wie ein Stadtauto beschleunigen. 180 Newtonmeter Drehmoment bringen das Fahrzeug schnell von der Ampel weg und helfen auch bei voller Beladung, sofort in die Balance zu kommen. In der Testversion unterstützt ein Daumengas den Antrieb; in Europa ist diese Lösung allerdings nicht erlaubt.
Gebremst wird zunächst über Rekuperation. Die Rekuperation kann durch die große Übersetzung bis zu 25 Prozent zur Reichweite von 160 Kilometern beitragen. Der Akku verfügt über 808 Wattstunden.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Drehmoment | 180 Newtonmeter |
| Reichweite | 160 Kilometer |
| Akku | 808 Wattstunden |
| Beitrag der Rekuperation zur Reichweite | bis zu 25 Prozent |
| Gewicht | knapp 40 Kilo |
| Connect+-Dienste | 10 US-Dollar im Monat |
| Preis | 4.500 US-Dollar |
Für unterschiedliche Nutzer gibt es drei Oberrahmen: eine Variante mit einfachem Sattel, eine mit Träger für Gepäck oder Kindersitz sowie eine niedrige, mopedähnliche Sitzbank. Die Varianten lassen sich an die Antriebseinheit anklicken. Ent- und verriegelt wird ausschließlich über das runde Touchdisplay am Lenker.
Das E-Bike öffnet sich per Bluetooth oder PIN und verriegelt sich beim Entfernen automatisch. Motor und Hinterrad werden blockiert, Bewegungssensoren aktiviert. Bei Manipulation gibt das Fahrrad Alarm und meldet sich am Mobiltelefon; bei einem Diebstahl kann es aus der Ferne stillgelegt werden.
Eine Reservebatterie hält den Kontakt 14 Tage aufrecht. Die Connect+-Dienste kosten 10 US-Dollar im Monat im Jahresabo. Das E-Bike steht derzeit mit 4.500 US-Dollar in der Preisliste; der Europastart ist noch offen.
Zusammenfassung: Das TM-B verbindet einen seriellen Hybridantrieb, umfangreiche Softwarefunktionen und 180 Newtonmeter Drehmoment. Der Europastart ist noch offen, der Preis liegt derzeit bei 4.500 US-Dollar.
Nordeuropa setzt auf starke Anreize für Elektroautos
Norwegen und weitere nordeuropäische Länder weisen laut AUTOBILD.DE eine besonders starke Verbreitung von Elektroautos auf. Als wesentlichen Grund nennt der Bericht staatliche Eingriffe in das Preisgefüge.
Für Schweden hebt AUTOBILD.DE die gezielte Förderung im ländlichen Raum hervor. In Finnland spielt die Erwerbssteuer eine wichtige Rolle, während Dänemark einen Steuerrabatt mit einem Freibetrag kombiniert.
Norwegen nutzt laut dem Bericht die Zulassungssteuer als besonders wirkungsvollen Hebel. Dadurch beeinflussen die Staaten den Preis von Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
- Schweden: gezielte Förderung im ländlichen Raum
- Finnland: Erwerbssteuer
- Dänemark: Steuerrabatt und Freibetrag
- Norwegen: Zulassungssteuer
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die nordeuropäischen Staaten die Kaufentscheidung durch unterschiedliche steuerliche und finanzielle Instrumente beeinflussen. Die Maßnahmen greifen dabei direkt in die Preisgestaltung und die Rahmenbedingungen für den Fahrzeugkauf ein.
Infobox: AUTOBILD.DE führt die starke Elektroauto-Verbreitung in Nordeuropa auf gezielte staatliche Förderungen und Eingriffe in das Preisgefüge zurück. Die Instrumente unterscheiden sich von Land zu Land.
Quellen:
- E-Mobilität: Auslastung von Ladesäulen für Elektroautos nimmt deutlich zu
- Grüne Plakette für E-Autos fällt bald weg – was Halter jetzt wissen müssen
- Hamburg will E-Auto-Herstellern verbieten, künstliche Motorengeräusche zu machen - Reise - SZ.de
- Westfalen setzt im Schwerlastverkehr auf E-Mobilität statt Wasserstoff
- 180 Newtonmeter auf zwei Rädern: Rivians ungewöhnliches E-Bike
- Darum fährt Nordeuropa so sehr auf E-Autos ab!
















