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E-Auto-Boom in Deutschland: Förderung treibt Nachfrage, chinesische Hersteller legen zu
Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist im Juli deutlich gestiegen. Wie WELT und die Deutsche Handwerks Zeitung unter Berufung auf das Kraftfahrt-Bundesamt berichten, wurden mehr als 78.600 reine E-Pkw neu zugelassen.
Damit lag der Absatz fast 62 Prozent über dem Juli des Vorjahres. Elektroautos erreichten im Juli einen Anteil von 29,3 Prozent an allen Neuzulassungen. Fachleute führen den Anstieg vor allem auf die E-Auto-Prämie des Bundes zurück.
Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY bewertet den Boom jedoch differenziert. Das starke Wachstum beschleunige zwar den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland, bringe der heimischen Automobilindustrie bislang aber nur begrenzte Vorteile. Nach seiner Einschätzung profitieren vor allem chinesische Konzerne.
Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel BYD. Der chinesische Hersteller kam laut KBA im Juli auf 5.240 Neuwagen in Deutschland. Das entspricht mehr als dem viereinhalbfachen Absatz des Vorjahresmonats und einem Plus von 365 Prozent.
Die gestiegene Nachfrage nach Elektroautos wirkte sich auch auf den gesamten Pkw-Markt aus. Die Zahl der Neuzulassungen erhöhte sich im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent auf rund 268.000 Pkw.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Neue reine E-Pkw im Juli | Mehr als 78.600 |
| Veränderung zum Juli des Vorjahres | Fast 62 Prozent |
| Anteil an allen Neuzulassungen | 29,3 Prozent |
| BYD-Neuwagen im Juli | 5.240 |
| Veränderung bei BYD | Plus 365 Prozent |
| Neuzulassungen insgesamt | Rund 268.000 Pkw |
| Veränderung des Gesamtmarkts | 1,2 Prozent |
Zusammenfassung: Die Bundesförderung sorgt für einen kräftigen Schub bei Elektroautos. Besonders stark wächst BYD, während der Nutzen für die deutsche Automobilindustrie laut EY bislang begrenzt bleibt.
Warnmeldung vor Brand: E-Auto brennt auf der B6 bei Hildesheim aus
Auf der Bundesstraße 6 in Hildesheim ist ein Auto ausgebrannt. Die Straße war vorübergehend voll gesperrt, wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtet.
Nach Angaben der Zeitung erhielt eine 47-jährige Autofahrerin aus Sarstedt zunächst eine Warnung auf dem Display ihres Fahrzeugs. Das E-Auto forderte sie demnach auf, auszusteigen; kurz darauf stand der Wagen in Flammen.
Der Bericht wurde am 6. Aug. 2026 um 18:43 Uhr veröffentlicht und um 21:40 Uhr aktualisiert. Weitere nutzbare Angaben zum Ablauf, zu möglichen Ursachen oder zu Schäden enthält der vorliegende Inhalt nicht.
- Ort des Geschehens: Bundesstraße 6 in Hildesheim
- Betroffene Person: eine 47-jährige Autofahrerin aus Sarstedt
- Ablauf: Warnung auf dem Display, anschließend Brand des Fahrzeugs
- Verkehrsfolge: vorübergehende Vollsperrung der Bundesstraße 6
Zusammenfassung: Eine Display-Warnung ging dem Brand eines Autos auf der B6 voraus. Die Bundesstraße musste vorübergehend vollständig gesperrt werden.
Nissan NX7: Elektrischer SUV mit 800-Volt-Technik und möglichem Export
Nissan erweitert in China seine elektrifizierte N-Familie um den Elektro-SUV NX7. Das gemeinsam mit dem Partner Dongfeng entwickelte Modell ist als kleinerer Bruder des NX8 positioniert, berichtet auto motor und sport.
Zum bisherigen Portfolio gehören die Plug-in-Hybrid-Limousine N6, die Elektro-Limousine N7 und der Elektro-SUV NX8. Der NX7 soll das Angebot unterhalb des NX8 ergänzen und Nissan im chinesischen Markt für elektrifizierte Fahrzeuge stärken.
Die ersten veröffentlichten Bilder zeigen eine deutliche optische Nähe zum NX8. Technische Daten wurden zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht kommuniziert. Der NX7 dürfte den NX8 bei der Länge von 4,87 Meter unterbieten.
Bei der Front unterscheiden sich die Modelle unter anderem durch neu zugeschnittene Scheinwerfer. Der NX7 verzichtet auf das durchgehende Lichtband und verfügt über seitliche Lufteinlässe in der Frontschürze. Die Radlaufkanten sind in Wagenfarbe lackiert und nicht schwarz abgesetzt.
Auch bei den Türgriffen gibt es eine Änderung: Statt vollständig versenkter Bauteile kommen halb versenkte Griffe zum Einsatz. Die untere Fensterlinie steigt nach hinten stärker an. Zusammen mit einer neu modellierten C-Säule und einer etwas flacher liegenden Heckscheibe soll der NX7 stärker den Charakter eines Crossovers erhalten.
Die veröffentlichten Bilder deuten zudem auf einen Wechsel von rahmenlosen Seitenscheiben zu klassischen Fensterrahmen hin. Am Heck übernimmt der NX7 vom NX8 ein durchgehendes OLED-Leuchtenband, das variable Lichtsignaturen ermöglicht.
Technisch soll die Tianyan-Elektroplattform mit 800-Volt-Technologie zum Einsatz kommen. Diese Plattform steckt bereits unter den Schwestermodellen. Für den NX7 sind dem Bericht zufolge ein reiner Elektroantrieb und eine Version mit Range Extender vorgesehen.
Die Elektroversion soll mit einem Single-Motor-Antrieb und wahlweise 215 oder 250 kW erhältlich sein. Das entspricht 292 oder 340 PS. Im EREV-Modell arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator mit einer 195 kW starken E-Maschine zusammen.
Die LFP-Pufferbatterien sollen von CATL stammen und 5C-ladefähig sein. Angaben zur Reichweite wurden nicht genannt.
Beim Preis soll der NX7 unterhalb des NX8 liegen. Der NX8 startet in China ab umgerechnet rund 20.000 Euro, der NX7 dürfte darunter liegen. Ein Export ist laut auto motor und sport fest eingeplant, konkrete Zielmärkte stehen jedoch noch nicht fest.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Plattform | Tianyan-Elektroplattform |
| Ladesystem | 800-Volt-Technologie |
| Elektroantrieb | 215 oder 250 kW |
| Leistung in PS | 292 oder 340 PS |
| EREV-E-Maschine | 195 kW |
| Generator | 1,5-Liter-Turbobenziner |
| Akku-Technik | LFP-Pufferbatterien |
| Ladefähigkeit | 5C |
| Preis des NX8 in China | Ab umgerechnet rund 20.000 Euro |
Zusammenfassung: Der Nissan NX7 soll als kleinerer Elektro-SUV unterhalb des NX8 antreten. Vorgesehen sind 800-Volt-Technik, zwei Antriebskonzepte und ein Preis unterhalb von umgerechnet rund 20.000 Euro für den größeren Bruder.
Tesla verliert Marktanteil trotz wachsender E-Auto-Nachfrage
Der Elektroautoboom in Deutschland kommt Tesla laut einer von ntv.de aufgegriffenen Studie nicht im gleichen Maß zugute wie anderen Herstellern. Die Marktforschungsunternehmen Uranos aus Hamburg und Dynata aus Connecticut untersuchten für den „Spiegel“ die Haltung von Autofahrern zu Tesla und Unternehmenschef Elon Musk.
Obwohl im ersten Halbjahr fast jedes vierte neu zugelassene Auto in Deutschland einen Elektromotor hatte, lag Teslas Marktanteil bei knapp 2 Prozent. Damit blieb die Marke unter ihrem Höchststand von 2022, als sie 2,6 Prozent erreichte.
Im Jahr 2022 verkaufte Tesla fast 70.000 Autos. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es knapp 29.000. Uranos-Mitgründer Björn Welzel erklärte, die Marke Tesla sei nicht so stark wie vor einigen Jahren. Der Marktanteil könnte seiner Einschätzung nach höher sein, wenn Musk sich politisch nicht so positioniert hätte.
Der Bericht führt als politischen Hintergrund an, dass Musk 2025 zeitweise für die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump gearbeitet und mehrfach seine Sympathie für die in Teilen rechtsextreme AfD bekundet habe. Dies habe dazu beigetragen, dass sich viele Kunden von Tesla abwandten, wie Uranos zuvor analysiert habe.
Für die aktuelle Untersuchung befragten Uranos und Dynata erneut Autofahrer. Aus einer Stichprobe von 1031 Tesla-Besitzern und potenziellen E-Auto-Käufern wurde die Haltung zu Tesla und Musk herausgefiltert.
Als wichtigste Gründe für den Umstieg auf ein Elektroauto nannten die Befragten neben dem Umweltbewusstsein vor allem Kostenvorteile. 51 Prozent verwiesen auf das Umweltbewusstsein, 49 Prozent auf Kostenvorteile. Der Bericht stellt dabei einen Zusammenhang mit der neuen Kaufprämie für E-Autos und dem infolge des Irankriegs gestiegenen Benzinpreis her.
Auch Tesla profitiert grundsätzlich von diesem Interesse. Befürworter interessieren sich laut Umfrage für die Marke, weil sie Tesla für innovativ halten, auf ein Elektroauto umsteigen wollen oder von der technologischen Leistung überzeugt sind.
| Aspekt | Anteil oder Wert |
|---|---|
| Teslas Marktanteil im ersten Halbjahr | Knapp 2 Prozent |
| Teslas Marktanteil 2022 | 2,6 Prozent |
| Tesla-Verkäufe 2022 | Fast 70.000 Autos |
| Tesla-Verkäufe im ersten Halbjahr dieses Jahres | Knapp 29.000 |
| Stichprobe der Untersuchung | 1031 Tesla-Besitzer und potenzielle E-Auto-Käufer |
| Umweltbewusstsein als Antrieb für den E-Auto-Umstieg | 51 Prozent |
| Kostenvorteile als Antrieb für den E-Auto-Umstieg | 49 Prozent |
| Innovationsimage als Grund für Tesla-Interesse | 56 Prozent |
| Interesse am Umstieg auf ein E-Auto | 52 Prozent |
| Überzeugung von der technologischen Leistung | 43 Prozent |
| Politische oder kontroverse Aussagen von Musk als Ablehnungsgrund | 50 Prozent |
| Öffentliches Verhalten von Musk als Ablehnungsgrund | 44 Prozent |
„Die Marke Tesla ist nicht so stark wie vor ein paar Jahren.“
Bei Tesla-Befürwortern und -Gegnern sei die Einstellung laut Welzel weniger durch Alter oder Einkommen als durch die Weltanschauung geprägt. Das Pro-Lager denke neoliberal, während das Kontra-Lager links-progressiv geprägt sei.
Zusammenfassung: Teslas Marktanteil liegt mit knapp 2 Prozent unter dem Wert von 2,6 Prozent aus dem Jahr 2022. Die Studie sieht neben den Produkteigenschaften insbesondere die politische Positionierung und das öffentliche Auftreten von Elon Musk als prägende Faktoren für die Markenwahrnehmung.
Volkswagen zwischen Elektrooffensive, Absatzrückgang und Sparkurs
Volkswagen steht beim Wechsel vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität zwischen Aufholjagd und Krisenmodus. News38 beschreibt sinkende Absätze, teure Werke und den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China als zentrale Belastungen für den Wolfsburger Konzern.
Die Kernmarke Volkswagen lieferte 2025 rund 382.000 vollelektrische Fahrzeuge aus. Das entsprach einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent. Auf Konzernebene einschließlich Audi, Škoda, Seat und Porsche waren es rund 983.000 Elektroautos weltweit.
In Europa konnte die Marke zulegen. In Deutschland stieg der Absatz von Elektroautos laut dem Bericht sogar um über 60 Prozent. In den USA und in China ging das Geschäft mit Elektrofahrzeugen dagegen zeitweise spürbar zurück.
Auch die Halbjahreszahlen 2026 fielen schwächer aus. Der Konzern setzte im ersten Halbjahr 438.500 Elektroautos ab und damit 5,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Quelle für diese Zahl nennt News38 das Fachportal electrive.net.
Volkswagen will mit neuen Modellen und einer weiterentwickelten Plattform gegensteuern. Der ID. Polo soll Anfang 2026 zu einem Preis von unter 25.000 Euro starten und die Elektromobilität massentauglicher machen.
Der ID. Polo basiert auf der weiterentwickelten Plattform MEB+, die erstmals Frontantrieb ermöglicht. Insgesamt will der Konzern 2026 mehr als 20 neue Modelle auf den Markt bringen, rund die Hälfte davon vollelektrisch.
Konzernchef Oliver Blume betont laut dem Bericht, dass Transformation und Kostensenkung zur neuen Normalität geworden seien. Die Skalierung soll durch die „Electric Urban Car Family“ gelingen. Kritiker bewerten die Pläne als zu optimistisch, weil sich zahlreiche Vorhaben lange verzögert hätten.
Parallel zur Modelloffensive verfolgt Volkswagen einen harten Sparkurs. Laut Berichten, auf die sich News38 und die Personalwirtschaft beziehen, könnten weltweit bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Stellen wegfallen.
Als mögliche betroffene Standorte werden Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm genannt. Damit könnten auch Werke unter Druck geraten, die eng mit der Elektromobilität verbunden sind.
Die Fabrikkosten in Wolfsburg, Emden und Zwickau sanken 2025 im Schnitt um fast 30 Prozent. Der Bericht wertet dies als Hinweis darauf, dass die Sparprogramme Wirkung zeigen. Zugleich belasteten die Maßnahmen die Belegschaft.
Betriebsrätin Daniela Cavallo fordert demnach seit Monaten Klarheit über die Zukunft der Standorte. Ohne funktionierende deutsche Werke drohe der Marke ein Identitätsverlust.
China bleibt für Volkswagen ein zentraler, aber schwieriger Markt. Die Joint Ventures mit FAW und SAIC erreichten in den ersten beiden Monaten 2026 zusammen einen Marktanteil von 13,9 Prozent. Damit lag Volkswagen knapp vor Geely, während BYD auf Rang vier zurückfiel.
Der Konzern will in China mit über zehn neuen elektrifizierten Modellen gegen die Konkurrenz antreten. Gleichzeitig bleibt das Geschäft ein Balanceakt zwischen politischen Risiken und wirtschaftlicher Notwendigkeit.
Wenn die Absätze dauerhaft unter die Marke von 2,5 Millionen Fahrzeugen fallen, fehlen laut dem Bericht wichtige Margen für Investitionen in Europa. Volkswagen muss daher gleichzeitig wettbewerbsfähige Elektroautos entwickeln und die Kosten senken.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Vollelektrische Fahrzeuge der Kernmarke VW 2025 | Rund 382.000 |
| Veränderung der Kernmarke 2025 | Rückgang von 0,2 Prozent |
| Elektroautos des Konzerns 2025 | Rund 983.000 |
| Elektroauto-Absatz im ersten Halbjahr 2026 | 438.500 |
| Veränderung zum Vorjahreszeitraum | 5,8 Prozent weniger |
| Geplanter Preis des ID. Polo | Unter 25.000 Euro |
| Neue Modelle 2026 | Mehr als 20 |
| Davon vollelektrisch | Rund die Hälfte |
| Möglicher weltweiter Stellenabbau | Bis zu 100.000 |
| Aktuelle Beschäftigtenzahl | Rund 657.000 |
| Rückgang der Fabrikkosten | Im Schnitt fast 30 Prozent |
| Marktanteil der Joint Ventures in China | 13,9 Prozent |
| Absatzmarke für wichtige Margen | 2,5 Millionen Fahrzeuge |
Zusammenfassung: Volkswagen verzeichnet in Deutschland Fortschritte, muss auf Konzernebene jedoch einen Rückgang der Elektroauto-Auslieferungen verkraften. Neue Modelle, die MEB+-Plattform und die „Electric Urban Car Family“ stehen einer umfassenden Kosten- und Personaldebatte gegenüber.
Quellen:
- E-Auto-Boom dank Prämie - chinesische Hersteller profitieren
- E-Auto fordert Fahrerin auf, auszusteigen – kurz darauf steht der Wagen in Hildesheim in Flammen
- Dongfeng Nissan NX7: Noch günstiger als der Günstige
- E-Auto-Prämie hilft nicht: Schlechtes Musk-Image lässt Teslas Marktanteil schrumpfen
- E-Auto-Boom dank Prämie – chinesische Hersteller profitieren
- VW und die E-Auto-Wende: Zwischen Aufholjagd und Krisenmodus














